Ihr Pflegekunde leidet unter Atemnot - So helfen Sie

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So ziemlich jede Pflegekraft, die in der palliativen Versorgung arbeitet, hat es schon einmal erlebt: Ihr Pflegekunde leidet unter einer akuten Atemnot. Jetzt heißt es, einen „kühlen Kopf“ bewahren, damit Sie richtig und geplant vorgehen können. Doch das fällt einem nicht leicht, wenn man sieht und hört, wie ein Mensch mühsam um jeden seiner Atemzüge kämpft.
Atemnot ist leider ein sehr häufig vorkommendes Problem in Ihrem Arbeitsgebiet. Umso wichtiger ist es für Sie daher zu wissen, welche Möglichkeiten Sie haben, um Ihrem Pflegekunden hier zu helfen.
Noch mehr Hinweise zum Thema Atemnot bei Pflegekunden finden Sie in "Palliativpflege heute"
Atemnot: Was ist das?
Bei der Atemnot handelt es sich um einen Zustand, in dem ein Mensch nur schwer ausreichend Atemluft bekommt. Meist wird dieser Zustand von den Betroffenen als lebensbedrohlich empfunden.
Die Atemnot ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom, das auf eine andere Erkrankung hinweist. In Ihrem Tätigkeitsbereich werden Sie öfters mit diesem Symptom konfrontiert werden. Denn gerade Ihre Pflegekunden leiden krankheitsbedingt häufiger unter einer Atemnot. Sie sollten dabei daran denken, dass Atemnot immer ein subjektives Gefühl ist. Das bedeutet, dass die objektiv gleiche Atemnot von jedem Menschen unterschiedlich stark empfunden wird und daher Ihre Pflegekunden ganz unterschiedlich und individuell darunter leiden.
Was sind die Ursachen?
Die Ursachen einer Atemnot sind sehr unterschiedlich. Zu den häufigsten zählen dabei:
1. Lungenbedingte Ursachen :
- Tumore in den Bronchien
- Flüssigkeitsansammlung zwischen Lunge und Brustkorb (Pleura-Erguss)
- Metastasen in der Lunge
- Lungenembolie
- Tumore, die in die Brustwand einwachsen (Brustwandinfiltration)
- Lungenentzündung
- chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (z.B. chronische Bronchitis)
- Lungenfibrose (verstärkte Bildung von Bindegewebe zwischen den Lungenbläschen, sie tritt besonders nach einer Bestrahlungstherapie auf)
2. Herzbedingte Ursachen :
- Linksherzinsuffizienz
- Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel (Perikard-Erguss)
- obere Einfluss-Stauung
3. Neuromuskuläre Ursachen:
- muskuläre Schwäche bei Kachexie
4. Ursachen, wie z. B.:
- Anämie
- Fieber
- Angst
- Einsamkeit
Denken Sie daran:
Körperliche Anstrengung ist in den meisten Fällen nicht notwendig, um eine Atemnot auszulösen.
Das können Sie pflegerisch tun, um Ihren Pflegekunden zu helfen:
- Bewahren Sie Ruhe! Nur, wenn Sie selbst ruhig und überlegt arbeiten, können Sie die richtigen medikamentösen und pflegerischen Maßnahmen gezielt und effizient bei Ihrem Pflegekunden einleiten. Denken Sie daran, dass sich Ihre Ruhe oder auch Unruhe auf Ihren Pflegekunden und seine anwesenden Angehörigen positiv wie auch negativ auswirkt.
- Lassen Sie den Betroffenen und seine Angehörigen nicht allein im Zimmer. Allein Ihre bloße Anwesenheit kann schon eine sehr beruhigende Wirkung sowohl auf den Kranken wie auch auf die Angehörigen im Zimmer ausüben.
- Verabreichen Sie sofort die Medikamente und/oder den Sauerstoff, die von dem behandelnden Arzt für einen solchen Notfall verordnet worden sind.
- Lassen Sie Ihren Pflegekunden sich möglichst aufrecht hinsetzen. Um die Atemhilfsmuskulatur zu unterstützen, können Sie Ihrem Pflegekunden kleine Kissen oder auch mäßig aufgeblasene Luftballons unter seine Achselhöhlen legen. So entlasten Sie die beteiligten Muskelgruppen von Körpergewicht und die Muskeln können leichter ihre Arbeit verrichten.
- Öffnen Sie beengende Kleidung, und entfernen Sie Bettdecken, die von Ihrem Pflegekunden als erdrückend empfunden werden.
- Durch das Öffnen des Fensters oder das Einschalten eines kleinen Ventilators verspüren Ihre Pflegekunden einen Lufthauch. Sie haben dann oft das subjektive Gefühl, besser Luft zu bekommen.
- Sollte sich die Atemnot nicht innerhalb weniger Minuten deutlich bessern, müssen Sie den behandelnden Arzt oder einen Notarzt informieren.
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