Hilfreiche Tipps, um einem Harnverhalt bei Ihrem Pflegekunden wirkungsvoll zu begegnen

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Der Harnverhalt ist ein Symptom, das besonders in der Pflege des Öfteren vorkommt. Unter einer Harnverhaltung wird das nicht spontane Entleeren-Können der gefüllten Blase verstanden. Für Sie als professionelle Pflegekraft ist es wichtig, über die Ausscheidung Ihres Pflegekunden im Bilde zu sein. So können Sie rechtzeitig einen Harnverhalt erkennen und angemessen handeln.
Worauf Sie bei Pflegekunden mit Harnverhalt zusätzlich achten sollten, können Sie in unserem Fachinformationsdienst „Praxis: Altenpflege” erfahren.
An den folgenden 5 Symptomen erkennen Sie einen Harnverhalt
- Ihr Pflegekunde hat länger als 12 Stunden keinen Urin ausgeschieden, obwohl er ausreichend getrunken hat.
- Ihr Pflegekunde klagt über Schmerzen im Blasenbereich.
- Ihr Pflegekunde klagt über ständigen Harndrang und kann keinen Urin lassen.
- Ihr Pflegekunde kann Urin nur in kleinen Mengen lassen und leidet trotzdem unter einer ständigen Inkontinenz.
- Ihr Pflegekunde wird zunehmend unruhig und verwirrt.
Hinweis: Bitte denken Sie immer daran: Ein Harnverhalt kann sehr schmerzhaft sein.
Für einen Harnverhalt können verschiedene Ursachen vorliegen:
Akuter Harnverhalt
Zu einem akuten Harnverhalten kann es durch eine Verstopfung oder starke Verengung der Harnröhre kommen. Häufige Gründe hierfür sind:
- Prostatavergrößerung des Mannes
- Abgang von kleineren Nieren- oder Blasensteinen
- Tumore im Nierenbecken, den Harnleitern oder in der Blase
- Multiple Sklerose
- Nierenversagen
- Nervenschädigungen (z. B. durch einen Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule)
Harnverhalt – bedingt durch Medikamente
In der Pflege wird Harnverhalten auch oft durch Medikamente hervorgerufen. Besonders häufig kommt er zu Beginn einer Therapie mit Opioiden vor. Aber auch andere Medikamente können als Nebenwirkung eine Harnverhaltung hervorrufen. Die sind z. B.:
- Medikamente gegen Allergien (Antihistaminika)
- Medikamente gegen Depressionen (Antidepressiva)
- Medikamente gegen Psychosen (Psychopharmaka)
4 Tipps, die Ihrem Pflegekunden helfen können
Tipp 1: Bei einem akuten Harnverhalten ist, unabhängig von der Ursache, für eine schnelle Entlastung der Blase zu sorgen. Dies geschieht am besten durch das Legen eines Blasenkatheters.
Tipp 2: Sie können Ihrem Pflegekunden beim Wasserlassen helfen, indem Sie mit Ihrer flachen Hand einen leichten Druck auf die Blase ausüben. Das Ausklopfen der Blase (Triggern) wird heute mehrheitlich abgelehnt. Zu viel und zu häufiges Klopfen auf die Blase führt durch das „Muskeltraining“ zu einer Blasenwandverdickung.
Tipp 3: Lassen Sie Ihren Pflegekunden täglich eine Handvoll Kürbiskerne knabbern. Der Kürbiskern steigert die Spannung der Blasenmuskulatur und entspannt gleichzeitig den Schließmuskel.
Tipp 4: Legen Sie Ihrem Pflegekunden eine warme Wärmflasche auf den Unterbauch. Durch die Wärme entspannt sich die Schließmuskulatur der Blase und ermöglicht so wieder den Urinabgang.
Als Abonnent unseres Fachinformationsdienstes „Praxis: Altenpflege” erhalten Sie noch weitere Informationen zum Thema „Die richtige Pflege bei Harnverhalten”.
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