Essen kann man auch ohne Magen

Nahrung ohne Magen

© HiDee Fuchs - Fotolia.com

Ihre schwesterkranken Pflegekunden haben im Laufe ihrer Krankheitsgeschichte oft viele Operationen hinter sich bringen müssen. Sicherlich kennen Sie auch den ein oder anderen Pflegekunden, dem infolge seiner Krankheit sein Magen zum Teil oder sogar vollständig entfernt werden musste. Infolgedessen haben viele der Betroffenen dann große Probleme bei ihrer täglichen Nahrungsaufnahme. Appetitlosigkeit, Durchfälle und Erbrechen sind an der Tagesordnung und treiben so manchen Ihrer Pflegekunden zur Verzweiflung. In einer solchen Situation können Sie durch kompetente Beratung das Alltagsleben wieder deutlich verbessern. Lesen Sie, worauf Sie dabei zu achten haben.

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Die Funktion des Magens

Im Magen sammelt sich die gesamte zerkleinerte Nahrung und wird zu einem gut durchgemischten Speisebrei verarbeitet. Dazu werden von der Magenschleimhaut Salzsäure und eiweißspaltende Verdauungsenzyme produziert, die den Nahrungsbrei in seine verschiedenen Bestandteile zersetzen. Zusätzlich wird im Magen auch noch der so genannte Intrinsic Factor gebildet. Er ist für die Aufnahme des Vitamins B 12 notwendig.
Insgesamt kann die zerkleinerte Nahrung bis zu 8 Stunden im Magen verbleiben, bis sie in den Dünndarm zur weiteren Verdauung geleitet wird.

Wenn der Magen plötzlich fehlt

Fast jeder Ihrer Pflegekunden, der sich einer teilweisen oder ganzen Entfernung des Magens unterziehen musste, leidet unter dem so genannten Dumping-Syndrom. Dabei kommt es zu einer zu schnellen Weiterleitung des Speisebreis in den Dünndarm. Dieser dehnt sich aufgrund der Aufnahme des Speisebreis plötzlich und stark. Verstärkt wird dieser Vorgang noch durch Wasser, das aus dem Blut in den Darm geleitet wird, um den Speisebrei zu verdünnen. Dabei kann es bei den Betroffenen zu Druckgefühl im Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen, Schwächegefühl, Herzklopfen, Schweißausbrüchen und sogar einem Kreislaufkollaps kommen.

Mit diesen 9 Tipps helfen Sie Ihren Pflegekunden

Damit Ihr Pflegekunde trotz seines verkleinerten oder fehlenden Magens nicht unter den oben beschriebenen Symptomen leidet, gilt es, einige Ernährungsrichtlinien zu beachten:

  1. Statt 3 großer Mahlzeiten sollte die Nahrung auf 5–6 kleinere Mahlzeiten am Tag verteilt werden.
  2. Idealerweise sollte Ihr Pflegekunde alle 2–3 Stunden eine kleine Mahlzeit zu sich nehmen.
  3. Informieren Sie Ihren Pflegekunden darüber, dass er bei seiner Nahrungsaufnahme feste und flüssige Speisen trennen sollte. Dies bedeutet für Ihren Pflegekunden, dass er während seiner Nahrungsaufnahme möglichst auf Getränke verzichten oder nur wenige kleine Schlucke eines Getränks zu sich nehmen sollte.
  4. Wichtig ist auch, dass die Nahrung langsam und sorgfältig gekaut wird. So kann die Verdauung schon im Mund optimal angeregt werden. Der Darm wird durch den feinen Speisebrei entlastet.
  5. Informieren Sie Ihren Pflegekunden darüber, dass süße Speisen die Symptome des Dumping-Syndroms verstärken. Dies gilt besonders für alle Zuckerarten und Honig. Besser ist es für die Betroffenen, auf Süßstoffe auszuweichen.
  6. Auch Salz verstärkt die Symptome des Dumping-Syndroms, da hierdurch der Wasserstrom in den Darm zusätzlich erhöht wird. Ihr Pflegekunde sollte also darauf achten, möglichst salzarm zu essen.
  7. Gut vertragen werden in der Regel ballast- und stärkehaltige Nahrungsmittel, wie z. B. Vollkornprodukte oder Kartoffeln.
  8. Grundsätzlich sollte Ihr Pflegekunde alle Nahrungsmittel, die bei ihm Beschwerden auslösen, zukünftig meiden.
  9. Manchem Betroffenen hilft es auch, sich nach der Mahlzeit ein wenig hinzulegen. Sollte Ihr Kunde jedoch unter Sodbrennen leiden, kann dies seine Symptome jedoch noch verstärken.

In "pdl.konkret ambulant" finden Sie weitere Tipps zum Thema "Nahrung ohne Magen aufnehmen".

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