So gelingt Ihnen die Versorgung Ihrer Pflegekunden mit MRSA ohne Infektionsrisiko

MRSA in der Pflege

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Die Versorgung eines Pflegekunden mit einer nachgewiesenen MRSA-Infektion (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) stellt Sie als Pflegekraft immer wieder vor Herausforderungen. Denn Sie können sich nicht nur selbst infizieren, sondern die gefährlichen Keime auch auf Ihre anderen Pflegekunden übertragen. Um dies zu verhindern, hat das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg im Mai 2011 seine Empfehlungen zum richtigen Umgang mit kolonisierten Pflegekunden aktualisiert. Im Folgenden haben wir für Sie die wichtigsten Empfehlungen zum Umgang mit MRSA kurz zusammengestellt.

In "Praxis: Altenpflege" finden Sie noch weitere hilfreiche Ideen zum Thema „Was Sie bei MRSA beachten sollten“.

Mit MRSA werden Bakterien der Art Staphylococcus aureus bezeichnet. Sie sind entweder gegen die Therapie mit dem Antibiotikum Methicillin oder sogar gegen eine Vielzahl von Antibiotika resistent (multiresistent). Doch immer wieder kommt es vor, dass Sie Pflegekunden, die an diesem Bakterium leiden, sowohl in der ambulanten wie auch in der stationären Pflege versorgen müssen. Beachten Sie dabei die folgenden Empfehlungen:

  • Empfehlung 1:
    Eine Unterbringung Ihres Pflegekunden in einem Einzelzimmer ist immer dann sinnvoll, wenn er im Mund oder Rachen mit dem Keim besiedelt ist und gleichzeitig unter einem Husten leidet, bei dem es zum Austritt von Hustensekret kommen kann. Dies ist  z. B. oft bei Pflegekunden der Fall, die mit einem Tracheostoma versorgt sind.
  • Empfehlung 2:
    Das Gleiche gilt bei Besiedelung von großen und schwer abdeckbaren Wunden sowie Hauterkrankungen, bei denen es zu Hautschuppenbildung kommt.
  • Empfehlung 3:
    Lassen Sie den betroffenen Pflegekunden sich vor jedem Verlassen seines Zimmers die Hände waschen und desinfizieren.
  • Empfehlung 4:
    Decken Sie infizierte Wunden mit einem feuchtigkeitsundurchlässigen Verband ab.
  • Empfehlung 5:
    Desinfizieren Sie die Gemeinschaftstoilette und das Stationsbad nach Benutzung durch den Betroffenen mit einem MRSA-abtötenden Desinfektionsmittel. Vergessen Sie dabei nicht, auch die Armaturen zu desinfizieren.
  • Empfehlung 6:
    Sollte Ihr betroffener Pflegekunde im Mund und Rachen infiziert sein und Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme haben, ist es sinnvoll, sich zu überlegen, ob er bis zu seiner vollständigen Genesung besser seine Speisen in einem Einzelzimmer zu sich nimmt.
  • Empfehlung 7:
    Tragen Sie bei der Versorgung Ihres Pflegekunden immer eine geeignete Schutzkleidung über Ihrer Arbeitskleidung. Dazu gehören Schutzkittel, Handschuhe, Mundschutz (bei Aerosolbildung) und ein Haarschutz.
  • Empfehlung 8:
    Wechseln Sie die gebrauchten Schutzkittel wenigstens 1-mal täglich, bei Verschmutzung auch öfters.
  • Empfehlung 9:
    Desinfizieren Sie Ihre Hände vor der Pflegemaßnahme und auch nach deren Abschluss. Dies gilt auch, wenn Sie Handschuhe getragen haben.
  • Empfehlung 10:
    Versorgen Sie den erkrankten Pflegekunden immer als Letzten. So minimieren Sie zusätzlich nochmals das Risiko, dass der Keim durch Sie von einem zum anderen Pflegekunden getragen wird.
  • Empfehlung 11:
    Lassen Sie Ihren Verbands- oder Wäschewagen vor der Patiententür. So werden die Keime nicht von einem Zimmer zum nächsten getragen.
  • Empfehlung 12:
    Vermeiden Sie nach Möglichkeit das heftige Aufschütteln der Bettwäsche. Sie wirbeln damit nur eventuell kontaminierte Hautschuppen auf.
  • Empfehlung 13:
    Alle Pflegeutensilien, die Sie benötigen, verbleiben im Zimmer des Betroffenen.
  • Empfehlung 14:
    Alle Utensilien, die das Zimmer des Betroffenen verlassen        müssen, werden vorher gründlich mit einem geeigneten Desinfektionsmittel behandelt.
  • Empfehlung 15:
    Informieren Sie das Küchenpersonal und bringen Sie gebrauchtes Geschirr und Besteck möglichst gleich in der Küche zur Reinigung.

Lesen Sie "Praxis: Altenpflege" wenn Sie zusätzliches Praxiswissen über die Versorgung Ihrer Pflegekunden mit MRSA benötigen. Sie finden dort alle relevanten Informationen.

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