Wählen Sie das richtige Essen für Ihre Pflegekunden mit Schluckstörungen aus

Schluckstörung in der Pflege

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Eine Schluckstörung ist für Sie als Pflegekraft eine wahre Herausforderung. Nicht richtig erkannt, kann sie zu ernsten gesundheitlichen Folgen bei Ihrem Pflegekunden führen. Sei es, dass der Betroffene z. B. sich ständig verschluckt, Essensreste aspiriert, immer weiter an Gewicht verliert oder an Infektionen im Mundraum erkrankt. Daher ist es für Sie wichtig, Schluckstörungen zu erkennen und im nächsten Schritt geeignete Mahlzeiten in der richtigen Darreichungsform auszuwählen.

Sie brauchen noch zusätzliches Praxiswissen über die Versorgung Ihrer Pflegekunden mit Schluckstörungen? Dann lesen Sie „Praxis: Altenpflege”.

Es gibt verschiedene Ursachen und Erkrankungen, die zu einer Schluckstörung führen können. Zu den wesentlichen gehören die folgenden:

Mechanische Ursachen

  • Tumorerkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich
  • Tumore in der Speiseröhre
  • Infektionen im Mund- und Rachenbereich

Neurogene Schluckstörungen

  • Morbus Alzheimer
  • Demenz
  • Multiple Sklerose
  • Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
  • Morbus Parkinson

Sollten Sie vermuten, dass einer Ihrer Pflegekunden unter einer Schluckstörung leidet, sollten Sie folgendermaßen vorgehen:

  1. Klären Sie möglichst schon bei Einzug oder Übernahme Ihres neuen Pflegekunden ab, ob eine Schluckstörung aufgrund des vorhandenen Krankheitsbildes bekannt ist.
  2. Sollten Sie eine Schluckstörung bei Ihrem Pflegekunden erkennen, so erfragen Sie bei dem Betroffenen oder seinen Angehörigen, wie sich die Schluckstörung genau darstellt. Sollte dies nicht möglich sein, beobachten Sie im Team, wann die Schluckstörungen auftreten.
  3. Dokumentieren Sie, welche Nahrungsmittel und Flüssigkeiten genau Probleme bereiten.
  4. Klären Sie eine vorhandene Schluckstörung mit dem behandelnden Arzt ab.
  5. Lassen Sie von dem behandelnden Arzt nach Möglichkeit ein Ergotherapierezept für ein Essenstraining ausstellen.
  6. Klären Sie ab, welche die geeignete Kostform für Ihren Pflegekunden ist. Sprechen Sie hierzu nach Möglichkeit direkt mit dem Betroffenen, sonst mit den Angehörigen, dem Arzt und im Team mit Ihren Kollegen.

Die folgende Übersicht zeigt Ihnen verschiedene Kostformen, die Ihnen zur Auswahl stehen. Achten Sie, unabhängig von der Kostform, immer auf eine ausgewogene Ernährung Ihrer Pflegekunden.

Übersicht:

Verschiedene Kostformen bei einer Schluckstörung

Kostform

Beschreibung

Hinweise / Beispiele

Normal Kost

Normales Essen ohne besondere zusätzliche Bearbeitung.
Diese Kost ist für Pflegekunden geeignet, bei denen es keine Probleme bei der Nahrungsaufnahme gibt.

• Gegessen werden darf, was schmeckt.

Fingerfood

Die Speisen werden in kleinen, mundgerechten Stücken dem Pflegekunden dargeboten.
Diese Kostform eignet sich besonders gut für Menschen, die aufgrund einer Demenz oder einer anderen Erkrankung nicht mehr mit dem Besteck umgehen können.

• Kleine Canapés mit verschiedenen Aufstrichen
• kleine Lachsstücken dekoriert mit Petersilie
• kleine gebratene Stückchen aus Geflügel zusammengereicht mit Kartoffelstücken
• kleine Blechkuchenstücke

Pürierte Kost

Normale Kost, die mit einem Cutter, Mixer oder Pürierstab zerkleinert wird. Es verbleiben noch kleinste Stückchen in der Nahrung. So wird die Darmperistaltik Ihres Pflegekunden angeregt und seine Verdauung gefördert.
Der Betroffene sollte noch in der Lage sein, kleinste Kaubewegungen durchzuführen.

• Solange keine spezielle Diät verordnet wurde: Normalkost.
• Verzichtet werden sollte auf Reis, Salat, Blattgemüse und Nudeln. Diese Speisen sind zu körnig, fasrig oder kleben zu sehr am Gaumen Ihres Pflegekunden. So wird das Schlucken noch zusätzlich erschwert.

Passierte Kost

Normale Kost, die mit einem Cutter, Mixer oder Pürierstab zerkleinert wird. Anschließend werden die noch verbliebenen Speisekrümel aus dem Nahrungsbrei herausgesiebt.
Diese Essensvariante eignet sich für Pflegekunden, die kaum noch Kaubewegungen durchführen können.

• Solange keine spezielle Diät verordnet wurde: Normalkost.
• Verzichtet werden sollte auf Reis, Salat, Blattgemüse und Nudeln. Diese Speisen sind zu körnig, fasrig oder kleben zu sehr am Gaumen Ihres Pflegekunden. So wird das Schlucken noch zusätzlich erschwert.

Schaumkost

Bei der Schaumkost wird der Nahrungsbrei so lange weiter zerkleinert, bis er in einem fast flüssigen, schaumigen Zustand ist.
Sie kann von den Betroffenen auch ganz ohne Kaubewegungen zu sich genommen werden.

• Solange keine spezielle Diät verordnet wurde: Normalkost, die weiterverarbeitet wird.
• Auch Salate und Blattgemüse sind in dieser Variante möglich.

Worauf Sie sonst noch bei Pflegekunden mit Schluckstörungen achten sollten, können Sie in unserem Fachinformationsdienst „Praxis: Altenpflege” erfahren.

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