Demenz - Grundlagen und Fachbegriffe

Demenz und die Begleiterscheinungen

Das Wort Demenz stammt aus dem Lateinischen und setzt sich aus den Worten „de“ = „weg“ und „mens“ = „Geist, Verstand“ zusammen. Es gibt aber nicht die eine Demenz, sondern viele unterschiedliche Formen von Demenz. Sicherlich haben auch Sie in der Pflege schon häufig beobachten können, welche verschiedene Symptome bei Demenzkrankenauftreten und wie unterschiedlich der Verlauf einer Demenz sein kann.
Dennoch gibt es bestimmte Merkmale, die allen Demenzerkrankungengemeinsam sind. Hierzu gehören chronische (d.h. mindestens 6 Monate anhaltende) oder fortschreitende Denkschwierigkeiten sowie Gedächtnis- und Orientierungsprobleme bei teilweise klarem Bewusstsein.
Zu diesen kognitiven Einschränkungen kommen eine Reihe von Begleiterscheinungen hinzu, wie z. B. Veränderungen in der Stimmungskontrolle und im sozialen Verhalten. Betroffene haben Schwierigkeiten mit der räumlichen, zeitlichen, zeitlichen und / oder persönlichen Orientierung, die die Bewältigung des Alltags immer mehr zu einem Hindernisparcours werden lassen. Bei fortschreitender Erkrankung können sich Demenzkranke in vielen Dingen nicht mehr selbst helfen und sind auf professionelle Pflege angewiesen.

Lesen Sie mehr über Demenz in der Pflege in "Demenz: Pflege & Betreuung kompakt".

Die Demenzformen werden unterteilt in

  1. erstrangige bzw. primäre Demenz mit hirnorganischer Ursache und
  2. zweitrangige bzw. sekundäre Demenz, die durch verschiedene Organerkrankungen ausgelöst wird.

Übersicht - Unterteilung der Demenzformen

Die erstrangige oder primäre Demenz

Bei 90 % aller Demenzerkrankungen ist die Krankheitsursache im Gehirn zu finden. Diese Formen der Demenz werden als erstrangig oder primär bezeichnet und sind nicht reversibel. Das heißt, Primäre Demenz kann nicht geheilt werden. Primären Demenzen werden nochmals unterteilt in

  • degenerative Demenz,
  • vaskuläre Demenz,
  • sowie Mischformen.

Degenerative Demenz:

Eine degenerative Demenzzeichnet sich durch den Abbau (Degeneration) der Nervenzellen im Gehirn ab. Bei einer degenerativen Demenz schrumpfen die Nervenzellen bestimmter Hirnregionen oder sterben ganz ab. Etwa 70 % der primären Demenzen sind degenerative Demenzerkrankungen.

Hierzu zählen:

  • Morbus Alzheimer
  • Morbus Pick
  • Chorea Huntington
  • Morbus Parkinson

Vaskuläre Demenz:

15 % aller primären Demenzerkrankungen sind vaskuläre Demenzen. Ursache einer vaskulären Demenz sind kleine, häufig aufeinander folgende Hirninfarkte oder Durchblutungsstörungen im Gehirn.

Hinweis: Vaskuläre Demenzen lassen sich durch eine Therapie bezüglich der Risikofaktoren Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Fettstoffwechselstörungen in ihrem Verlauf positiv beeinflussen.

Mischformen:

Mit zunehmendem Alter treten bei den Betroffenen häufig Mischformen der degenerativen und vaskulären Demenz auf. Diese machen die übrigen ca. 10 bis 15 % aller primären Demenzen aus.

Die zweitrangige oder sekundäre Demenz

Ca. 10 % der Betroffenen leiden unter sekundären Demenzerkrankungen. Ursachen der sekundären Demenzen liegen in verschiedenen Organerkrankungen.

Hinweis: Bei einer sekundären Demenz ist es möglich, die geistige Leistungsfähigkeit der Betroffenen durch Behandlung der Ursachen und gezielte Rehabilitation teilweise wieder herzustellen.

Ursachen für eine sekundäre Demenz:

  • chronische Intoxikationen oder Infektionen
  • Vitaminmangel (B1, B12)
  • Elektrolytveränderungen
  • Anämie
  • Sauerstoffmangel
  • Stoffwechselstörungen ( z. B. Schilddrüsenerkrankungen)
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Mangelernährung
  • Herz-Kreislauf-Insuffizienz
  • Depression (Pseudo-Demenz)
  • Tumore

Alle wichtigen Informationen zum Thema Demenz in der Pflege finden Sie in "Demenz: Pflege & Betreuung kompakt".

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