Gehen Sie empathisch mit schamvollen Situationen in der Praxis um

Pflege und Schamgefühl

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Immer wieder kommt es bei der Pflege zu Situationen, die für Ihre Pflegekunden unangenehm sind. Vielfach schämen sich die Betroffenen bei pflegerischen Handlungen, die für Sie selbst ganz selbstverständlich sind und zu Ihrem Arbeitsalltag gehören. Für Sie ist es aber wichtig zu wissen, dass jeder Mensch sein ganz eigenes Schamgefühl besitzt. Was für den einen Erkrankten keine Probleme darstellt, kann einem anderen Pflegekunden die Schamröte ins Gesicht treiben. Entscheidend ist, dass Sie rechtzeitig erkennen, wenn Sie die Schamgrenze Ihres Pflegekunden erreicht haben. So können Sie entsprechend darauf reagieren. Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei, mit schamvollen Situationen in der Pflege zukünftig noch besser umgehen zu können.

Alle wichigen Informationen zum Thema Schamgefühl in der Pflege finden Sie in "Demenz: Pflege und Betreuung kompakt".

Tipp 1: Gehen Sie nach Möglichkeit immer auf die geschlechtsspezifischen Wünsche Ihrer Pflegekunden ein. Wenn eine Kundin von Ihnen nur von einer Schwester versorgt werden möchte, dann sollten Sie diesen Wunsch selbstverständlich akzeptieren und berücksichtigen. Vermerken Sie diesen Wunsch auch unbedingt in Ihrer Pflegeplanung.

Tipp 2: Hängen Sie während Ihrer Pflege immer ein „Bitte nicht stören“-Schild an die Tür. So können Sie Ihrem Pflegekunden eine zusätzliche Sicherheit vermitteln, dass Sie während der Pflege nicht durch Dritte gestört werden.

Tipp 3: In Doppelzimmern sollten Sie vor Beginn Ihrer pflegerischen Arbeit immer einen Sichtschutz (spanische Wand) aufstellen.

Tipp 4: Wenn Sie bemerken, dass Ihr Pflegekunde sich während der Pflege schämt, dürfen Sie sein Schamgefühl nicht verharmlosen. Gehen Sie auf seine Gefühle ein und sprechen Sie darüber. Überlegen Sie gemeinsam, wie Sie die Situation für den Betroffenen so angenehm und erträglich wie möglich gestalten können.

Tipp 5: Viele Ihrer Pflegekunden leiden an einer demenziellen Erkrankung. Ihnen ist es oft nicht mehr möglich, über ihre Gefühle zu sprechen und sie deutlich auszudrücken. Dennoch leiden auch sie genauso unter einem Schamgefühl wie Ihre anderen Kunden in der Pflege auch. Hier ist es besonders wichtig, auf die Mimik und Gestik der Erkrankten zu achten. Denn daran können Sie oft erkennen, ob Ihr Pflegekunde unter Schamgefühlen leidet oder nicht.
Als Beispiel könnte genannt werden: Der Erkrankte klammert sich an seiner Bettdecke fest, er versucht, Sie bei der Pflege zu beißen oder sogar zu bespucken.

Tipp 6: Die Zusammenarbeit mit den Angehörigen kann oft wichtige Anhaltspunkte dafür liefern, wie Sie solche schamhaften Situationen für Ihren Pflegekunden entspannen können.

In "Demenz: Pflege und Betreuung kompakt" finden Sie noch mehr Informationen zum Thema Schamgefühl in der Pflege speziell bei Menschen mit Demenz.

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