Sterbebegleitung - So gelingt die Pflege von Menschen mit Demenz
Die letzte Lebensphase von Menschen mit Demenz
Menschen mit Demenz leben in ihrer letzten Lebensphase meist völlig in ihrer eigenen Welt. Deswegen stellt die Stebebegleitung von Menschen mit Demenz oft eine besondere Herausforderung dar. Nur selten lässt sich die Sterbephase auf einen überschaubaren Zeitraum eingrenzen. Häufig weicht der für an Demenz Erkrankte typische Bewegungsdrang in der Sterbephase einer inneren Ruhe. Die Erkrankten ziehen sich in sich zurück und nehmen von sich aus nur noch wenig an dem Geschehen um sie herum teil. Immer häufiger werden dann eine richtige Schmerztherapie und die Nahrungsaufnahme zu einem Problem.
Informieren Sie sich noch umfassender über Sterbebegeleitung bei Demenz in der Pflege in "Demenz: Pflege & Betreuung kompakt".
Emotionale Wahrnehmung bleibt bei Menschen mit Demenz erhalten
Allerdings bleibt – trotz der Abnahme der kognitiven Fähigkeiten – die emotionale Wahrnehmung weitestgehend erhalten. So reagieren Menschen mit Demenz intuitiv und spontan auf Situationen, die sie kognitiv zwar nicht mehr adäquat erfassen können, die sie aber emotional erreichen. Daher sind Ihre Patienten in der letzten Lebensphase mehr als bisher auf Ihre Begleitung und Zuwendung angewiesen. In dieser Phase brauchen sie eine einfühlsame Pflegekraft, die aus der Gestik, Mimik und Lautäußerungen die Bedürfnisse und Wünsche erkennen und interpretieren kann. Wie Sie dem Demenzkranken ein würdevolles Sterben ermöglichen und ihm eine gute Sterbebegleitung zukommen lassen, lesen Sie hier.
Sterbebegleitung mit Geborgenheit und angenehmer Atmosphäre
- Menschen mit Demenz reagieren sehr sensibel auf zu viele Reizangebote.
- In der Sterbephase können sie sich nicht gegen Reize von außen wie lautes Sprechen, Musik oder andere Geräusche wehren und sind diesen schutzlos ausgeliefert. Das heißt aber keinesfalls, dass sie absolute Ruhe benötigen.
- Versuchen Sie, für die Sterbebegleitung eine harmonische Umgebung herzustellen, in der sich Ihr Patient geborgen fühlt.
- Das gelingt Ihnen am besten, wenn Sie immer wieder versuchen, gezielt alle Sinne des Menschen mit Demenz anzusprechen.
- Lassen Sie ihn wohl dosiert schmecken, hören, fühlen, sehen, riechen und beobachten Sie dabei genau seine Reaktionen.
Hinweis: Je übersichtlicher, freundlicher, harmonischer und beruhigender die Umgebung ist und je mehr Sie das Gefühl von Geborgenheit vermitteln können, desto entspannter wirken Menschen mit Demenz in der Regel.
Mehr zu Sterbebegeleitung bei Demenz in der Pflege finden Sie in "Demenz: Pflege & Betreuung kompakt".
Nonverbale Kommunikation ist in der Sterbebegleitung besonders wichtig
Da der Erkrankte häufig nicht mehr in der Lage ist, sich verbal mitzuteilen, sollten Sie viel nonverbal kommunizieren. Aber auch einfache Sätze, langsam gesprochen und wiederholend, werden meist noch lange verstanden. Formulieren Sie diese so, dass Freundlichkeit und Wärme mit schwingen. Es ist nicht immer wichtig, was Ihre Sätze aussagen, sondern wie Sie etwas formulieren und was Sie ausstrahlen.
Hinweis: Auch wenn der Mensch mit Demenz Ihre Worte nicht mehr versteht, die Beziehung, die sich im Gespräch aufbaut, wird bemerkt und schafft ein Wohlfühlgefühl.
Zeigen Sie durch Berührungen: Sie sind nicht allein
Die Hand halten, in den Arm nehmen, sanftes Streicheln oder basale Stimulation gewinnen in der Sterbebegleitung zunehmend an Bedeutung und zeigen dem Erkrankten, dass er nicht allein ist. Während der täglichen Pflege können Sie z. B. durch bewusstes Berühren ein angenehmes Gefühl schaffen. Durch den Körperkontakt vermitteln Sie Signale wie „Ich werde gemocht“ oder „Ich bin geborgen“. Diese Signale entsprechen fast immer den Bedürfnissen und Wünschen, die sich Menschen mit Demenz in ihrer letzten Lebensphase erhoffen und die sie brauchen. Durch Berührungen und Körperkontakterreichen Sie tiefere Schichten im Stammhirn. Sie werden dort aufgenommen und in Erlebnisse umgesetzt. Achten Sie aber darauf, dass nicht jedem Erkrankten Berührungen gleichermaßen angenehm sind.
3 Tipps zum Essen in der Sterbebegleitung
- Wenn der Erkrankte noch essen kann und mag, sind die Mahlzeiten eine der wenigen verbliebenen Beschäftigungs- und Genussmöglichkeiten für ihn.
- Sie sollten deshalb so lange wie möglich aufrechterhalten werden. Besonders süße Speisen werden in diesem Stadium bevorzugt.
- Achten Sie darauf, dass die Atmosphäre während der Mahlzeiten entspannt und stressfrei gestaltet wird. Den Appetit können Sie z. B. durch entsprechende Gerüche anregen.
Mit Schmerztherapie die letzte Lebensphase würdevoll gestalten
Für die meisten älteren Menschen äußern den Wunsch, in ihrer Sterbephase möglichst wenig zu leiden und schmerzfrei zu sterben. Die Zusammenarbeit mit den Ärzten hat sich bezüglich der Schmerzbekämpfung in den letzten Jahren erheblich verbessert, nicht zuletzt unter dem Stichwort „Palliative Care“. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass alte Menschen mit Demenz zu wenig Analgetika erhalten. Sollten Sie also bei Ihren Patienten immer wieder lautes Schreien, Wimmern, verkrampfte Haltungen, Apathie oder Unruhe beobachten, denken Sie daran, dass diese Äußerungen eine Folge von Schmerzen sein können, die vom Betroffenen nicht mehr artikuliert werden können.
Lesen Sie auch in "Demenz: Pflege & Betreuung kompakt" mehr zum Thema Sterbebegeleitung bei Demenz in der Pflege .
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