Ergebnisse der modellhaften Implementierung des Expertenstandards „Ernährungsmanagement“ liegen vor

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Die Ergebnisse der modellhaften Implementierung wurden im Februar 2010 im Rahmen eines Workshops in der Charité in Berlin vorgestellt. Wir haben hier für Sie die wichtigsten Fakten zusammengefasst.
Die Vorstellung der Ergebnisse aus dem Implementierungsprojekt erfolgte sowohl aus dem Blickwinkel der wissenschaftlichen Begleitung als auch aus Sicht der Praxis der Altenpflege. Das für Sie interessante Fazit:
- Der Expertenstandard „Ernährungsmanagement“ stellt hohe Anforderungen an die pflegerische Einschätzung von Ernährungsrisiken und seine Einführung. Ziel des Standards ist die Sicherstellung einer bedarfsgerechten Ernährung durch die frühzeitige Erfassung und Bewertung ernährungsrelevanter Gesundheitsprobleme, eine angemessene Unterstützung und Umgebungsgestaltung, spezifische Maßnahmen sowie ein geeignetes Nahrungsangebot, Aspekte, die eine Mangelernährung verhindern und bestehenden Defiziten entgegenwirken.
- Eine enge Kooperation aller mit dem Thema Ernährungsmanagement befassten Berufsgruppen wird voraussetzt, d. h. Mitarbeiter aus den Bereichen Pflege, Küche und Hauswirtschaft.
Weitere Informationen zum Thema Expertenstandards in der Pflege finden Sie in "Praxis: Altenpflege".
Hinweis: Für ein wirksames Ernährungsmanagement ist daher eine bereichsübergreifende Verfahrensregelung, in der Sie Ablaufpfade und Verantwortlichkeiten der einzelnen Berufsgruppen klar benennen, unverzichtbar. Das heißt, Sie müssen genau festlegen, welche Personen für welche Bereiche im Prozess der Nahrungsbereitstellung und der Unterstützung der Senioren beim Essen verantwortlich sind. Auch diejenigen, die das Geschirr abräumen, müssen eingebunden werden. Denn wenn jemand über längere Zeit sein Essen nicht aufisst, müssen Sie reagieren. Sonst droht die Gefahr der Mangelernährung.
Von den Projektbeauftragten aus den beteiligten Einrichtungen wird dem Expertenstandard durchweg hohe Relevanz, Praxistauglichkeit und Akzeptanz bescheinigt. Dies bestätigen aus Sicht des wissenschaftlichen Teams des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) auch die Ergebnisse des abschließenden Audits. Der großen Bedeutung des Themas Ernährung entsprechend wird allen Einrichtungen daher eine flächendeckende Einführung des Expertenstandards empfohlen. Die Anwendung des Expertenstandards ist nicht zuletzt durch die Transparenzkriterien verpflichtend vorgegeben.
Aus allen Einrichtungsarten ist im Rahmen der Standardeinführung von ausgedünnten Personalressourcen berichtet worden. Hier ist die besorgniserregende Tendenz festzustellen, dass Personalknappheit nicht nur aus Personalabbau in den Einrichtungen resultiert, sondern zunehmend auch auf unbesetzte Stellen zurückzuführen ist, für die kein qualifiziertes Personal gefunden werden kann. Für das Ernährungsmanagement ergibt sich daraus die Konsequenz, dass geringer qualifiziertes Personal wie Pflegehelfer und Aushilfen vor dem Hintergrund sinkender Fachkraftquoten zunehmend an der Umsetzung von Maßnahmen beteiligt wird. Die Herausforderung für Sie und Ihre zuständigen Mitarbeiter besteht somit in der richtigen Aufgabenverteilung im pflegerischen Team. Außerdem müssen Sie eine Entscheidung für eine adäquate Pflegeorganisationsform, idealerweise dem Primary Nursing treffen, da die Anwendung von Expertenstandards Pflegefachkräften vorbehalten ist. Die Bezugspflege hat den Vorteil, dass sich Ihre Pflegekraft und der Bewohner/Patient besser kennen. Sie weiß z. B. sofort, warum Herr Müller heute sein Essen größtenteils zurückgehen lässt, da er ihr gestern erzählt hat, dass er gerade Probleme mit seinem Gebiss hat. Bei wechselndem Personal gehen die Mitarbeiter sicher davon aus, dass er heute einfach keinen Appetit hatte.
Diskutiert wurde auch die Bedeutung des § 113a Pflege-Weiterentwicklungsgesetz (PfWG) für die zukünftige Entwicklung von Expertenstandards in der Pflege. Sowohl Dr. Matthias von Schwanenflügel vom Bundesministerium für Gesundheit als auch Klaus Dumeier vom
GKV-Spitzenverband betonten, dass zukünftig keine Abstriche an der methodischen und fachlichen Entwicklung zu befürchten seien.
Alles zum Thema Expertenstandards in der Pflege finden Sie in "Praxis: Altenpflege".
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