Keine Angst vor der Versorgung Ihrer Pflegekunden mit Hepatitis C

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"Frau Meyer darfst du aber nur mit Handschuhen anfassen, die hat nämlich Hepatitis C und ist hochansteckend." Das war die Aussage meiner Anleiterin, als ich während meiner Ausbildung das 1. Mal eine Pflegekundin mit dieser Erkrankung versorgen sollte. Kommt Ihnen das irgendwie bekannt vor? Auch heute, 20 Jahre später, herrscht oft immer noch eine große Verunsicherung bei den Pflegekräften, wie mit einem an Hepatitis C erkrankten Pflegekunden umgegangen werden muss. Alle für Sie wichtigen Informationen erhalten Sie im Folgenden.
Sie brauchen noch zusätzliches Praxiswissen über die Versorgung Ihrer Pflegekunden mit Hepatitis C? Dann lesen Sie auch unseren Informationsdienst "Praxis: Altenpflege".
Was genau ist Hepatitis C?
Hepatitis C ist eine ansteckende Infektionserkrankung, die zu einer Entzündung der Leber führt. Hervorgerufen wird sie durch das Hepatitis-C-Virus. In ca. 80 % aller Infektionen heilt die Erkrankung nicht mehr aus, sondern wird chronisch. Die chronische Leberentzündung kann im Laufe der Zeit zu einer Leberzirrhose oder schlimmstenfalls zu Leberkrebs führen. Eine vorsorgliche Impfung, wie gegen die Hepatitis A und Hepatitis B, steht derzeit nicht zur Verfügung.
So erfolgt die Ansteckung mit dem Hepatitis-C-Virus
Die Erkrankung ist ausschließlich über Blut, Sperma und Vaginalsekret übertragbar. Es ist also nicht notwendig, infizierte Pflegekunden in einem Pflegeheim oder auch zu Hause zu isolieren oder ihnen gar die Teilnahme an Veranstaltungen oder anderweitige soziale Kontakte zu verwehren. Auch müssen Sie die betroffenen Pflegekunden im normalen Umgang nicht mit Handschuhen anfassen.
Dadurch wird Hepatitis C nicht übertragen
Immer noch herrschen abenteuerliche Gerüchte über die Ansteckungswege des Hepatitis-C-Virus. So glauben fälschlicherweise immer noch viele Menschen, dass die Erkrankung übertragen wird durch
- Niesen oder Husten des Erkrankten
- Küssen
- Benutzung des gleichen Bades oder der Toilette
- Zubreitung der Mahlzeiten durch den Erkrankten
- Händchenhalten oder Umarmungen
- die Luft
Diese Vorstellungen sind nicht nur falsch, sondern sie schüren natürlich auch die Angst vor dem Umgang mit den Erkrankten und damit unnötig deren gesellschaftliche Isolation.
Folgende Hygienemaßnahmen müssen von Ihnen beachtet werden
Nichtsdestoweniger müssen Sie beim Umgang mit einem Hepatitis-C-Erkrankten einige Hygienemaßnahmen einhalten, um eine Ansteckung für sich und andere Pflegekunden zu vermeiden:
- Jeder Gegenstand, an dem sich auch nur in kleinsten Mengen Blut befinden könnte, darf ausschließlich von dem erkrankten Pflegekunden verwendet werden. In der Praxis betrifft dies vor allen Dingen
- Bei blutenden Verletzungen muss der Pflegekunde sofort verbunden werden. Verbände, die mit Blut verunreinigt sind, müssen sofort entsorgt werden.
- Spritzen und Kanülen sind sofort nach Gebrauch in einem geeigneten Sammelbehälter sicher zu entsorgen.
- Mit Blut verunreinigte Flächen sind sofort mit einem geeigneten Flächendesinfektionsmittel zu reinigen.
- Mit Blut verunreinigtes Geschirr muss bei höchstmöglicher Temperatur in der Geschirrspülmaschine gereinigt werden. Es ist empfehlenswert, verunreinigtes Geschirr separat zu transportieren und das Hauswirtschaftspersonal entsprechend zu informieren.
Auf der Webseite Kompetenznetz Hepatitis finden Sie noch weitere Informationen zur Hepatitis C.
Worauf Sie bei Pflegekunden mit Hepatitis C sonst noch achten sollten, können Sie in unserem Fachinformationsdienst "Praxis: Altenpflege erfahren.
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