Das müssen Sie über den Norovirus wissen

Norovirus in der Pflege

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Jedes Jahr aufs Neue erkranken viele Menschen an einem akuten Magen-Darm-Infekt mit starkem Erbrechen und Durchfällen. Häufig ist eine Infektion mit dem Norovirus der Grund allen Übels. Dieser Virus ist hoch ansteckend. Erfahren Sie, worum es sich bei diesem Erreger handelt, wie Sie sich und Ihre Pflegekunden schützen können und welche Pflegemaßnahmen Sie bei einem akuten Krankheitsausbruch durch den Norovirus beachten sollten.

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Was ist ein Norovirus?

Der Norovirus gehört zur Familie der Caliciviridae. Diese Viren sind extrem klein (4-mal kleiner als der Grippevirus) und hoch ansteckend. Der Norovirus kommt weltweit vor, jedoch ist der Mensch der einzige Träger dieses Virus. Eine Übertragung erfolgt daher nur von Mensch zu Mensch. Er überlebt Temperaturschwankungen von –20 bis +60 °C und bleibt auch außerhalb des menschlichen Körpers lebensfähig.

Warum ist die Ansteckungsgefahr so groß?

  • Um sich mit dem Norovirus zu infizieren, reicht schon die minimalste Menge von 10–100 Virus-Partikeln aus.
  • Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch.
  • Die Hauptinfektionsquellen sind Stuhl und Erbrochenes, aber auch kontaminierte Gegenstände wie Türklinken, Handtücher, Bettwäsche oder Kleidung.
  • Auch verunreinigte Speisen und Getränke können eine Infektion hervorrufen.
  • Die Ansteckungsgefahr bleibt noch bis zu 2 Tage nach dem Abklingen der Krankheitssymptome bestehen.

Wie lange dauert es von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung?

Die Inkubationszeit bei einer Infektion mit dem Norovirus beträgt bis zu 3 Tagen.

Welche Symptome treten bei einer Norovirus-Infektion auf?

Eine Infektion zeigt folgende Symptome:

  • Erbrechen
  • Übelkeit
  • Starke Durchfälle
  • Hoher Flüssigkeitsverlust
  • Schwankungen im Elektrolythaushalt
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit

Die Dauer der Erkrankung variiert zwischen 10–70 Stunden. Durch den hohen Flüssigkeitsverlust kann es in schweren Fällen zu einer akuten Lebensgefahr für den Erkrankten kommen.

Mit welchen Medikamenten wird der Norovirus behandelt?

Es gibt keine Medikamente, die zur Bekämpfung des Virus eingesetzt werden könnten. Dementsprechend können nur die Symptome, die der Virus verursacht, behandelt werden.

Das können Sie bei einer Erkrankung Ihres Pflegekunden mit dem Norovirus tun:

  • Geben Sie dem Erkrankten vor allem viel zu trinken. Tee und Wasser, idealerweise mit einer Elektrolytlösung angereichert, sind hier die Getränke der 1. Wahl.
  • Wenn der Erkrankte Appetit hat, können Sie ihm Zwieback zum Essen anbieten.
  • Bei schweren Verläufen ist es manchmal notwendig, den Erkrankten, nach ärztlicher Anweisung, mit Infusionen zu behandeln.

Diese Hygieneregeln sollten Sie bei einem Krankheitsausbruch unbedingt beachten:

  • Der Erkrankte sollte sich nach jedem Toilettengang nicht nur die Hände waschen, sondern sie auch mit einem geeigneten Händedesinfektionsmittel desinfizieren.
  • Desinfizieren Sie die Toilette nach jeder Benutzung mit einem geeigneten Flächendesinfektionsmittel.
  • Ihr kranker Pflegekunde sollte unbedingt Bettruhe einhalten.
  • Ein Kontakt zu anderen Bewohnern ihres Heimes sollte nach Möglichkeit nicht stattfinden.
  • Tragen Sie selbst grundsätzlich Einmalhandschuhe, wenn Sie mit Erbrochenem oder Stuhl in Kontakt kommen.
  • Alle benutzten Alltagsgegenstände dürfen nur von dem Erkrankten verwendet werden.
  • Kleidung, Handtücher, Waschlappen und Bettwäsche müssen bei 95 °C gewaschen werden.
  • Stellen Sie einen separaten Abwurfwagen für Textilien in das Zimmer Ihres Pflegekunden.
  • Desinfizieren Sie Türklinken, den Nachttisch und andere Gegenstände, mit denen der Erkrankte in Berührung kam, mit einem geeigneten Desinfektionsmittel.
  • Wechseln Sie Ihre Dienstkleidung zwingend nach jeder Schicht.
  • Bei der Versorgung eines erkrankten Pflegekunden sollten Sie zusätzlich über Ihrer Dienstkleidung einen Schutzkittel und Einmalhandschuhe tragen. Verwerfen Sie beides nach der Versorgung Ihres Pflegekunden.
  • Achten Sie unbedingt auf eine sehr gründliche Händedesinfektion nach der Versorgung des erkrankten Pflegekunden.

Welches ist das geeignete Desinfektionsmittel?

Das angewendete Desinfektionsmittel muss gegen Polio- und/oder gegen Adenoviren wirken. Lesen Sie daher unbedingt die Angaben des Herstellers auf der Verpackung. Am besten ist es aber, Sie lassen sich in der Apotheke Ihres Vertrauens beraten.

Hinweis: Informieren Sie bei einer gesicherten Diagnose durch den behandelnden Arzt unbedingt Ihre Heim- oder Pflegedienstleitung über die Erkrankung.
Eine Norovirus-Infektion ist beim Gesundheitsamt meldepflichtig!

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