Ermutigen Sie die Familie, die verbleibende Zeit sinnvoll zu nutzen

Palliativpflege und Angehörige

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Wenn die Lebenszeit eines Menschen durch eine schwere Krankheit auf eine absehbare Zeit limitiert ist, ist das dramatisch für alle Beteiligten. Doch trotz aller Tragik haben die betroffenen Familien die Möglichkeit, dass sie sich gemeinsam auf den Tod, das Abschiednehmen und den Verlust vorbereiten können. Ganz im Gegensatz zu Familien, die beispielsweise durch einen Unfall plötzlich auseinandergerissen werden. Dennoch nutzen nicht alle die verbleibende Zeit. Geben Sie daher Anleitungen und Hinweise, wie sie die letzte Zeit mit ihrem Angehörigen gut und sinngebend gestalten können.

In „Palliativpflege heute” finden Sie noch weitere erprobte Empfehlungen zum Abschiednehmen und zum vertrauensvollen und harmonischen Gestalten der letzten Lebenswochen.

Folgende Tipps können Sie den Betroffenen mit auf den Weg geben:

1. Tipp: Wird der Erkrankte zu Hause gepflegt, empfehlen Sie den Angehörigen, in den letzten Lebenswochen des Betroffenen nicht zu viel Zeit und Energie in die reine Pflegearbeit zu stecken. Besser ist es, den größten Teil der Pflege einem Pflegedienst anzuvertrauen. Die Zeit, die dadurch frei wird, sollte besser für Gespräche und Gemeinsamkeiten genutzt werden.

2. Tipp: Ermutigen Sie die Angehörigen, so viel Zeit wie es nur geht mit dem Erkrankten zu verbringen. Solange es noch möglich ist, sollte jede Gelegenheit genutzt werden, kleine gemeinsame Unternehmungen durchzuführen. Dies kann ein gemeinsamer Spaziergang sein, aber auch das Hören klassischer Musik. Jede Minute, die nun gemeinsam verbracht werden kann, ist unendlich wertvoll – für den Erkrankten genauso wie für die Angehörigen.

3. Tipp: In fast jeder Familie gab es in der Vergangenheit Ereignisse und Streitereien, die die ganze Familie belasten. Jetzt ist es an der Zeit, diese Dinge anzusprechen. Erinnern Sie die einzelnen Familienmitglieder daran, dass die Zeit, Missverständnisse und Streitigkeiten zu bereinigen, nie mehr wiederkommen wird. Sollte die Gelegenheit ungenutzt bleiben, kann es sein, dass dies bis zum eigenen Lebensende bereut wird.

4. Tipp: Regen Sie die Angehörigen an, den Erkrankten ganz gezielt nach unerfüllten Wünschen zu fragen. Was gibt es, das er in seinem Leben unbedingt einmal oder noch einmal erleben will? Die meisten werden sich wundern, dass es nicht die großen Dinge sind, wie z. B. eine Weltreise, an denen das Herz hängt. In der Regel sind es Kleinigkeiten, wie der Besuch eines Cafés oder des Gartens, die dem Erkrankten eine große Freude bereiten würde.

5. Tipp: Immer wieder können Sie erleben, dass für die Angehörigen nach Versterben des Erkrankten die Frage nach der richtigen, „wunschgemäßen” Bestattung im Raum steht. Zu Lebzeiten haben sich die Angehörigen nicht getraut, den Sterbenden nach seinen Wünschen zu fragen. Auch der Sterbende hat seine Wünsche nicht geäußert, da er seine Angehörigen nicht belasten wollte. Erklären Sie daher rechtzeitig beiden Seiten, wie wichtig und entlastend es für alle Beteiligten sein kann, über den nahenden Tod und die Wünsche in Bezug auf die Beerdigung zu sprechen. Unter Umständen ist es sogar möglich, dass die Familie gemeinsam die Bestattung und die Trauerfeier plant. So weiß der Erkrankte, dass seine Wünsche später erfüllt werden, und die Angehörigen können sich im sicheren Wissen, dass alles nach Wunsch verläuft, am Tage der Bestattung in Ruhe und Würde von dem Verstorbenen verabschieden.

In „Palliativpflege heute” finden Sie noch weitere Ideen und Informationen zu einer sinngebenden Gestaltung der letzten Lebenswochen.

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