So setzen Sie nach Bedarf die richtige Fragetechnik ein

Fragetechniken in der Altenpflege

© Gina Sanders - Fotolia.com

Um Ihre Arbeit richtig durchführen zu können, benötigen Sie Informationen von Ihren Pflegekunden. Diese erhalten Sie nur dann, wenn Sie mit Ihren zu Pflegenden sprechen und sie nach den fehlenden Informationen befragen. Doch bekommen Sie auch immer die Informationen, die Sie wollen? Der richtige Einsatz unterschiedlicher Fragetechniken kann Ihnen helfen, Ihren Informationsbedarf effektiv zu decken.

Worauf Sie sonst noch achten sollten, damit Sie auf Ihre Fragen auch die richtigen Antworten bekommen, können Sie in „Palliativpflege heute” nachlesen.

Fragetechniken

   Die geschlossene Frage

Die geschlossene Frage ist eine Fragetechnik, die sich sehr gut dann anbietet, wenn Sie wenig Zeit haben und nur eine kurze Information brauchen. Ihre Frage sollte sich dann auch nur auf einen einzigen Sachverhalt beziehen. Bei einer geschlossenen Frage kann Ihr Pflegekunde Ihnen schnell mit einem Wort die notwendige Auskunft geben.

Beispiele:

  • Haben Sie heute Nacht gut geschlafen? – Ja.
  • Hat die Schmerztablette gewirkt? – Ja.
  • Haben Sie aktuell Schmerzen? – Nein.

   Die offene Frage

Offene Fragen eignen sich sehr gut, wenn es darum geht, in einem Gespräch zusätzliche oder neue Informationen zu erhalten. Sie lassen dem Befragten die Möglichkeit, seine Antwort frei zu gestalten. Diese Art der Fragetechnik können Sie sehr gut in einem Aufnahmegespräch, beim Erstkontakt mit einem neuen Pflegekunden und bei der Erörterung schwerwiegender Probleme einsetzen.
Offene Fragen beginnen mit einer so genannten W-Frage (wie, was, wozu, weshalb, wie  lange etc.?).

Beispiele:

  • Wie haben Sie in den letzten Nächten geschlafen?
  • Wie sollen wir mit Ihrer beständigen Traurigkeit am besten umgehen?
  • Was gibt es noch, das Sie von mir wissen möchten?
  • Weshalb glauben Sie, dass Ihnen die jetzige Therapie nicht helfen wird?

   Die Kontrollfrage

Die Kontrollfrage ist eine Unterkatergorie der geschlossenen Frage. Sie dient Ihnen in erster Linie dazu, sich zu versichern, dass Sie das Besprochene oder die Antwort Ihres Pflegekunden richtig verstanden haben. Das ist für Sie dann wichtig, wenn es um schwerwiegende Entscheidungen / Sachverhalte geht, wie z. B. die Verweigerung eines wichtigen Medikamentes oder die Ablehnung weiterer Untersuchungen. Setzen Sie diese Frageform immer dann ein, wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie Ihren Pflegekunden auch wirklich korrekt verstanden haben.

Beispiele:

  • Habe ich Sie richtig verstanden, Sie wollen wirklich keine weiteren Untersuchungen mehr, um Ihre Herzbeschwerden weiter abzuklären?
  •  Habe ich Sie richtig verstanden, Sie lehnen das Medikament ab, weil Ihnen davon immer übel wird?

   Die Alternativfrage

Auch die Alternativfrage gehört zu den geschlossenen Fragen. Sie sollten sie einsetzen, wenn Sie schnell eine Information benötigen, Ihrem Pflegekunden aber die Wahl zwischen 2 Alternativen geben möchten. Sie lassen so Ihrem Pflegekunden die Möglichkeit, sich selbst für die Alternative zu entscheiden, die ihm persönlich lieber ist.

Beispiele:

  • Wollen Sie heute zum Mittagessen lieber das Wiener Schnitzel oder das vegetarische Gericht?
  • Möchten Sie lieber einen Hausanzug oder Ihren Morgenmantel anziehen?
  • Möchten Sie heute Morgen oder heute Nachmittag aufstehen?

Sie haben noch weitere Fragen zum Thema „Kommunikation mit Schwerstkranken“? Dann lesen Sie unseren Fachinformationsdienst „Palliativpflege heute”.

Weitere Informationen

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