Schaffen Sie Vertrauen zwischen Ihnen und den Angehörigen

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„Also ich weiß nicht, wie oft ich es Ihnen noch sagen soll, aber ich weiß ganz genau, dass meine Mutter ihr Brot nicht mehr allein essen kann. Und dass sie in letzter Zeit so abgenommen hat, liegt bestimmt daran, dass Sie sich nicht richtig um sie kümmern!“ Solche oder ähnliche Beschwerden werden Sie in der Palliativpflege sicherlich auch schon das ein oder andere Mal von Angehörigen zu hören bekommen haben. Die Tatsache, dass die besagte Mutter eine Krebserkrankung im fortgeschrittenen Stadium hat, wird in solchen Situation gerne von den Angehörigen völlig ausgeblendet. Was aber können Sie tun, wenn Angehörige Sie mit augenscheinlich unberechtigten Vorwürfen konfrontieren?
Weitere Informationen zum Thema Konflikt mit den Angehörigen in der Pflege finden Sie in "Palliativpflege heute" .
Tipps für einen konstruktiven und vertrauensfördernden Umgang mit schwierigen Angehörigen
Tipp 1: Machen Sie sich immer bewusst, dass Angehörige nicht Sie persönlich meinen. Viele Angehörige quälen sich mit Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen herum, weil sie den Pflegebedürftigen in ein Heim geben mussten. Oft werden diese Gefühle noch durch Vorwürfe der Pflegebedürftigen bei Besuchen verstärkt.
Tipp 2: Gehen Sie nicht auf Konfrontationskurs mit den Angehörigen, auch, wenn Sie das Gefühl haben, dass die Vorwürfe ungerechtfertigt sind. Machen Sie sich bewusst, dass Angehörige die geschilderte Situation so selbst erleben. Für sie ist sie erst einmal Realität. Hören Sie sich daher ihre Beschwerden ruhig an und nehmen Sie sie ernst.
Tipp 3: Versuchen Sie, den Angehörigen in einem ruhigen und sachlichen Ton die Situation aus Ihrer professionellen Sicht zu schildern. Begründen Sie Ihre geplante oder durchgeführte Pflegemaßnahme z. B. durch neueste Pflegeuntersuchungen, ärztliche Anordnung oder Ähnliches. Vielfach sind es fehlendes Wissen und mangelnde Hintergrundinformationen, die zu Missverständnissen und einer falschen Bewertung einer Pflegesituation führen.
Tipp 4: Überlegen Sie ernsthaft, ob die Angehörigen vielleicht Recht haben könnten. Viele haben den Pflegebedürftigen zu Hause schon jahrelang selbst versorgt. Sie kennen die Bedürfnisse, aber auch die Eigenheiten des Pflegebedürftigen oft sehr genau. Vielleicht ist es gerade in diesem speziellen Fall so, dass Ihre Pflegemaßnahme zwar aus pflegewissenschaftlicher Sicht richtig ist, aber bei Ihrem Pflegekunden leider nicht den gewünschten Erfolg nach sich zieht. Beziehen Sie daher immer das Wissen der Angehörigen aktiv bei Ihrer Pflege mit ein.
Tipp 5: Ein guter Weg für ein vertrauensvolles Miteinander ist es, wenn Sie Angehörige nach ihren Meinungen und Erfahrungen fragen. Sie geben so die Möglichkeit, sich auch weiterhin noch aktiv an der Pflege zu beteiligen. Zwar nicht mehr körperlich, so doch mit Rat und viel Erfahrungswissen. Diese Erkenntnisse können Sie in Ihre Biografiearbeit mit einfließen lassen und so Ihre Pflegeplanung noch individueller erstellen.
Mehr Informationen zum emphatischen Umgang mit Angehörigen finden Sie in "Palliativpflege heute".
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