5 Möglichkeiten, den Angehörigen den 1. Abschiedsschmerz zu erleichtern und so die Trauerarbeit von Anfang an positiv zu gestalten

Angehöriger in Trauer

© Rynio Productions - Fotolia.com

Der Tag, an dem einer Ihrer Pflegekunden verstirbt, kommt in der Regel nicht unerwartet für die Angehörigen. Doch wenn es tatsächlich so weit ist, sind die meisten doch mit der Situation überfordert. Die Tatsache, dass der geliebte Mensch nun endgültig und unwiderruflich aus ihrem Leben verschwunden ist, löst ein Gefühl des Schmerzes aus, von dessen Heftigkeit viele Menschen überrascht sind. Nun liegt es an Ihnen, den Angehörigen die nötige Unterstützung zu geben, um mit diesem 1. Abschiedsschmerz fertig zu werden.

In „Palliativpflege heute” finden Sie noch weitere erprobte Verhaltensregeln zum vertrauensvollen Umgang mit den trauernden Angehörigen.

Die ersten Stunden nach dem Tod Ihres Pflegekunden sind für die Angehörigen von entscheidender Bedeutung. In dieser Zeit wird der Grundstein gelegt, wie sie mit dem Verlust und ihrer Trauer fertig werden und sie bewältigen. Die folgenden Möglichkeiten zeigen Ihnen, wie Sie die Angehörigen unterstützen können.

  1. Auf Wunsch sollten Sie ermöglichen, dass der Angehörige noch einige Zeit (ggf. auch einige Stunden oder über Nacht) am Bett des Verstorbenen verweilen kann. So fällt es vielen leichter zu akzeptieren, dass der geliebte Mensch tatsächlich gestorben ist. Eventuelle Ängste, dass der Angehörige vielleicht lebendig beerdigt wird, werden so vermieden.
  2. Ermöglichen Sie es den Angehörigen, den Verstorbenen noch ein letztes Mal selbst zu waschen und anzuziehen. Dies ist die letzte Handlung, die die Hinterbliebenen an seinem Körper durchführen können. Sie haben somit die Gelegenheit, sich durch diesen Vorgang von dem Verstorbenen zu verabschieden.
  3. Ermutigen Sie die Angehörigen, dem Verstorbenen kleine Geschenke und Erinnerungen mit in den Sarg zu geben. So kann z. B. ein Abschiedsbrief der Ehefrau an ihren Mann eine gute Gelegenheit sein, ihm nochmals ganz persönliche Dinge mitzuteilen. Das selbst gemalte Bild der Kinder erinnert an den letzten gemeinsamen Urlaub.
  4. Lautes Weinen und Klagen von Angehörigen kommen immer wieder vor. In einem solchen Fall ist es Ihre Aufgabe, für die Angehörigen da zu sein und sie zu unterstützen. Ermutigen Sie sie ruhig, zu weinen und sich ihrem Schmerz zu stellen. Die Unterdrückung des Abschiedsschmerzes bedeutet, den Tod nicht wahrhaben zu wollen, ihn nicht anzuerkennen, sondern zu leugnen. Dies kann in den folgenden Monaten zu einer erschwerten Trauerarbeit führen.
  5. Nehmen Sie sich Zeit und hören Sie den Angehörigen zu. Denn über den Verstorbenen reden zu können entlastet. Oft werden Geschichten aus seinem Leben erzählt. Dies ist schon der Beginn der Trauerverarbeitung.

Als Abonnent unseres Fachinformationsdienstes „Palliativpflege heute” erhalten Sie noch weitere Informationen zum Thema „Gefühlvoller Umgang mit trauernden Angehörigen”.

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