10 Grundsätze für erfolgreiche Angehörigengespräche

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Sicher kennen Sie aus Ihrem beruflichen Alltag im stationären wie auch im ambulanten Bereich viele Beispiele, bei denen Sie das Gefühl haben, dass die Angehörigen mehr Betreuung und Begleitung benötigen als Ihr Pflegekunde. Dieses Gefühl täuscht Sie in der Regel nicht. Angehörige, die sich um einen schwerstkranken Menschen kümmern und ihn in seinen letzten Monaten begleiten, leisten Schwerstarbeit. Sie sind dabei nicht nur körperlichen, sondern auch großen psychischen Belastungen ausgesetzt. Es liegt nun an Ihnen, diesen Angehörigen durch Gesprächsangebote eine sensible und einfühlsame Hilfestellung zu bieten. Im Folgenden finden Sie Hinweise und Tipps, damit das Angehörigengespräch optimal läuft.
Wie finden Sie eine gemeinsame Gesprächsebene mit pflegenden Angehörigen? In „Palliativpflege heute” erhalten Sie Antworten darauf.
Die Ziele Ihres Angehörigengesprächs sind:
- Emotionale Unterstützung und Entlastung der Angehörigen
- Informationen über den weiteren Krankheitsverlauf und eventuell auftretende Symptome vermitteln
- Informationen über geplante pflegerische Maßnahmen geben
- Anleitung und Hilfestellungen zum Erlernen einfacher pflegerischer Maßnahmen (z. B. Mundpflege, Essensanreichungen, kleinere Waschungen etc.) anbieten
- Informationen über weitere Hilfsdienste geben und auf Wunsch zu diesen Kontakte herstellen
- Hilfe bei der Koordination der verschiedenen Hilfsdienste anbieten
- Verbesserung der Lebensqualität aller an der Pflege des Kranken Beteiligten
Beachten Sie diese 10 Grundsätze für Ihr Angehörigengespräch
- Bieten Sie von sich aus Gespräche an. Manche Angehörige sind so sehr mit der Betreuung ihres Angehörigen beschäftigt, dass sie gar nicht merken, dass sie selbst auch Hilfe benötigen.
- Vermeiden Sie nach Möglichkeit, wichtige Gespräche zwischen „Tür und Angel“ zu führen. Bieten Sie den Angehörigen stattdessen besser einen Gesprächstermin an.
- Sorgen Sie für einen ruhigen Raum, in dem Sie Ihr Gespräch führen können.
- Bieten Sie eine Tasse Kaffee, Tee oder sonstige Getränke an. Die Situation wird dadurch entspannter und es „plaudert“ sich so gleich viel leichter.
- Lassen Sie sich bei den Gesprächen Zeit.
- Bieten Sie den Angehörigen an, bei Ihren pflegerischen Maßnahmen anwesend zu sein, sofern es den Pflegebedürftigen selbst nicht stört. Sie können auf diese Weise schon während der Pflege mit den Angehörigen ins Gespräch kommen.
- Hören Sie den Angehörigen aufmerksam zu. Viele Angehörige belasten sich zusätzlich mit Ängsten, Sorgen und Selbstvorwürfen. Gehen Sie auf diese Gefühle ein und bieten Sie Hilfe, z. B. durch das Hinzuziehen eines Psychologen, an.
- Gehen Sie auf die Fragen der Angehörigen offen und ehrlich ein. Denken Sie dabei immer daran, dass nichts so sehr beunruhigt wie die Ungewissheit darüber, was eventuell noch bevorsteht.
- Geben Sie den Angehörigen Informationen, welche Dienste (z. B. ambulanter Hospizdienst, Selbsthilfegruppen, psychologische Beratungsstellen etc.) noch weitere Hilfe leisten können.
- Nehmen Sie die Ängste, Sorgen und Nöte der Angehörigen immer ernst und spielen Sie sie nicht herunter. Nur so können Sie eine emotionale Nähe zu ihnen aufbauen und eine vertrauensvolle Atmosphäre schaffen.
Extra-Tipp: Es muss natürlich nicht immer ein intensives und langes Gespräch sein. Häufig reicht schon einfach ein ernst gemeintes „Und wie geht es Ihnen?“, um zu signalisieren, dass Sie die Angehörigen nicht vergessen haben.
In „Palliativpflege heute” finden Sie noch weitere erprobte Verhaltensgrundsätze zum vertrauensvollen Umgang mit Angehörigen.
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