Auch Kinder können an der Beerdigung teilnehmen

Palliativpflege und Trauer

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Immer wieder kommt es vor, dass Sie gefragt werden, ob Kinder an der Beerdigung eines verstorbenen Angehörigen teilnehmen können. Erfahrungsgemäß können Sie diese Frage mit einem „Ja“ beantworten. Generell gibt es keinen Grund, warum ein Kind nicht an einer Beisetzung teilnehmen sollte. Es kommt jedoch auch immer ganz auf die individuellen Umstände und das einzelne Kind selbst an. Wenn sich die Angehörigen entschließen, ein Kind zur Beerdigung des Verstorbenen mitzunehmen, gibt es jedoch einige Dinge, die dabei zu beachten sind. Geben Sie den Angehörigen folgende Hinweise mit auf den Weg.

In "Palliativpflege heute" finden Sie viele Informationen, die Sie mit den Angehörigen Ihrer Pflegekunden teilen können.

  • Trauerfeier und Beisetzung sind für Kinder fremde Situationen. Sie wurden in ihrem bisherigen Leben meist noch nicht mit dem Thema Tod und Sterben konfrontiert. Daher ist es sinnvoll, schon vor der Beerdigung einem Kind den Ort der Trauerfeier und der Beisetzung zu zeigen und den Ablauf zu erklären. Dies kann z. B. im Rahmen eines Nachmittagsspaziergangs geschehen. So kann sich das Kind vorab sein eigenes Bild machen und dann entscheiden, ob es an der Beisetzung teilnehmen möchte oder nicht.
  • Erklären Sie vor der Beerdigung den Ablauf der Zeremonie möglichst genau. Hierzu ist es hilfreich, wenn Sie anhand von Fotos, Filmen oder Büchern den eigentlichen Zeremonieablauf schon einmal vorweg zeigen können.
  • Beantworten Sie alle Fragen, die das Kind rund um die Beerdigung und Trauerfeier hat.
  • Bereiten Sie das Kind darauf vor, dass viele Trauergäste in dunkler oder schwarzer Kleidung kommen werden. Zwingen Sie das Kind jedoch nicht, selbst auch dunkle oder schwarze Kleidung zu tragen, wenn es diese ablehnt. Als Alternative können Sie dem Kind vorschlagen, das Kleidungsstück zu tragen, in dem es der Verstorbene besonders hübsch fand.
  • Bereiten Sie das Kind auf Gefühlsausbrüche wie z. B. heftiges Weinen der Erwachsenen vor. Kinder, die ihren Vater unvorbereitet weinend am Grab der verstorbenen Mutter zusammenbrechen sehen, reagieren oft verstört und verunsichert.
  • Stellen Sie dem Kind die Entscheidung zur Teilnahme an der Beerdigung frei. Wenn es nicht an der Beerdigung teilnehmen möchte, zwingen oder überreden Sie es auch nicht.
  • Bei der Beerdigungszeremonie sollte sich eine Betreuungsperson um die teilnehmenden Kinder kümmern. Sprechen Sie sich innerhalb der Familie vor der Beisetzung ab, wer diese Aufgabe übernehmen möchte.
  • Immer wieder kommt es vor, dass Kinder erst an der Beerdigung des Familienangehörigen teilnehmen möchten und dann doch mit der Situation überfordert sind. Sobald Sie merken, dass sich das Kind unwohl fühlt und die Situation verlassen möchte, sollte die Betreuungsperson dementsprechend reagieren.
  • Einem späteren Besuch des Grabes und damit einer langsameren und schrittweisen Annährung an das Thema Tod steht jedoch nichts im Wege.

In "Palliativpflege heute" finden Sie noch mehr Hinweise zum Umgang mit Trauer.

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