So beraten Sie Ihren Pflegekunden individuell und umfassend

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Die individuelle Pflegeberatung Ihrer Pflegekunden und deren Angehöriger wird immer ein wichtiger Bestandteil Ihres beruflichen Alltags sein. So legen sowohl der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) wie auch die Heimaufsichten Wert darauf, dass Sie Pflegeprobleme erkennen und die richtigen Maßnahmen dazu ableiten. Gleichzeitig sollen Sie Ihre Pflegekunden oder die Angehörigen umfassend und individuell über geeignete Maßnahmen zur Verringerung ihrer Pflegeprobleme informieren.
Als Pflegekraft sehen Sie Ihren Pflegekunden täglich und kennen somit seine Lebensumstände sehr genau. Diese Kenntnisse können Sie sehr gut für Ihre Beratung nutzen.
Weitere wichtige Informationen zum Thema „So beraten Sie Ihren Pflegekunden individuell und umfassend” finden Sie in „Praxis: Altenpflege”.
Dies zeichnet Ihre Beratung aus:
- Es werden fachliche Informationen an den Pflegekunden oder seine Angehörigen weitergegeben. Die individuelle Lebenssituation wird hierbei berücksichtigt. Es werden primär Informationen vermittelt, die sinnvoll in die Lebenswelt des Betroffenen eingebaut werden können.
- Die psychischen und emotionalen Bedürfnisse werden bei der Beratung explizit berücksichtigt. Dies setzt ein hohes Maß an sozialer Kompetenz Ihrerseits voraus.
- Ziel Ihrer Beratung ist, Hilfen und Fähigkeiten zu vermitteln, die es dem Pflegekunden oder seinen Angehörigen ermöglichen, an den Pflegeproblemen selbstständig zu arbeiten und sie nach Möglichkeit zu lösen.
- Eine Beratung erfolgt immer ergebnisoffen. Dem Betroffenen oder seinen Angehörigen ist es so möglich, eigene Entscheidungen zu treffen und Probleme eigenständig zu lösen.
So führen Sie eine optimale Beratung durch
Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Beratungsgespräch effizient und professionell durchführen. Ihr Vorgehen soll am Beispiel „Maßnahmen, um das Sturzrisiko zu verringern“ verdeutlicht werden.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Beratungsbeispiel „Maßnahmen, um das Sturzrisiko zu verringern”
Nr. | Ihr Vorgehen |
|---|
1 | Vereinbaren Sie mit Ihrem Pflegekunden oder seinen Angehörigen einen Termin für Ihr Beratungsgespräch. Teilen Sie dabei mit, worum sich das Gespräch drehen wird. |
2 | Fragen Sie Ihren Pflegekunden oder seinen Angehörigen, welches aus seiner Sicht das größte Problem bei der Mobilität ist. |
3 | Lassen Sie sich das Problem beim Gehen genau erläutern. Hier hilft es Ihnen, wenn der Pflegekunde / Angehörige das Problem anhand von Beispielen verdeutlicht. |
4 | Fassen Sie das Problem nochmals kurz zusammen. So gehen Sie sicher, dass Sie alles richtig verstanden haben. |
5 | Fragen Sie nach, welche Hilfe genau sich Ihr Pflegekunde bzw. sein Angehöriger wünscht. Reicht ihm z. B. eine Gehhilfe oder möchte er regelmäßig an der Gymnastikstunde zur Sturzprophylaxe teilnehmen? |
6 | Informieren Sie Ihren Pflegekunden über die aus Ihrer Sicht ratsamen Maßnahmen, z. B. das Tragen von Hüftprotektoren, um bei einem Sturz den Bruch eines Oberschenkels zu vermeiden. |
7 | Richten Sie Ihre Informationen und Ihr Beratungsangebot gezielt an den entsprechenden Erwartungen und Wünschen aus. |
8 | Akzeptieren Sie, wenn ein Hilfsangebot abgelehnt wird. Die individuellen Wünsche und Bedürfnisse des Betroffenen bilden die oberste Priorität. Denken Sie immer daran: Nur (Hilfs-)Angebote, die Ihr Pflegekunde wirklich von sich aus wünscht, werden auch den erhofften Erfolg bringen. |
9 | Vereinbaren Sie mit dem Pflegekunden / Angehörigen mindestens noch ein weiteres Gespräch nach ca. 2 bis 3 Wochen. Sie können dann überprüfen, ob Ihre Beratung das gewünschte Ziel erreicht hat. |
10 | Dokumentieren Sie Ihr Beratungsgespräch und die vereinbarten Maßnahmen. |
In „Praxis: Altenpflege” finden Sie noch weitere erprobte Tipps und Empfehlungen, wie Sie Ihr Beratungsgespräch kundenorientiert aufbauen können.
Weitere Informationen
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