Erstellen Sie zusammen mit den Hinterbliebenen eine Biografie ihres verstorbenen Angehörigen

Palliativpflege und Trauerarbeit

© Udo Kruse - Fotolia.com

Den Tod eines geliebten Menschen zu verarbeiten ist für die Hinterbliebenen schwer. Jeder Betroffene muss seinen eigenen Weg finden, mit dem Verlust fertig zu werden und sein Leben auch ohne den Verstorbenen zu meistern. Einer dieser Wege kann sein, sich noch einmal ganz intensiv mit dem Leben des Verstorbenen auseinanderzusetzen, z. B. in Form einer Biografie, die der Hinterbliebene über den Verstorbenen schreibt. Ermutigen Sie die Hinterbliebenen Ihrer Pflegekunden ruhig, sich auf diesem Weg von ihrem Liebsten zu verabschieden – als ein Schritt der Trauerbewältigung.
Im Folgenden finden Sie einen kleinen Leitfaden, wie eine solche Biografie aufgebaut und gestaltet werden kann.

Wenn sich ein Hinterbliebener dazu entschlossen hat, die Lebenserinnerungen des Verstorbenen aufzuschreiben, können Sie ihm mit der folgenden Liste eine kleine Orientierungshilfe und einige Gestaltungsideen an die Hand geben. Die Biografie muss kein reines Textwerk, wie z. B. ein Roman sein. Vielmehr sollte sie ganz individuell die Persönlichkeit des Verstorbenen widerspiegeln. Durch die Gestaltung des Werkes haben die Angehörigen nochmals die Möglichkeit, dem Verstorbenen besonders nahe zu sein und die Trauer auch damit leichter zu verarbeiten.

Weitere Anregungen und Beispiele, wie Sie den Angehörigen die Trauer erleichtern können, finden Sie in "Palliativpflege heute".

Orientierungshilfe:

So können Sie die Biografie Ihres Angehörigen aufbauen und ausgestalten

Leitgedanke

Gestaltungsidee

Name und Abstammung des Verstorbenen

Kleiner Stammbaum der letzten 2–3 Generationen

Erinnerungen an die Kindheit bis zur Einschulung

Bilder des Elternhauses, Bilder von frühen Freunden, Text des liebsten Kinderliedes, Text des Lieblingsmärchens

Die Schulzeit

Bild der Einschulung, eventuell Abschlusszeugnis, Klassenfotos, falls vorhanden, alte Zeichnungen oder Texte, Gedichte aus dem Poesiealbum des Verstorbenen

Freizeit während der Jugend

Bilder von Zeltlagern, Wanderungen, Liedtexte, gepresste Blumen, Briefe (ggf. vorhandene Bilder aus dem Dritten Reich sollten hier nicht ausgespart werden)

Ausbildungszeit

Abschlusszeugnis, Foto oder Textauszüge aus der Abschlussarbeit, Bilder der Ausbildungsstätte, des Ausbilders oder der Klasse

Berufsleben

Arbeits- oder Zwischenzeugnisse, Empfehlungsschreiben, Bilder von Kollegen, Betriebsfeiern, Beschreibung des beruflichen Werdegangs

Privates

Wichtige Fotos der Hochzeit, Kinder, Enkel, Urlaube im chronologischen Verlauf, Zeitungsausschnitte, Briefe

Hobbys

Titel von Lieblingsbüchern, geschriebene Gedichte, selbst gemalte Bilder, Fotos von Erlebtem, Selbstgebautem oder -gebasteltem, das Lieblingskochrezept, Fotos des Gartens

Wer waren wichtige Menschen / Vorbilder im Leben des Verstorbenen und warum?

Zeitungsausschnitte, Fotos, Leitideen, Zitate

Was war das Lebensmotto des Verstorbenen?

Zitat, Spruch, kleine Begebenheit als Beispiel

In "Palliativpflege heute" finden Sie noch weitere Ideen und Tipps, um Hinterbliebene bei der Trauerbewältigung zu unterstützen.

Weitere Informationen

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