So sprechen Eltern mit ihren Kindern über den nahenden Tod

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Mit Kindern über eine unheilbare Erkrankung eines Elternteils zu sprechen ist eine Aufgabe, vor der sich die meisten Betroffenen scheuen. Zu groß ist die Angst, die Kinder mit der Wahrheit zu überfordern. Unsicherheit, Trauer und Sorge lassen viele Eltern diese Gespräche hinauszögern, bis der Tod des erkrankten Elternteils unmittelbar bevorsteht. Doch Kinder spüren, dass etwas nicht in Ordnung ist. Sie fühlen, dass die Eltern traurig sind, wissen aber nicht, warum. Geben Sie betroffenen Eltern mit den folgenden Tipps Hilfestellung bei ihrem Gespräch über Krankheit und Tod.
In „Palliativpflege heute” finden Sie noch weitere Verhaltensempfehlungen zum vertrauensvollen Gespräch mit Kindern todkranker Eltern.
- Empfehlung 1: Ein Gespräch über den nahen Tod eines Elternteils ist das wichtigste und einschneidendste Ereignis im bisherigen Leben eines Kindes. Daher sollte es in einer ruhigen und entspannten Atmosphäre stattfinden, z. B. an einem Sonntagnachmittag, wenn kein Schul- oder anderer Alltagsstress störend einwirkt.
- Empfehlung 2: Sinnvoll ist, wenn beide Elternteile bei diesem Gespräch anwesend sind. So können sich die Eltern gegenseitig bei dem Gespräch unterstützen und sich trotzdem noch um das Kinder kümmern.
- Empfehlung 3: Zu Beginn des Gespräches sollten die Eltern zuerst vorsichtig nachfragen, was das Kind schon über die Erkrankung des betroffenen Elternteils weiß. Die meisten Eltern werden staunen, über wie viel Informationen das Kind bereits verfügt, die es sich selbst beispielsweise im Internet oder auch in Gesprächen mit Freunden und in der Schule beschafft hat.
- Empfehlung 4: Sobald die Eltern sich über den tatsächlichen Wissensstand des Kindes informiert haben, können sie langsam beginnen, die Wissenslücken des Kindes zu füllen. Sie sollten dabei über die Krankheit, die Therapie und den bisherigen Verlauf informieren.
- Empfehlung 5: Alle Fragen des Kindes sollten im Gespräch wahrheitsgemäß beantwortet werden. Dabei muss man jedoch nicht mit der Tür ins Haus fallen. Besser ist es, dem Kind die unabänderliche Wahrheit langsam nahezubringen. Es sollten dabei immer die Reaktionen der Kinder beachtet werden. Sobald das Kind versucht, die Situation zu beenden, indem es beispielsweise unvermittelt das Thema wechselt, sollten die Eltern diese Reaktion anerkennen und das Gespräch vorerst unterbrechen. Das Kind benötigt Zeit, das Gesagte erst einmal zu verarbeiten.
- Empfehlung 6: Wutausbrüche, Trauer und auch Schuldzuweisungen sind völlig normale und auch legitime Reaktionen des Kindes auf das Gesagte. Es ist kaum vorhersehbar, wie das Kind reagieren wird. Doch jede Reaktion ist in dieser Situation erst einmal in Ordnung und sollte nach Möglichkeit toleriert werden.
- Empfehlung 7: Insbesondere kleinere Kinder suchen die Schuld für die Erkrankung eines Elternteils oft bei sich. Hier ist es wichtig, dass die Eltern dem Kind erklären, wie es zu einer solchen Erkrankung kommt und dass niemand eine Schuld daran trägt.
- Empfehlung 8: Kuscheln, umarmen, lieb haben: Solch naher Körperkontakt ist das, was viele Kinder in der Folgezeit nach dem Gespräch suchen. Hier sollten die Eltern versuchen, diese Art des Trostes dem Kind zu geben. Sollte der erkrankte Elternteil dazu nur noch bedingt in der Lage sein, kann es hilfreich sein, beispielsweise die Großeltern um Hilfe zu bitten. Sie können einen Teil der Trostarbeit für die Eltern übernehmen.
In „Palliativpflege heute” finden Sie noch weitere Informationen, wie Sie ein Gespräch über den nahenden Tod eines Elternteils mit einem Kind führen.
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