Medikamente über die Ernährungssonde – Darauf sollten Sie achten

Ernährungssonde

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Sie kennen sicherlich die Probleme, die sich in der Praxis ergeben, wenn Sie Ihrem Pflegekunden Medikamente über eine Ernährungssonde verabreichen sollen. Immer wieder kommt es dabei zu Fragen wie: "Worauf muss ich besonders achten? Können auch Retardtabletten über die Sonde verabreicht werden? Können mehrere Medikamente gemeinsam in einer Spritze aufgezogen und dann auf einmal verabreicht werden?"
Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei, bei der Medikamentenverabreichung keine Fehler zu begehen.

Lesen Sie mehr zum Thema Medikamente und Ernährungssonde in "Palliativpflege heute".

10 Tipps zur Verabreichung von Medikamenten über eine Ernährungssonde

Tipp 1: Richten und zermörsern Sie die Medikamente erst kurz vor der Verabreichung. So vermeiden Sie, dass die Medikamente durch Keime besiedelt werden.

Tipp 2: Achten Sie stets darauf, dass alle Medikamente getrennt voneinander verkleinert, aufgelöst bzw. verdünnt werden.

Tipp 3: Verabreichen Sie die Medikamente immer einzeln und nacheinander. Keinesfalls dürfen Sie verschiedene Medikamente in einer Spritze gemeinsam aufziehen. Hierbei kann es zwischen den einzelnen Medikamenten zu chemischen Reaktionen kommen.

Tipp 4: Spülen Sie die Sonde nach jedem Medikament mit mindestens 20 ml Wasser durch.

Tipp 5: Vermeiden Sie die Vermischung der Medikamente mit der Sondennahrung. Es könnte dabei zu Veränderungen der Sondennahrung kommen (z. B. die Proteine in der Nahrung können gerinnen und so die Ernährungssonde verstopfen. Oder die Verfügbarkeit der Medikamente für den Körper Ihres Pflegekunden ändert sich durch die gleichzeitige Gabe mit der Sondennahrung, etc.).

Tipp 6: Besprechen Sie mit dem behandelnden Arzt, dass die Medikamente so weit wie möglich in flüssiger Form verordnet werden.

Tipp 7: Bei der Verordnung von Brausetabletten sollten Sie daran denken, diese in ca. 70–100 ml Wasser aufzulösen und somit zu verdünnen. Der hochkonzentrierte Wirkstoff der Brausetabletten oder Granulate kann die Magen- und Darmschleimhaut angreifen.

Tipp 8: Hart- und Weichgelatinekapseln dürfen nur nach expliziter Absprache mit dem behandelnden Arzt über die Ernährungssonde verabreicht werden. Hier sollte auf jeden Fall versucht werden, eine andere Medikamentenform verordnen zu lassen.

Tipp 9: Retardtabletten sind so gut wie nie für die Verabreichung über eine Ernährungssonde geeignet. Durch die Zerkleinerung wird die Schutzschicht des Medikamentes zerstört, die eine langsame Aufnahme des Wirkstoffes ermöglicht. Daher kommt es bei der Verabreichung über eine Sonde oft zu einer Dosisüberschreitung, da das Medikament nicht mehr langsam vom Körper aufgenommen werden kann.

Tipp 10: Besorgen Sie sich für Ihre Pflegestation oder Ihren ambulanten Dienst eine Broschüre der gängigsten Medikamente und derer möglicher Verabreichungsformen (z. B. bei der Firma Fresenius).

In "Palliativpflege heute" finden Sie noch mehr Tipps zum Thema Medikamente und Ernährungssonde.

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