Ermöglichen Sie es Ihren sterbenden Pflegekunden, sich mit ihrem veränderten Körperbild zu arrangieren

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Haben Sie es auch schon erlebt, dass sich sterbende Pflegekunden weigerten, ihre Angehörigen in den letzten Lebenstagen zu empfangen, weil sie sich durch ihre Krankheit entstellt fühlten? Die Familie steht vor der Tür und möchte jede Minute mit dem Sterbenden verbringen, doch dieser will den Besuch überhaupt nicht sehen. Im schlimmsten Fall schickt er die Verwandten wieder nach Hause. Besonders für Kinder ist solch eine Situation in der Regel nicht nachvollziehbar und kann in der Folge zu schweren psychischen Störungen führen. Aber auch Erwachsene, wie der Lebens- oder Ehepartner, sind davon natürlich betroffen und leiden unter diesem Zustand.
In „Palliativpflege heute” finden Sie noch weitere erprobte Ideen, wie Sie Ihrem Pflegekunden mit einem veränderten Körperbild helfen können.
Ein häufiger Grund, warum Sterbende in ihren letzten Tagen keinen Besuch mehr empfangen wollen, ist Scham. Auch wenn es Ihnen als professionelle Pflegekraft nicht auffällt und Sie die körperlichen Veränderungen des Betroffenen als weit weniger dramatisch betrachten, so kann es dennoch sein, dass dieser sich mit seinem veränderten Körperbild nicht mehr arrangieren kann. Frauen leiden oft besonders stark unter ihrem veränderten Aussehen. Aus dem falschen Glauben heraus, dem Lebenspartner oder den Kindern diesen Anblick ersparen zu müssen, verweigern manche in letzter Konsequenz den Kontakt.
Mit den folgenden Tipps helfen Sie Ihren betroffenen Pflegekunden, sich trotz ihres veränderten Aussehens selbst zu akzeptieren. Eine Teilnahme am sozialen Leben und auch ein Abschied in Würde werden für viele Betroffene so erst wieder möglich.
1. Tipp: Helfen Sie Ihren Pflegekunden, sich auf ihren Besuch vorzubreiten und so frisch wie möglich auszusehen. Dabei kann bei Frauen ein wenig dezentes Make-up, ein Hauch Rouge und ein leicht rosa getönter Lippenstift Wunder bewirken.
2. Tipp: Männern sollten Sie ermöglichen, ihren Bart so zu tragen, wie sie es aus der Vergangenheit gewohnt waren. Ältere Männer legen oft Wert darauf, frisch rasiert zu sein, wenn Besuch erwartet wird.
3. Tipp: Sollte Ihr Pflegekunde aufgrund vorangegangener Chemobehandlungen eine Perücke besitzen, so ermutigen Sie ihn, diese auch aufzusetzen. Als Alternative zur Perücke kann jedoch auch ein schönes farbiges Tuch, eine Mütze oder ein Käppi getragen werden.
4. Tipp: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Pflegekunde möglichst vorteilhafte Kleidung tragen kann. Aufgrund der meist blassen Gesichtsfarbe eignen sich dunkle Farben hierbei nicht so gut. Sie lassen den Betroffenen noch bleicher und kränklicher erscheinen. Greifen Sie daher eher zu Kleidung in Pastellfarben, Gelb oder einem hellen Grün oder Blau.
5. Tipp: Viele Betroffene sind so schwach, dass sie das Bett nicht mehr verlassen können. Dennoch wollen sie ihren Besuch nicht im Pflegebett empfangen. Mit Hilfe einer Tagesdecke können Sie das Bett in ein „Tagesbett” verwandeln. Der Raum wirkt gleich viel gemütlicher. Ihr Pflegekunde kann sich dann auf das „Tagesbett” legen und so seine Gäste empfangen. Für alle Beteiligten wird auf diese Weise der Besuch deutlich entspannter und angenehmer.
6. Tipp: Bei starker Geruchsbelästigung, z. B. durch ulzerierende Wunden, sollten Sie rechtzeitig vor Eintreffen des Besuches geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen. Lüften Sie das Zimmer gut, und stellen Sie anschließend eine Schale mit frisch gemahlenem Kaffeepulver in das Zimmer. Der Kaffee resorbiert den Geruch und erinnert zugleich an schöne vergangene Tage.
In „Palliativpflege heute” finden Sie noch weitere erprobte Verhaltensregeln und praktische Hilfen, wie Sie mit Pflegekunden umgehen sollten, die unter Körperbildveränderungen leiden.
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