Leitfragen helfen Ihnen, den Sterbenden bei Ihrer Pflege nicht aus dem Auge zu verlieren

3 Leitfragen in der Pflege

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Jeden Tag bemühen Sie sich bei Ihrer Arbeit, die Wünsche und Bedürfnisse Ihrer Pflegekunden zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Den Sterbenden in den Mittelpunkt all Ihrer Handlungen zu stellen ist eine der Grundprämissen Ihrer täglichen Arbeit. Doch das ist nicht immer einfach. Denn nur allzu leicht kann man in den alten und gut gemeinten Trott „Viel hilft viel” verfallen. Damit Ihnen das nicht passiert, stellen Sie sich bei Ihrer Pflege die folgenden Leitfragen.

In „Palliativpflege heute” finden Sie noch weitere erprobte Leitfragen, um den Wunsch Ihres Pflegekunden jeden Tag in den Mittelpunkt zu stellen.

Leitfrage 1: Was ist heute für meinen Pflegekunden wichtig?

Damit Sie nicht über den Kopf Ihres Pflegekunden hinweg pflegen, ist es wichtig, sich jeden Tag erneut diese Frage zu stellen. Bei Sterbenden, die noch orientiert sind, können Sie sie auch ruhig den Betroffenen direkt stellen: „Was kann ich heute Gutes für Sie tun?”
Bei Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind, kann Ihnen die schon geleistete Biografiearbeit wertvolle Anhaltspunkte geben. Auch regelmäßige Gespräche mit den Angehörigen sind eine wichtige Informationsquelle, die Sie nutzen sollten.

Leitfrage 2: Hilft die von mir geplante Maßnahme meinem Pflegekunden oder mir?

Immer wieder werden Sie mit Situationen konfrontiert, die Sie in den Grenzbereich ethischer Entscheidungen bringen. Ein häufig vorkommendes Beispiel ist eine fachlich notwendige Pflegemaßnahme, deren Durchführung der Betroffene selbst aber vehement ablehnt, z. B. die regelmäßige Lagerung eines Bettlägerigen. Um diesen Konflikt aufzulösen, sollten Sie sich die folgende Frage stellen:
„Wem hilft die Pflegemaßnahme wirklich?” Meinem Pflegekunden, damit er z. B. keinen Dekubitus in seinen letzten Lebenstagen bekommt, oder mir, damit ich weiß, dass ich alles fachlich Mögliche getan habe? Die Frage hilft Ihnen, Ihre eigene Pflege zu reflektieren, zu überprüfen und sich den Wunsch des Sterbenden bewusst zu machen.

Leitfrage 3: Warum habe ich dauernd das Gefühl, noch etwas tun zu müssen?

Auch langjährigen Pflegekräften passiert es immer wieder: Sie verfallen in eine pflegerische Betriebsamkeit und haben immer das Gefühl, nicht genug getan zu haben und noch mehr tun zu müssen. Wenn auch Sie bei einem Ihrer Pflegekunden dieses Gefühl haben, überlegen Sie sich, warum das so ist. Ist es wirklich so, dass es noch Maßnahmen gibt, die ergriffen werden müssen, oder setzen Sie sich nur selbst unter Druck?
Hinterfragen Sie Ihr Gefühl. Fragen Sie sich dabei: „Ist es in der aktuellen Situation wirklich notwendig, etwas zu tun oder zu sagen? Wie hilft das meinem Pflegekunden?”
Gestehen Sie sich ruhig ein, wenn Sie Probleme damit haben, zur Untätigkeit verdammt zu sein und die bestehende Situation nur schwer ertragen zu können. Das ist keine Schande. Wichtig für Sie ist, dass Sie Ihren Beweggrund richtig deuten. So können Sie sich auch rechtzeitig Unterstützung bei Ihren Kollegen suchen. Ihrem Pflegekunden lassen Sie dann die Pflege zukommen, die er in seiner Situation braucht und die für ihn auch tatsächlich nützlich und hilfreich ist.

In „Palliativpflege heute” finden Sie noch weitere erprobte Verhaltensregeln und Praxisbeispiele, die Ihnen helfen, die Bedürfnisse Ihres Pflegekunden zu erfüllen.

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