Der Einsatz von Opioiden kann Übelkeit verursachen – So helfen Sie Ihren Pflegekunden

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„Schwester, seit ich dieses Schmerzpflaster habe, sind meine Schmerzen wirklich besser. Dafür ist mir ständig schlecht.“ Sicher kennen auch Sie solche Aussagen aus Ihrer täglichen Pflegepraxis. Ihr Ziel, nämlich die Schmerzen Ihres Pflegekunden erfolgreich unter Kontrolle zu bringen, können Sie durch den gezielten Einsatz von Opioiden erreichen. Doch dieser Sieg ist auch mit Unannehmlichkeiten für Ihren Pflegekunden verbunden. Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen sind eine häufige Begleiterscheinung starker Schmerzmedikamente. Lesen Sie, wie Sie Ihren Pflegekunden in dieser Zeit wirkungsvoll unterstützen können.
Mehr Informationen zum Thema Opioide und Übelkeit in der Pflege finden Sie in "Palliativpflege heute".
Diese Medikamente helfen gegen die Übelkeit
Der Einsatz von Opioiden verursacht bei Ihren Pflegekunden besonders in den ersten Wochen meist starke Übelkeit. Doch die ständige Übelkeit wirkt sich stark auf die Lebensqualität Ihrer Pflegekunden aus. Daher sollten Sie unbedingt mit dem behandelnden Arzt versuchen, die Übelkeit unter Kontrolle zu bekommen. Die folgende Liste zeigt Ihnen, welche Medikamente helfen können. Besprechen Sie den Einsatz mit dem behandelnden Arzt.
Übersicht
Diese Medikamente können Ihnen helfen, Übelkeit zu unterdrücken
Medikamentenname | Wirkstoff | Empfohlene Dosierung | Darauf müssen Sie achten |
MCP, Paspertin, Gastrosil | Metoclopramid | 3- bis 4-mal 10 mg täglich | Medikament muss 30 Minuten vor dem Essen gegeben werden |
Vomex A | Dimenhydrinat | 1- bis 4-mal 50–100 mg täglich als Tablette oder: 1- bis 3-mal 150 mg täglich rektal | macht oft sehr müde |
Fortecortin, Prednisolon | Dexamethason | 4–16 mg täglich | muss bei Absetzung unbedingt langsam ausgeschlichen werden |
Haldol | Haloperidol | 1,5–3 mg täglich | es ist nur eine sehr niedrige Dosierung nötig |
Zofran | Odansetron | 2-mal 4–8 mg täglich | wirkt besonders gut bei Übelkeit, die durch eine Chemotherapie hervorgerufen wurde |
Was Sie sonst noch für Ihre Pflegekunden tun können
Neben Medikamenten können Sie aber auch noch durch verschiedene andere Möglichkeiten die Lebensqualität Ihres betroffenen Pflegekunden verbessern. Folgende Möglichkeiten könnten Ihrem Pflegekunden zusätzlich helfen:
- Sorgen Sie dafür, dass Ihr Pflegekunde immer eine Nierenschale und einen feuchten Waschlappen, mit dem er sich den Mund abwischen kann, in erreichbarer Nähe hat. So können Sie ihm die Angst nehmen, durch plötzliches Erbrechen das Bett und seine Kleidung zu verschmutzen.
- Eine große Hilfe für den Betroffenen kann auch der Einsatz eines SicSac® (Hersteller: PAUL HARTMANN AG) statt einer Nierenschale sein. Dieser reißfeste und undurchsichtige Plastikbeutel hat einen stabilen Öffnungsring. Ihr Pflegekunde kann sich ihn bei Erbrechen an den Mund halten und anschließend direkt sicher verschließen. Das Erbrochene kann so geruchsarm und augenfreundlich entsorgt werden. Für viele Ihrer Pflegekunden kann es eine große Entlastung sein, wenn sie durch ihr Erbrechen nicht das Pflegepersonal oder die Angehörigen zusätzlich belasten müssen.
- Bieten Sie Ihrem Pflegekunden nur leichte Kost wie z. B. Zwieback, Toast und Tee an. Diese Lebensmittel sind leicht verdaulich und belasten so den Organismus des Betroffenen nicht mehr, als unbedingt nötig.
- Fragen Sie Ihren Pflegekunden nach seiner Wunschkost. Oftmals ist es so, dass die Nahrung, auf die der Betroffene gerade Lust hat, auch tatsächlich von ihm vertragen wird.
- Sorgen Sie dafür, dass Ihr Pflegekunde bequem in seinem Bett liegt. So kann er sich entspannen und die Übelkeit leichter ertragen.
- Klären Sie die Angehörigen über die Gründe der ständigen Übelkeit auf. Sie verhindern damit, dass Ihr Pflegekunde das Gefühl hat, sich bei seinen Angehörigen ständig entschuldigen zu müssen.
In "Palliativpflege heute" finden Sie weitere Übersichten zum Thema Opioide und Übelkeit in der Pflege.
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