Reagieren Sie bei der „Warum-Frage“ richtig

Pflegekunden in der Palliativpflege

© Yuri Arcurs - Fotolia.com

Die Frage nach dem Warum, wie beispielsweise „Warum gerade ich? Warum muss ich so viel leiden? Warum hilft Gott mir nicht? Warum lässt Gott so etwas zu?“ werden Ihnen in Ihrem Pflegealltag sicherlich immer wieder gestellt. Doch wie sollen Sie professionell und hilfreich mit dieser Frage Ihrer Pflegekunden umgehen, auf die es keine Antwort im eigentlichen Sinn gibt?
Im Folgenden werden Ihnen 4 Empfehlungen vorgestellt, wie Sie Ihren Pflegekunden helfen können, mit ihrem Schicksal besser umzugehen.

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Empfehlung 1: Viele Pflegende fühlen sich überfordert, wenn ihr Pflegekunde sie nach dem Sinn und Zweck, dem „Warum“ seiner Erkrankung und seines Sterbens fragt. Und diese Hilflosigkeit ist verständlich, denn es gibt keine richtige, konkrete und erklärende Antwort auf diese Frage. Doch auch ohne eine konkrete Antwort parat zu haben, können Sie Ihrem Pflegekunden helfen, indem Sie diese Frage einfach zulassen. Wehren Sie die Frage nicht ab, etwa mit den Worten wie: „Sie wissen doch, dass es drauf keine Antwort gibt.“ Ihr Pflegekunde weiß, dass Sie keine Antwort auf seine Fragen haben. Dass Sie ihm aber die Möglichkeit geben, sie überhaupt zu stellen und damit auch seiner Verzweiflung Ausdruck zu verleihen, ist für die meisten Betroffenen schon eine sehr große Entlastung. Denn nur allzu oft sind Sie die einzige Person, der gegenüber er diese Fragen überhaupt stellen kann. Oft sollen Angehörige nicht noch zusätzlich belastet werden, daher werden ihnen gegenüber „Warum-Fragen“ auch nicht thematisiert.

Empfehlung 2: Suchen Sie erst gar nicht nach einer Antwort, sondern fragen Sie den Betroffenen danach, wie er bisher Lebenskrisen gemeistert hat. Die meisten Menschen haben sich im Laufe ihres Lebens ein ganz individuelles Repertoire an Bewältigungsstrategien angeeignet. Diese gilt es, jetzt zu reaktiveren und nach Möglichkeit in die Tat umzusetzen.

Empfehlung 3: Versuchen Sie die „Warum-Frage“ Ihres Pflegekunden in eine andere Richtung zu lenken. So ist die Frage beispielsweise weniger: „Was habe ich in der Vergangenheit falsch gemacht, dass ich nun so gestraft werde?“, sondern eher: „Welche Aufgabe stellt das Leben oder Gott mir noch? Was wird noch von mir erwartet, das ich tue, bevor ich sterbe?“

Empfehlung 4: Eine Antwort auf „Warum-Fragen“ gibt es nicht, aber es hilft vielen gläubigen Menschen, eine Antwort im Gebet zu suchen. So hält z. B. das Vaterunser eine Antwort parat („Dein Wille geschehe …“), die manchem Ihrer Pflegekunden Trost sein könnte. Bieten Sie dem Betroffenen an, mit Ihnen gemeinsam zu beten oder auf Wunsch das Gespräch mit einem Seelsorger zu vermitteln.

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