Schaffe ich es, meinen sterbenden Angehörigen zuhause zu pflegen? Dieser Fragebogen hilft Angehörigen bei der Entscheidungsfindung

Palliativpflege durch Angehörige zuhause

© Gina Sanders - Fotolia.com

Es kommt immer wieder vor, dass einer Ihrer Pflegekunden seine letzten Lebenstage nicht in Ihrer Pflegeeinrichtung, sondern lieber zuhause, im Kreise seiner Familie, verbringen möchte. Und auch Angehörige sind dann bereit, ihm diesen letzten großen Wunsch zu erfüllen. Doch die Pflege und Versorgung eines sterbenskranken Menschen in der häuslichen Umgebung sind nicht einfach und pflegende Angehörige überfordern sich oft damit. Um eine solche Überlastung zu vermeiden, ist es daher sinnvoll, dass sich die Angehörigen schon im Vorhinein gedanklich mit der auf sie zukommenden Situation auseinandersetzen.

Der folgende Fragebogen kann den Angehörigen dabei helfen, für sich selbst und auch für den Sterbenden die beste Lösung zu finden. Geben Sie ihn bei Bedarf denAngehörigen mit, so dass sie sich selbst im Vorhinein selbst überprüfen können, ob sie sich der Aufgabe, einen Sterbenden zuhause zu pflegen, gewachsen fühlen.

Weitere Checklisten und Übersichten für die Pflege finden Sie in "Palliativpflege heute.

Liebe Angehörige, lieber Angehöriger,

Sie möchten Herrn / Frau __________ mit nach Hause zu nehmen, um ihm/ihr ein Sterben in der gewohnten und vertrauten Umgebung zu ermöglichen. Doch bevor Sie Ihr Vorhaben in die Tat umsetzen, empfehlen wir Ihnen, in einer ruhigen Stunde den folgenden Fragebogen auszufüllen. Er kann Ihnen helfen, für sich selbst, aber auch für Ihren Angehörigen die wirklich beste Entscheidung zu treffen.

Wichtig beim Ausfüllen des Bogens ist, dass Sie wirklich absolut ehrlich zu sich selbst sind. Nur dann kann Ihnen der Fragebogen eine Hilfe sein.

Fragebogen

Kann ich meinen sterbenden Angehörigen zuhause pflegen?

Fragen

 Ja  

Nein

1. Gibt es in meiner Wohnung ein eigenes Zimmer für meinen Angehörigen?

2. Weiß ich, wie viel und welche Pflege genau mein Angehöriger benötigt?

3. Habe ich Grundkenntnisse in der Versorgung und Pflege eines Pflegebedürftigen und kann ich die erforderliche Pflege fachlich leisten?

4. Habe ich genügend Freizeit, oder kann ich sie mir verschaffen, um die erforderliche Pflege zeitlich leisten zu können?

5. Weiß ich, welche Hilfs- und Pflegehilfsmittel benötigt werden?

6. Kenne ich mich mit Umgang und Handhabung der erforderlichen Hilfs- und Pflegehilfsmittel aus?

7. Habe ich einen Hausarzt, der die ärztliche Versorgung zuhause übernimmt?

8. Habe ich zu meiner Unterstützung einen ambulanten Pflegedienst, der mir die notwendige Hilfe bei der Pflege meines sterbenden Angehörigen bieten kann?

9. Habe ich schon Kontakt zum örtlichen ambulanten Hospizdienst oder anderen Organisationen aufgenommen?

10. Weiß ich, wer mich bei der Pflege vertritt, falls ich einmal erkranken sollte?

11. Weiß ich, wie sich mein Angehöriger sein Sterben wünscht?

12. Bin ich bereit, bis zum Tod meines Angehörigen zuhause zu bleiben und mich fast ausschließlich um seine Belange zu kümmern?

13. Habe ich mich selbst schon intensiv mit dem Thema Tod und Sterben auseinandergesetzt?

14. Traue ich mir die Pflege meines Angehörigen bis zu seinem Tode zu?

15. Kann ich es psychisch ertragen, meinen Angehörigen sterben zu sehen?

16. Kann ich es ertragen, wenn mein Angehöriger nichts mehr essen oder trinken möchte?

17. Halte ich das Gefühl der Hilflosigkeit während des Sterbeprozesses aus?

Auswertung:

  • Sie haben ein Nein bei den Fragen 1–11 angekreuzt? Dann sollten Sie dies beachten: Bevor Sie Ihren Angehörigen nach Hause holen, sollten Sie sich die notwendigen Kenntnisse aneignen und/oder die fehlenden Informationen, Kontakte und Hilfen organisieren.
  • Sie haben ein Nein bei den Fragen 12–17 angekreuzt? Sie sollten Ihren Angehörigen lieber nicht nach Hause holen. Sie überfordern sich voraussichtlich mit der Situation. Suchen Sie stattdessen lieber ein offenes Gespräch mit dem Betroffenen und legen Sie ihm Ihre Gründe sachlich, aber ehrlich dar.

In "Palliativpflege heute finden Sie noch weitere wichtige Tipps für Ihre Angehörigenarbeit.

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