Schreiben kann die Seele entlasten

Scrheiben Pflegekunden

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Zu erfahren, dass das eigne Leben in absehbarer Zeit enden wird, ist für fast alle Menschen eine kaum zu bewältigende Katastrophe. Haben Sie sich schon einmal überlegt, wie Sie mit einer solchen Situation umgehen würden. Ja? – Ich auch. Aber wie jeder Einzelne von uns sich in dieser Situation tatsächlich verhält, kann niemand genau voraussagen. So geht auch jeder Ihrer Pflegekunden ganz unterschiedlich mit seiner aktuellen Lebenssituation um. Die einen versuchen, ihre Angst durch Gespräche zu verarbeiten, die anderen suchen den totalen Rückzug, wieder andere malen Bilder. Der Weg, mit dieser Lebenslage fertig zu werden, ist ganz individuell. Manche Ihrer Pflegekunden finden jedoch gar keine Möglichkeit, ihre Situation zu verarbeiten. Sie möchten sich mitteilen, aber nicht mit anderen Menschen über ihre Gefühle sprechen. Wie wäre es aber vielleicht mit Schreiben?

Mehr zum Thema Pflegekunden und die Verarbeitung Ihrer Gefühle finden Sie in "Palliativpflege heute".

„An wen soll ich denn schreiben?“

So oder so ähnlich lautet häufig die erste Reaktion, wenn Sie Ihrem Pflegekunden den Vorschlag machen, seine Gefühle doch einfach einmal aufzuschreiben. An wen also schreiben? Z. B. an sich selbst, könnte Ihre Antwort lauten. Und warum auch nicht? Ihr Pflegekunde kann natürlich auch an einen imaginären Freund/Freundin schreiben. Viele Menschen schreiben Briefe an bestimmte Personen, schicken sie aber nie ab. Varianten gibt es viele. An wen Ihr Pflegekunde letztendlich schreiben will, ist völlig egal und unerheblich. Denn das Geschriebene soll ja eigentlich auch nicht von Dritten gelesen werden. Wichtig ist vielmehr der Prozess des Schreibens selbst. So hat Ihr Pflegekunde die Möglichkeit, über seine Gefühle und Ängste zu schreiben und sie sich so von der Seele zu reden.

Was wird gebraucht?

  • Was zum Schreiben benötigt wird, hängt viel von Ihrem Pflegekunden ab. Einige Menschen ziehen ein Tagebuch vor, das sie auch abschließen können. Andere hingegen schreiben Briefe auf einem besonders schönen Briefpapier. In unserem Medienzeitalter gibt es sicherlich auch Pflegekunden, die die Möglichkeiten eines Laptops nutzen möchten. Er ist besonders hilfreich, da man ihn auch gut bedienen kann, wenn man bettlägerig oder feinmotorisch eingeschränkt ist. Hier sollten Sie ganz auf die Wünsche und Bedürfnisse Ihres Pflegekunden eingehen.
  • Nicht fehlen darf auch ein gut funktionierender Stift. Manchen Ihrer Pflegekunden macht es Probleme, einen Kugelschreiber zu nutzen. Es fehlt ihnen die nötige Kraft, längere Zeit damit zu schreiben. Hilfreich sind hier die so genannten Gelstifte. Um mit ihnen zu schreiben, wird nur wenig Körperkraft benötigt.
  • Egal für welche Möglichkeit des Schreibens sich Ihr Pflegekunde entscheidet: Wichtig ist, dass er die Möglichkeit hat, seine persönlichen Notizen und Gedanken sicher zu verwahren. So ist es keinem anderen möglich, zufällig das Geschriebene zu lesen. Für Briefe oder ein nicht abschließbares Tagebuch eignet sich z. B. eine kleine, abschließbare Truhe gut zur Verwahrung.
  • Motivieren Sie Ihren Pflegekunden, seine Gefühle und Gedanken niederzuschreiben, wann immer er das Bedürfnis dazu hat. Daher sollten alle Dinge, die er dazu benötigt, auch in Griffweite sein. Ein Tagebuch z. B. auf der Anrichte wird Ihrem bettlägerigen Pflegekunden nichts nutzen. Achten Sie daher darauf, dass Ihr Pflegekunde alles, was er braucht, auch erreichen kann.

Sicherlich wird sich der ein oder andere Pflegekunde am Anfang damit schwertun, seine Gedanken in Worte zu fassen. Das macht natürlich nichts. Schließlich geht es nicht darum, den nächsten Nobelpreis zu gewinnen, sondern sich etwas von der Seele zu schreiben. Daher können Sie den Betroffenen ermutigen, einfach drauf loszuschreiben. So, wie ihm ‚der Schnabel gewachsen ist‘. Die Worte kommen dann schon von ganz allein.

In "Palliativpflege heute" finden Sie weitere Informationen Thema Pflegekunden und die Verarbeitung Ihrer Gefühle.

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