Versprechen auf dem Sterbebett setzen Angehörige unter Druck

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Immer wieder kommt es vor, dass Angehörige einem Verwandten auf dem Sterbebett ein Versprechen geben. Sie wollen dem Sterbenden eine emotionale Last nehmen und ihm ein gutes und ruhiges Sterben ermöglichen. Ein solches Gelöbnis bezieht sich oft auf die Familie und den Umgang der einzelnen Familienmitglieder miteinander. Die Angehörigen geben ihre Zusage zu diesem Zeitpunkt meist in völliger Überzeugung ab. Doch nur allzu oft überfordern sie sich selbst damit.
Lesen Sie in unserem Fachinformationsdienst „Palliativpflege heute”, was Sie noch alles wissen sollten, wenn es um Versprechen auf dem Sterbebett geht.
Versprechen am Sterbebett sind keine Seltenheit, und nicht immer haben Sie als Außenstehender Einblick darin, was Ihr Pflegekunde mit seinen Angehörigen bespricht. Dennoch können Sie die Angehörigen in einem ruhigen und vertrauensvollen Gespräch über die möglichen Konsequenzen eventuell gegebener Zusicherungen aufmerksam machen.
1. Tipp
Empfehlen Sie den Angehörigen, sich vor der Abgabe eines Versprechens am Sterbebett zu überlegen, ob sie es auch tatsächlich einhalten können. Denn auch, wenn sie in der aktuellen Situation gewillt sind, sich daran zu halten, kann sich das im Laufe des Lebens ändern. Z. B. kann das Versprechen an den sterbenden Vater, sich immer um die Mutter zu kümmern und sie nie in ein Heim zu gegeben, zu einer kaum zu bewältigenden Aufgabe werden. Was ist beispielsweise, wenn die Mutter an einem Leiden erkrankt, das eine jahrelange Pflege erfordert?
2. Tipp
Überlegen Sie gemeinsam eine gangbare Alternative. So könnte die Tochter dem sterbenden Vater zusagen, sich immer bestmöglich um die Mutter zu kümmern. Der Vater kann beruhigt sterben, aber die Tochter bleibt in der Entscheidung, was sie für die Mutter leisten kann, frei.
3. Tipp
Machen Sie den Angehörigen bewusst, dass Versprechen auf dem Sterbebett nicht mehr zurückgenommen werden können. Derjenige, dem es gegeben wurde, ist dann tot. Eine Entscheidung kann daher später nicht mehr abgeändert oder revidiert werden.
4. Tipp
Führen Sie den Angehörigen vor Augen, dass sie unter großen Gewissensbissen leiden können, falls es ihnen nicht möglich ist, ihre Zusage einzuhalten. Dabei ist es unerheblich, aus welchem Grund sie nicht gehalten werden kann.
5. Tipp
Empfehlen Sie den Angehörigen, sich noch vor der letzten Lebensphase des Erkrankten in Ruhe zusammen zu setzen. Wichtige Fragen, die die Familie betreffen, können dann gemeinsam besprochen und geklärt werden. Auf diese Weise ist der Sterbende beruhigt, und die Angehörigen sehen sich nicht genötigt, in einer emotionalen Ausnahmesituation Dinge zu versprechen, die sie später eventuell nicht halten können.
In „Palliativpflege heute” finden Sie noch weitere erprobte Verhaltensregeln zum vertrauensvollen Umgang mit Angehörigen und Versprechen an den Sterbenden.
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