Umschreiben Sie den Tod nicht, sondern nennen Sie ihn beim Namen

Tod und die Palliativpflege

© Robert Hoetink - Fotolia.com

Den Tod als Tod benennen, klar zu sagen, dass jemand verstorben ist, das ist etwas, was vielen Menschen schwerfällt. Daher wird der Tod nur allzu oft mit beschönigenden Worten umschrieben. Der geliebte Mensch ist nicht verstorben, sondern „gegangen” oder „entschlafen”. Doch diese Umschreibungen werden der Tatsache, dass der Mensch unwiederbringlich verstorben ist, nicht gerecht, und sie helfen auch den trauernden Angehörigen nicht, ihren Verlust zu verarbeiten, um Abschied nehmen zu können.

In „Palliativpflege heute” finden Sie noch weitere Informationen und Hinweise, wie Sie eine Todesnachricht gefühlvoll überbringen können.

Sie haben sich sicher auch schon gefragt, wie Sie eine Todesnachricht Angehörigen emphatisch und gefühlvoll überbringen sollen. Die richtige Wortwahl ist in diesem hochsensiblen Moment von großer Bedeutung für die Hinterbliebenen. Sie drückt Ihr Mitgefühl aus, soll gleichzeitig tröstend sein und doch die Realität beim Namen nennen. Bevor Sie Angehörigen eine Todesnachricht überbringen, sollten Sie sich daher Folgendes bewusst machen:

1. Wenn Sie Angehörigen den Tod Ihres Pflegekunden mitteilen müssen, sagen Sie ihnen in gefühlvollen, aber eindeutigen Worten, dass der Betroffene verstorben ist. Versuchen Sie nicht, den Tod zu beschönigen oder zu verharmlosen. Sie erschweren den Hinterbliebenen sonst das Anerkennen der Realität.
Sagen Sie also nicht: „Es tut mir sehr leid, Ihre Mutter ist gegen 14:30 Uhr von uns gegangen.”
Sagen Sie besser: „Es tut mir sehr leid, Ihre Mutter ist gegen 14:30 Uhr verstorben.”

2. Durch eine Umschreibung des Wortes „Tod” wird die Tatsache, dass Ihr Pflegekunde verstorben ist, verharmlost. Sie versuchen damit, die Unabänderlichkeit zu entschärfen und den Hinterbliebenen ein wenig der Trauer und der emotionalen Belastung zu nehmen, sie zu schützen.
Tatsache aber ist: Der Tod ist unabänderlich. Ein verstorbener Mensch kommt nicht mehr zurück und ein Wiedersehen wird es in dieser Welt nicht geben. Diese Tatsache sollte auch beim Überbringen der Todesnachricht zum Ausdruck kommen.

3. Eine Abschwächung oder Verharmlosung der Realität erschwert es den Hinterbliebenen, den Tod anzuerkennen und zu akzeptieren. Eine Trauerbewältigung wird somit beeinträchtigt.

4. Geben Sie auf Nachfragen den Angehörigen genauere Informationen, wie Ihr Pflegekunde verstorben ist. So können Sie den Angehörigen z. B. mitteilen, dass die Mutter am Abend ruhig eingeschlafen ist und dann in der Nacht verstarb, ohne nochmals zu erwachen.

5. Auch wenn Kinder anwesend sind, sollten Sie auf Umschreibungen des Todes verzichten. Kinder können die tiefere Bedeutung dieser Umschreibungen oft noch nicht verstehen. Sie nehmen das Gesagte wörtlich. So kann die Aussage, dass die Oma sanft eingeschlafen ist, dazu führen, dass Kinder Angst vor dem Zu-Bett-Gehen und Schlafen entwickeln. Sie befürchten, wie die Oma nicht mehr aufzuwachen.

In „Palliativpflege heute” finden Sie noch mehr Informationen und Anregungen zum Thema „Den Tod beim Namen nennen”.

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