Unterscheiden Sie die 3 verschiedene Todesstufen

Todesstufen der Palliativpflege

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Sobald ein Mensch gestorben ist, gilt er als „tot”. Doch wie ist eigentlich festgelegt, wann ein Mensch gestorben und somit tot ist? Das ist eine Frage, die nicht nur für Sie als Pflegekraft relevant ist. Auch der normale Bürger wird immer öfter mit dieser Frage konfrontiert, besonders vor dem Hintergrund einer möglichen Organspende. Im Folgenden erfahren Sie, worin sich die 3 verschiedenen Todesstufen unterscheiden.

In „Palliativpflege heute” finden Sie noch weitere erprobte Tipps, wie Sie sich richtig in den verhalten, wenn Ihr Pflegekunde sich in den verschiednen Todesstufen befindet.

Der Tod ist kein Ereignis, das sich ganz exakt auf einen genauen Punkt bestimmen lässt. Wie das Sterben verläuft auch der Tod in Phasen oder Stufen. Vom klinischen Tod des Betroffenen bis hin zum Tod der letzen Körperzelle.

1. Stufe: Der klinische Tod

Die 1. Stufe ist gekennzeichnet von einem völligen Herz-Kreislauf-Stillstand. Es kommt zur Ausbildung der „unsicheren” Todeszeichen, wie zum Beispiel:

  • Atemstillstand
  • Aussetzen des Herzschlages
  • kein Puls
  • Verfärbung der Haut und der Schleimhäute (blass bis bläulich)
  • maximale Pupillenerweiterung
  • fehlende Reflexe

Grundsätzlich ist in dieser Stufe eine Wiederbelebung des Betroffenen innerhalb von 3-6 Minuten noch möglich.

Was Sie als Pflegekraft beachten müssen

In dieser Todesphase kann der Sterbende auch nach Aussetzen der Atmung noch bis zu 20 Sekunden hören, was um ihn herum geschieht. Begegnen Sie dem Sterbenden in dieser Zeit mit höchster Sensibilität und Achtung. Informieren Sie auch die Angehörigen im Vorfeld über diese Tatsache, damit es am Sterbebett nicht zu unüberlegten Worten kommt.

2. Stufe: Der Hirntod

Durch den heutigen Stand der medizinischen Technik ist es durchaus möglich, den klinischen Tod eines Menschen über Tage, ja sogar Monate hinauszuzögern. Dies ist insbesondere im Hinblick auf die heutigen Praxis der Organspende wichtig. Um dennoch zu definieren, ob ein Mensch noch lebt oder bereits verstorben ist, wurde der juristische Begriff „Hirntod“ definiert.
Der Hirntod wird dann festgestellt, wenn alle Hirnfunktionen irreversibler ausgefallen sind. Dieser Befund muss von 2 unabhängigen Untersuchern bestätigt werden. Zusätzlich müssen die klinischen Zeichen des Hirntodes mindestens seit 12 Stunden vorhanden sein.
Die klinischen Zeichen des Hirntodes sind:

  • Koma
  • keine eigenständige Atmung
  • Lichtstarre der Pupillen
  • Fehlen der Hirnstammreflexe (z.B. kein Lidschlussreflex, kein Hust oder Schluckreflex)

Um die Diagnose endgültig abzusichern, wird in aller Regel noch ein 
Elektroenzephalogramm (EEG) zur Messung der Hirnströme durchgeführt. 

Was Sie als Pflegekraft beachten müssen

Für die Angehörigen ist es in dieser Stufe besonders sehr schwer, den Tod des Betroffenen zu akzeptieren. Dadurch, dass Körperfunktionen des Verstorbenen durch medizinische Gräte am Laufen gehalten werden, erscheint der Betroffene für sie noch nicht tod. In solch einem Fall bedarf es sehr viel Geduld und Einfühlungsvermögen die Hinterbliebenen beim Loslassen zu unterstützen, so dass sie den Tod des Betroffenen akzeptieren können.

3. Stufe: Der biologische Tod

Vom biologischen Tod wird dann gesprochen, wenn alle Organ- und Zellfunktionen unwiederbringlich erloschen sind und auch die letzte Körperzelle abgestorben ist. Dieser Vorgang kann bis zu 48 Stunden dauern. Der biologische Tod ist erkennbar durch den Eintritt der sicheren Todeszeichen, die in einer bestimmten Reihenfolge auftreten:

  1. Totenflecke (Livores), verursacht durch das Absinken des Blutes in tiefer gelegene Körperregionen, wie zum Beispiel die Hände, Füße und Rücken.
  2. Totenstarre (Rigor mortis). Sie beginnt je nach Außentemperatur nach 2-4 Stunden und dauert bis zu 2-3Tagen an.
  3. Autolyse (Selbstauflösung). Der Körper beginnt, durch den Einfluss körpereigener Enzyme und Bakterien, sich selbst zu zersetzen.

Was Sie als Pflegekraft beachten müssen

Die Hinterbliebenen sind in diesem Zeitraum in einem Wechselbad zwischen überschäumendem Aktionismus und lähmender Trauer. Unterstützen Sie die Angehörigen, indem Sie ihnen Ihre Anteilnahme zeigen. Nehmen Sie sich Zeit, wenn Angehörige weiterhin den Kontakt zu Ihnen suchen. Bieten Sie Informationen zu Trauerseminaren, Trauercafes oder ähnlichen Angeboten an.

In „Palliativpflege heute” finden Sie noch weitere wichtige Informationen zum Thema: „Wann ist ein Mensch verstorben?”.

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