Trost ist eine Insel im Meer

Pflege und Angehörige

© Gina Sanders - Fotolia.com

Sicher wissen Sie, wie schwer es ist, Angehörige nach dem Tod Ihres Pflegekunden zu trösten. Die Tatsache, dass dieser Mensch meist nach einer sehr langen Krankheit erlöst ist, gibt nicht allen Menschen Trost. Angehörige durchleben nach dem Versterben des Erkrankten aber nicht nur Trauer, sondern häufig auch Wut und Schuldgefühle. Für Sie als Pflegekraft ist es in solch einer Situation nicht immer einfach, richtig zu reagieren und die passenden Worte zu finden. Lesen Sie daher hier, wie Sie empathisch auf Angehörige zugehen und sie am Beginn des Trauerprozesses unterstützen können.

Weitere Informationen zum Thema Angehörige und Trauer in der Pflege finden Sie in "Palliativpflege heute".

Unser deutsches Wort „trösten“ stammt aus der dem Indogermanischen und bedeutet „treu“. Somit bedeutet jemanden trösten, ihm in einer sehr schweren Zeit beizustehen und treu zu sein. Wie aber sieht das in der Praxis aus? Was können Sie explizit tun, um den Angehörigen Ihres verstorbenen Pflegekunden in der Trauer zu unterstützen? Lesen Sie nachfolgend 3 Empfehlungen, die Ihnen zukünftig dabei helfen, noch besser mit dem Trauernden umzugehen.

Empfehlung 1: Hören Sie aktiv zu

Das hört sich oft einfacher an, als es in Wirklichkeit ist. Denn es ist nicht leicht, jemanden z. B. sagen zu hören: „Jetzt, wo mein Mann gestorben ist, sehe ich keinen Grund mehr, alleine weiterzuleben“. Auf einen solchen Satz würden die meisten Menschen am liebsten mit einer Fülle gut gemeinter Ratschläge antworten und Gründe aufzählen, warum sich ein Weiterleben auf jeden Fall lohnt. Doch genau das sollen Sie nun nicht tun. Hören Sie zu und akzeptieren Sie die Gefühle der Trauer. Sie können auch zum Ausdruck bringen, dass Sie die Gefühle des Trauernden verstehen oder nachvollziehen können. Deuten Sie vorsichtig an, dass sich solche Gefühle im Laufe der Zeit auch wieder ändern können. Versuchen Sie, Angehörige behutsam eine Zukunftsperspektive aufzuzeigen.

Empfehlung 2: Geben Sie auch Schuldgefühlen Raum

Sie werden es sehr oft erleben, dass sich Trauende mit Schuldgefühlen quälen. „Warum habe ich nicht gleich reagiert? Hätte ich doch nur …“ sind Sätze, die Sie besonders zu Beginn der Trauer hören werden. Hier hat es in aller Regel keinen Sinn, dem Trauenden bewusst machen zu wollen, dass er oft gar nicht anders hätte handeln können. Solche Worte werden nicht ankommen. Vielmehr würden Sie so dem Trauernden das Gefühl vermitteln, nicht ernst genommen zu werden. In solchen Situationen ist es am besten, wenn Sie dem Betroffenen Raum lassen, seine Gefühle zu äußern, um sie damit auch besser verarbeiten zu können.

Empfehlung 3: Zeigen Sie Mitgefühl

Um wirkliches Mitgefühl zeigen zu können, müssen Sie sich mit dem Trauenden auf eine emotionale Stufe stellen. Sie müssen es schaffen, sich in seine Situation hineinzuversetzen. Dazu müssen Sie nicht zwangsweise selbst schon eine ähnliche Situation erlebt haben. Sie müssen sich nur darüber im Klaren sein, dass die Trauer auch Sie selbst eines Tagen treffen kann. Wenn Sie sich dies bewusst gemacht haben, fällt es Ihnen nicht weiter schwer, die Gefühle des Trauernden wirklich zu verstehen und mit ihm zu fühlen.

In "Palliativpflege heute" finden Sie noch mehr Empfehlungen zum Thema Angehörige und Trauer in der Pflege.

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