So bereiten Sie Ihre Trauerrede richtig vor

Trauerrede in der Palliativpflege

© Nature Cats - Fotolia.com

Eine Trauerrede zu halten ist nicht einfach. Besonders dann, wenn man keine Übung darin hat. Denn schließlich ist eine Trauerrede etwas Besonderes. Sie soll die Persönlichkeit des Verstorbenen in den Mittelpunkt stellen, auf seine Verdienste hinweisen und den Hinterbliebenen Trost spenden. Hohe Anforderungen, die es zu erfüllen gilt. Die folgende Themensammlung hilft Ihnen, Ihre Trauerrede richtig vorzubereiten und zu halten.

In „Palliativpflege heute“ finden Sie noch weitere Ideen und Tipps, wie Sie Ihre Trauerrede optimal gestalten können.

Bevor Sie mit dem Schreiben Ihrer Rede beginnen, sollten Sie sich ein paar Minuten Zeit nehmen und sich überlegen, wie Sie Ihre Rede grundsätzlich strukturieren wollen. Was soll der Hauptteil Ihrer Rede werden? Überlegen Sie dabei, in welcher Funktion Sie die Trauerrede halten. Sind Sie ein naher Angehöriger, ein Freund oder ein Kollege? Je nach Funktion sollten Sie Ihre Rede sehr persönlich oder auch ein wenig formeller gestalten.

Die folgenden Fragen helfen Ihnen, in Ihrer Rede den Verstorbenen als Person zu beschreiben, nichts Wichtiges zu vergessen und einen 1. Rohentwurf für Ihre Rede zu verfassen.

Themensammlung:

So erfassen Sie alle wichtigen Aspekte des Verstorbenen in Ihrer Trauerrede

  • Was für ein Mensch war der Verstorbene?
  • Welche Charaktereigenschaften schätzten Sie besonders an ihm?
  • Welche beruflichen oder privaten Leistungen hat er vollbracht?
  • Wer oder was hat ihm in seinem Leben besonders viel bedeutet?
  • Wer oder was war ihm Vorbild oder hat ihn geprägt?
  • Welche wichtigen gemeinsamen Erlebnisse hatten Sie mit dem Verstorbenen?
  • Was werden Sie in Zukunft vermissen?
  • Was war der Verstorbene für seine Familie/Kollegen/Freunde?
  • Was haben Sie von dem Verstorbenen für Ihr eigenes Leben gelernt?
  • Wofür sind Sie dem Verstorbenen besonders dankbar?
  • Was bleibt vom Leben des Verstorbenen trotz seines Todes weiter bestehen? Wo hat sein Leben für andere dauerhaft einen positiven Einfluss hinterlassen?
  • Welche lustige Marotte/Angewohnheit hatte der Verstorbene?

So bauen Sie Ihre Trauerrede gekonnt auf

Nachdem Sie nun genügend Ideen für Ihre Rede gesammelt haben, geht es daran, Ihre Rede gekonnt und einfühlsam zu verfassen. Schreiben Sie dazu genau auf, was Sie sagen möchten. Denken Sie auch an die direkte Anrede der Hinterbliebenen, denn in der Aufregung, vor vielen Trauergästen sprechen zu müssen, kann es leicht dazu kommen, dass dies vergessen wird.

Die Einleitung:

  • Begrüßen Sie die Hinterbliebenen direkt und persönlich. Beginnen Sie dabei mit den engsten Angehörigen gefolgt von der restlichen Familie. Erkundigen Sie sich im Vorfeld nach den eventuell geänderten Familiennamen der engsten Angehörigen.

Beispiel: „Liebe Frau Müller, liebe Angehörige, verehrte  Trauergäste...”

Der Hauptteil:

  • Für den Hauptteil können Sie nun Ihre Ideensammlung nutzen. Sprechen Sie kurz über das Leben des Verstorbenen, was Sie besonders geschätzt haben, was Sie von ihm gelernt haben und was Sie in Zukunft vermissen werden.
  • Auch wenn Sie ein Kollege sind und den Verstorbenen nur beruflich kannten, ist es wichtig, dass Sie in Ihrer Rede die menschliche Seite des Verstorbenen betonen und aufzeigen. Denken Sie immer daran, dass die Angehörigen mehr verloren haben als einen verlässlichen Kollegen.

Beispiele: „Immer wieder denke ich gerne daran zurück, wie Herr Müller...”
„Dank Edmund weiß ich heute...”
„Ohne Klaus wäre ich heute nicht der, der ich bin.”
„Die Uneigennützigkeit von Klaus wird uns immer ein Vorbild sein.”

Der Schluss:

  • Am Ende Ihrer Rede können Sie nochmals Ihrer Trauer über den Verlust des Verstorbenen Ausdruck verleihen. Weisen Sie aber auch darauf hin, was für die Hinterbliebenen vom Leben des Verstorbenen bleibt. Was er als Lebenswerk hinterlassen hat und dass Sie sein Andenken in Ehren halten werden.
  • Geben Sie den Angehörigen noch die besten Wünsche und viel Kraft für die kommende Zeit mit auf den Weg.
  • Sie können Ihre Rede auch mit einer passenden Bibelstelle, die Trost und Hoffnung verspricht, enden lassen.

Beispiel: „Ich wünsche Ihnen, Frau Müller, und Ihrer Familie viel Kraft, die kommenden schweren Tage zu bestehen und trotz des tragischen Verlustes wieder Freude und Lebensmut zu finden.”
„Ich möchte enden mit den Worten aus Jesaja 25: ‚Es ist der Herr, auf den wir hoffen. Er wird alle Tränen abwischen. Er wird den Tod verschlingen auf ewig.’”

Noch viele zusätzliche Beispiele zur Ausgestaltung und Formulierung Ihrer Trauerrede lesen Sie in „Palliativpflege heute”.

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