So helfen Sie Mitarbeitern mit Migrationshintergrund, ihre Sprachkenntnisse zu erweitern

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Umfragen belegen, dass ca. 30 % der Pflegemitarbeiter in ambulanten und stationären Altenpflegeeinrichtungen einen Migrationshintergrund haben. Natürlich bedeutet dies nicht, dass alle diese Mitarbeiter Sprachprobleme haben, da viele von ihnen deutschsprachig aufgewachsen sind oder bereits in der 2. Generation in Deutschland leben. Bestimmt haben Sie eine Vielzahl von fremdsprachigen Mitarbeitern, deren Arbeit Sie sehr schätzen, die anerkannte Teammitglieder sind und einen besonders guten Zugang zu Bewohnern haben. Möglicherweise gestaltet sich aber die Zusammenarbeit bei einzelnen Mitarbeitern im Alltag trotzdem schwierig, da sie Arbeitsaufträge nicht verstehen, aktivierende Pflege als Unhöflichkeit gegenüber dem Bewohner betrachten oder nicht korrekt dokumentieren. Wie Sie deren Sprachkenntnisse überprüfen und ihnen helfen können, diese zu verbessern, haben wir für Sie zusammengefasst.
Weitere Informationen zum Thema Mitarbeiter in der Pflege und Sprachprobleme finden Sie in "Qualität in der Pflege".
Obwohl Sie Mitarbeiter mit Verständigungsproblemen insgesamt betrachtet als Bereicherung Ihres Gesamtpflegeteams ansehen, erfüllen sie evtl. aufgrund ihrer Sprachprobleme die zugeteilten Arbeitsanforderungen nicht. Ebenso gibt es Fachkräfte, die aufgrund ihrer sprachlichen Mängel keine Pflegeplanungen schreiben können. Ihnen bleibt nichts anderes übrig: Führen Sie Gespräche mit Ihren fremdsprachigen Mitarbeitern über das Thema „Sprachverbesserung“.
Mit der Checkliste „Sprache und Verstehen“ definieren Sie ein mögliches sprachliches Defizit Ihres Mitarbeiters konkret und können daraus Lösungsansätze besser formulieren. Sprechen Sie diese Checkliste mit Ihrem Mitarbeiter durch und legen Sie daraus seinen individuellen Schulungsbedarf fest. Besonders langjährige Mitarbeiter empfinden es womöglich als verordnete Nachhilfe, wenn sie plötzlich aufgrund ihrer sprachlichen Mängel Unterricht nehmen müssen.
Nutzen Sie diese Möglichkeiten zur Kommunikationsverbesserung:
- Teilnahme an Deutschkursen bei der VHS oder anderen Bildungsträgern.
- Bitten Sie Ihren Mitarbeiter, zuhause täglich mindestens 2 Seiten aus einem deutschsprachigen Buch zu lesen und zu verstehen.
- Bei besonders großen Sprachschwierigkeiten machen Sie es zur Auflage, dass Ihr Mitarbeiter ein Wörterbuch bei sich trägt.
- Organisieren Sie Lerngruppen in Ihrer Einrichtung.
Tipp: Nutzen Sie das Lehrbuch „Deutsch für die Altenpflege“ von Ingrid Peikert, erschienen im Elsevier, Urban & Fischer Verlag. Die Autorin beschreibt Situationen aus dem Pflegealltag und entwickelt darauf aufbauend Sprachübungen. Nachdem der Nutzer das Buch durchgearbeitet hat, hat er auf der Internetseite des Verlages die Möglichkeit, einen Test herunterzuladen, um sein Wissen zu überprüfen.
Selbstverständlich ist es nicht leicht, in einem fremden Land Fuß zu fassen. Dennoch müssen auch Ihre Bewohner von den Pflegekräften mit Migrationshintergrund vor Ort adäquat betreut werden. Tragen Sie dazu bei, indem Sie Ihren fremdsprachigen Mitarbeitern Gelegenheit geben, ihre deutschen Sprachkenntnisse zu vervollkommnen.
Achten Sie darauf, dass Ihnen keine Diskriminierung unterstellt werden kann. Erstellen Sie Anforderungsprofile für die einzelnen Stellenausschreibungen. Welche Anforderungen muss ein Mitarbeiter für eine bestimmte Stelle erfüllen? Das erleichtert allen Mitarbeitern einen objektiven Abgleich. Legen Sie bei Sprachschwierigkeiten zusätzlich Übergangsregelungen fest, die es dem Mitarbeiter realistisch ermöglichen, seine Kenntnisse zu verbessern. Binden Sie die Mitarbeitervertretung in Ihr Konzept mit ein.
Checkliste
Kriterienkatalog: Prüfen Sie die Kompetenz Ihrer Mitarbeiter im Bereich Sprache und Verstehen
Kriterium | Ja | Nein | Veränderungsbedarf |
1. Der Mitarbeiter kann Informationen in deutscher Sprache für die anderen Pflegemitarbeiter verständlich weitergeben. | | | |
2. Er versteht die schriftlichen Informationen aus dem Dokumentationssystem und kann diese in Handlung umsetzen. | | | |
3. Die Bewohner / Patienten verstehen ihn und setzen seine Anleitung ihrem Krankheitsbild entsprechend um. | | | |
4. Ihr Mitarbeiter kann sich auch demenziell veränderten Bewohnern / Patienten gegenüber verständlich machen. | | | |
5. Der Mitarbeiter versteht mündliche Arbeitsaufträge oder fragt nach, wenn er etwas nicht verstanden hat. | | | |
6. Er versteht die teilweise undeutlich ausgesprochenen Wünsche von Bewohnern / Patienten und berücksichtigt diese. | | | |
7. Ihr Mitarbeiter kennt die wichtigsten Fachausdrücke. | | | |
8. Er kann seine Beobachtungen schriftlich so ausdrücken, dass sie für andere verständlich sind. (Muss nicht grammatikalisch korrekt formuliert sein.) | | | |
9. Der Mitarbeiter versteht auch den regionalen Dialekt der Bewohner. | | | |
Auswertung: Je öfter Sie „Nein“ angekreuzt haben, desto schneller müssen Sie handeln.
Im PPM-Fernkurs "Qualitätsbeauftragter in der Altenpflege" lernen Sie noch mehr zum Thema Mitarbeiter in der Pflege und Sprachprobleme.
Weitere Informationen
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