Helfen Sie Ihren Pflegekunden bei schweren Angstzuständen

© flashpics - Fotolia.com
„Schwester, Schwester kommen Sie schnell! Schauen Sie nur, meine Arme verfärben sich ganz blau, ich glaube ich sterbe jetzt. Helfen Sie mir doch!“ So panisch rief letztens ein Pflegekunde seine Pflegekraft zu sich. Er schaute sie mit weit aufgerissenen Augen an und flehte um Hilfe. Haben Sie solche Situationen auch schon erlebt?
In der Palliativpflege sind schwere und schwerste Angstzustände Ihrer Pflegekunden keine Seltenheit. Konfrontiert mit dem baldigen Ende ihres Lebens reagieren fast alle Ihrer Pflegekunden mit Angst und Panikattacken. Oft ist die Gabe von beruhigenden und angstlösenden Medikamenten die einzige Möglichkeit, Ihre Pflegekunden wieder zu beruhigen. Doch nicht immer benötigen Sie Medikamente, um die Ängste Ihrer Pflegekunden zu beschwichtigen.
Alle Hintergründe und Behandlungsmethoden bei Angstzuständen finden Sie in Palliativpflege aktuell .
Davor fürchtet sich Ihr Pflegekunde
Die Gründe, warum sich Ihr Kunde ängstigt, sind individuell und sehr vielfältig. Die häufigsten sind:
- Angst vor Schmerzen, Schwäche, Abhängigkeit
- Angst vor psychischen Veränderungen und Verlust der geistigen Zurechnungsfähigkeit
- Angst vor dem Verfall des Körpers und dem Fortschreiten der bestehenden Erkrankung
- Angst um die zukünftige finanzielle Absicherung der Familie
- Angst vor dem Sterben generell
Aber auch organische Veränderungen durch das Fortschreiten der Erkrankung können Angst- und Panikattacken bei Ihren Pflegekunden auslösen. Hierzu gehören vor allem:
- Schwierigkeiten bei der Atmung
- Hirn-Metastasen
- Veränderungen im zentralen Nervensystem
- Delirium
- überdosierte Medikamente
Mit diesen Veraltensmaßnahmen können Sie Ihren Pflegekunden bei Ängsten unterstützen
Medikamente sind eine Variante, den Ängsten Ihrer Pflegekunden zu begegnen. Aber Sie haben auch noch andere Möglichkeiten. Sicherlich wird mindestens eine der folgenden Empfehlungen bei Ihrem Kunden helfen:
Bieten Sie ein Gespräch an
Während einer Angstattacke kann es für Ihren Pflegekunden sehr beruhigend sein, jemanden an seiner Seite zu wissen, mit dem er über seine Ängste sprechen kann. Es kann vorkommen, dass die Ängste Ihres Pflegekunden immer nichtreal sind (z. B. dass die Familie Ihres Pflegekunden nach seinem Tod die Wohnung verliert und zukünftig in einem Obdachlosenheim leben muss). Dennoch ist es wichtig, dass Sie dem Betroffenen zuhören und ihn in seinen Ängsten ernst nehmen. Versuchen Sie dann, vorsichtig und einfühlsam im Verlauf des Gespräches wieder einen Bezug zur Realität herzustellen. So können Sie Ihrem Pflegekunden zeigen, dass seine Ängste unbegründet sind. Eine vertrauensvolle Beziehung zu Ihrem Pflegekunden erleichtert hierbei vieles.
Beziehen Sie die Familie mit ein
Viele Ängste Ihres Pflegekunden lassen sich durch ausführliche Gespräche innerhalb der Familie lindern. Daher ist es wichtig, die Familie über die Ängste und Befürchtungen Ihres Pflegekunden zu unterrichten. So besteht die Möglichkeit, wichtige Gespräche zu führen und entstandene Ängste wieder abzubauen. Bevor Sie die Familie jedoch mit einbeziehen, sollten Sie mit Ihrem Pflegekunden besprechen, ob er mit dieser Vorgehensweise auch einverstanden ist. Nicht jeder Mensch möchte sein Gefühlsleben vor anderen ausbreiten. Nicht einmal vor der eigenen Familie.
Lassen Sie in der Nacht das Licht an
Die Nächte sind eine besonders belastende Zeit. Sie sind lang, dunkel und viele Ihrer Pflegekunden fühlen sich in dieser Zeit besonders einsam. Hier kann es helfen, wenn Sie ein kleines gedämpftes Licht im Zimmer brennen lassen. Achten Sie aber darauf, dass sich Ihr Pflegekunde nicht durch das Licht geblendet fühlt und keine Feuergefahr entsteht.
Geben Sie körperliche Zuwendung
Viele Ihrer Pflegekunden werden ruhiger, sobald sie spüren, dass sie nicht allein sind. Körperkontakt hat dabei die beruhigendste Wirkung auf die Betroffenen. Nehmen Sie sich dazu einen Stuhl, und stellen Sie ihn seitlich so neben das Bett Ihres Pflegekunden, dass Sie ihm gegenüber sitzen. Anschließend legen Sie Ihren Unterarm unter den Unterarm des Kranken und halten dabei gleichzeitig seinen Ellenbogen fest. Sie werden merken, dass sich Ihr Pflegekunde bei dieser Maßnahme schnell entspannt.
Führen Sie eine beruhigende Körpereinreibung durch
Mit dem Körperöl „Öl der Eirene“ können Sie Ihrem Pflegekunden den Rücken und die Brust einreiben. Sie werden sehen, dass seine Ängste schnell nachlassen werden.
Sie benötigen:
- 6 Tr. Orangenöl
- 10 Tr. Lavendelöl
- 3 Tr. Ylang-Ylang
- 100 ml Aprikosenkernöl
- 1 Flasche für ca. 100 ml
So gehen Sie vor:
- Geben Sie die ätherischen Öle und das Aprikosenkernöl zusammen in die Flasche. Sie werden sich problemlos miteinander vermischen.
- Nun können Sie die Brust und den Rücken Ihres Pflegekunden mit der Ölmischung sanft einreiben.
Extra-Tipp: Denken Sie immer daran, dass Ihr Pflegekunde während einer akuten Panik- und Angstattacke jemanden braucht, der Ruhe und Sicherheit ausstrahlt.
In Palliativpflege aktuell finden Sie mehr Tipps zum Thema Angstzustände in der Pflege.
Weitere Informationen
Dieses Produkt könnte für Sie interessant sein:
Holen Sie sich professionellen Rückhalt bei der würdevollen Begleitung, Betreuung und Versorgung von schwerstkranken und sterbenden Menschen. Praxisnahe Tipps und Umsetzungshilfen...
Kommentare / Bewertung

Übermittlung Ihrer Stimme...
Artikel hat 5.0 von 5 Sternen erhalten (1 Bewertungen).
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.