Gestalten Sie Ihre hauseigene Beileidskarte

Palliativpflege Beileidskarte

© Michaela Müller - Fotolia.com

Sie sind sicher auch der Meinung, dass Sie nach dem Tod eines Ihrer Pflegekunden den Angehörigen eine Beileidskarte zukommen lassen sollten. Doch wie sollte diese gestaltet sein?
Eine Beileidskarte, die mitfühlend, stilvoll und gleichzeitig die Werte Ihres Hauses oder Pflegedienstes widerspiegelt, ist nicht leicht zu finden. Daher bietet es sich an, eine eigene Beileidskarte zu entwerfen. Diese können Sie dann nach Ihrem Wunsch gestalten und beschriften. Denken Sie aber immer daran, dass eine Beileidskarte auch gleichzeitig ein Aushängeschild Ihres Hauses ist. Sie sollten daher nicht am falschen Ende sparen.

Noch mehr Informationen zum Thema Beileidskarte in der Palliativpflege finden Sie in "Palliativpflege heute".

Gestalten Sie die Beileidskarte individuell

Beileidskarten sind traditionell Klappkarten. Auf der Außenseite befindet sich oft das Bild eines Kreuzes, eines großen, alten Baumes, einer Kirche, zum Gebet gefalteter Hände oder Ähnliches. Sie können Ihre Beileidskarte jedoch auch ganz persönlich gestalten, indem Sie z. B. ein schönes Foto Ihres Pflegekunden auf die Vorderseite kleben.

So können Sie dabei vorgehen:

  1. Dem Anlass entsprechend empfiehlt es sich, auf die Vorderseite einer einfachen weißen oder cremeweißen Klappkarte einen schwarzen Fotokarton zu kleben.
  2. Nehmen Sie ein hübsches Foto Ihres Pflegekunden und schneiden Sie es passend zu. Achten Sie darauf, dass Sie einen kleinen, weißen Rand um das Bild herum lassen. Die Karte wirkt so plastischer.
  3. Auf den Fotokarton können Sie nun das Foto Ihres Pflegekunden kleben.

Sie können natürlich auch Ihre Beileidskarte bei einer Druckerei speziell für Ihr Haus oder Ihren Pflegedienst drucken lassen. Dabei sollten Sie bei der Bildgestaltung für die Vorderseite darauf achten, dass Sie sich für ein Bild oder Foto entscheiden, das nicht religiös gebunden ist. Ein Kreuz z. B. wäre nicht so passend, da Sie vielleicht auch Kunden betreuen, die nicht dem christlichen Glauben angehören. Wählen Sie lieber ein unverfängliches Bild oder Foto (z. B. ein ruhiges Gewässer, einen See, das Bild Ihres Hauses etc.).

Auf der rechten Innenseite der Klappkarte können Sie nun Ihren Trauerspruch, ein Gedicht oder Ähnliches schreiben bzw. drucken lassen.

4 Beispiele für Trauertexte

1. Beispiel:

Der Tod ist wie ein Horizont,
dieser ist nichts anderes als die Grenze unserer Wahrnehmung.
Wenn wir um einen Menschen trauern, freuen sich andere,
ihn hinter der Grenze wieder zu sehen.

Wie soll man dem Tod begegnen,
wenn er vor der Türe steht?
Soll man hoffen, soll man beten,
flehen, dass er weitergeht?

Ja! Er soll nur weitergehen –
denkt man und vergisst dabei,
dass nur der Tod kann es verstehen,
wenn einer sagt: Ich bin so weit.
(Verfasser unbekannt)

2. Beispiel:

Es gibt nichts, was die Abwesenheit eines geliebten Menschen ersetzen kann. Je schöner und voller die Erinnerung, desto härter die Trennung, aber die Dankbarkeit schenkt in der Trauer eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in sich.
(Dietrich Bonhoeffer)

3. Beispiel:

Einschlafen dürfen, wenn man müde ist,
und eine Last fallen lassen können,
die man lange getragen hat,
das ist eine tröstliche, eine wunderbare Sache.
(Hermann Hesse)

4. Beispiel:

Es sandte mir das Schicksal tiefen Schlaf.
Ich bin nicht tot, ich tauschte nur die Räume.
Ich leb in euch, ich geh in eure Träume,
da uns, die wir vereint, Verwandlung traf.

Ihr glaubt mich tot, doch dass die Welt ich tröste,
leb ich mit tausend Seelen dort,
an diesem wunderbaren Ort,
im Herzen der Lieben. Nein, ich ging nicht fort,
Unsterblichkeit vom Tode mich erlöste.
(Michelangelo Buonarroti)

Weitere Anregungen finden Sie z. B. hier: http://www.trauer.org

Das soll noch auf die Beileidskarte

Auf der linken Karteninnenseite können Sie nun noch einen kurzen persönlichen Text schreiben z. B.: „Mit diesen Versen möchten wir Ihnen Trost und unsere tiefe Anteilnahme aussprechen“. Bitte denken Sie unbedingt daran, Ihre Trauerkarte persönlich zu unterschreiben. Eine gedruckte Unterschrift ist hier fehl am Platz und vermittelt den Angehörigen nicht die Anteilnahme, die Sie ausdrücken möchten.

Praxis-Tipp: Beziehen Sie Ihre Mitarbeiter und Kollegen in die Gestaltung Ihrer hauseigenen Beileidskarte mit ein. Noch mehr „Persönlichkeit“ erhält Ihre Beileidskarte durch die aktive Mitwirkung Ihrer Mitarbeiter und Kollegen. Sicher kann einer Ihrer Mitarbeiter besonders gut fotografieren und ein anderer hat ein gutes Händchen für die künstlerische Ausgestaltung der Beileidskarte. Nutzen Sie das kreative Potenzial Ihres Teams. So ist Ihre Beileidskarte nicht nur eine Aufmerksamkeit, sondern ein letzter Gruß des ganzen Hauses an Ihren verstorbenen Pflegekunden und seine Angehörigen.

In "Palliativpflege heute" finden Sie noch mehr Praxis-Tipps zum Thema Beileidskarte in der Palliativpflege.

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