Betreuungsgruppe für Menschen mit Demenz hilft Angehörigen und Erkrankten

Betreuungsgruppe: Hier werden Demenzkranke optimal versorgt

In Deutschland leiden weit mehr als 1 Million Menschen an einer Demenz. Etwa 80 % dieser Menschen mit Demenz werden dabei von ihren Familienangehörigen zu Hause betreut. Die Betreuung eines Demenzkranken erfordert viel Geduld und Zuwendung und ist oft mit enormen physischen und psychischen Belastungen für die Familienangehörigen verbunden.

Noch mehr Informationen zu den Themen Betreuungsgruppe und Demenz in der Pflege finden Sie in "Demenz: Pflege & Betreuung kompakt".

Betreuungsgruppe vom Staat gefördert

Das Pflegeleistungsergänzungs-Gesetz (PflEG) fördert niedrigschwellige Betreuungsangebote wie eine Betreuungsgruppe für Menschen mit Demenz:

  • Um Angehörige in der Pflege zu entlasten und ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich hin und wieder ein paar „freie Stunden“ zu gönnen, ist 2002 das Pflegeleistungs-Ergänzungsgesetz (PflEG) in Kraft getreten.
  • Dabei wurden im Wesentlichen die § 45 a–c Sozialgesetzbuch (SGB) XI ins Pflegeversicherungsgesetz neu eingeführt. Seitdem können Pflegebedürftige mit einem „erheblichen allgemeinen Betreuungsbedarf“, wie z. B. Menschen mit einer Demenz, zusätzliche Betreuungsleistungen in Anspruch nehmen.
  • Außerdem soll das Pflegeleistungs-Ergänzungsgesetz den Aufbau von qualitätsgesicherten und niedrigschwelligen Betreuungsangeboten für Pflegebedürftige fördern.
  • Zu den niedrigschwelligen Betreuungsangeboten zählen in erster Linie eine Betreuungsgruppe oder eine stundenweise Betreuung von Patienten mit Demenz.

Psychische Belastung bei pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz

Viele Menschen mit Demenz werden zu Hause von ihren Familien versorgt. Dabei zeigt sich immer wieder, dass vor allem bei Demenzkranken, die noch zu Hause leben, nicht nur die an Demenz Erkrankten Hilfe benötigen, sondern auch die Angehörigen in der Pflege.

Mit den Gedächtnisstörungen lernen die meisten der Angehörigen im Laufe der Zeit umzugehen, schwieriger ist es jedoch mit die Persönlichkeitsveränderungen zu akzeptieren.

Oft müssen die pflegenden Angehörigen hilflos dabei zusehen, wie sich z. B. der Vater oder die Mutter immer stärker verändern. Der Demenzforscher Elmar Gräßel von der Universität Nürnberg-Erlangen hat herausgefunden, dass etwa 40 % der Angehörigen in der Pflege unter körperlichen und seelischen Beschwerden leiden. Dies resultiert u. a. daraus, dass sich die Angehörigen oft für das Verhalten des Kranken schämen, ihn schwer „loslassen“ können und den an Demenz Erkrankten deshalb nicht in „fremde“ Hände geben möchten.

Die 4 Ziele einer Betreuungsgruppe für Menschen mit Demenz

1. Ziel: Entlastung und Beratung

Vorrangiges Ziel einer Betreuungsgruppe für Menschen mit Demenz ist die Entlastung der pflegenden Angehörigen. Die Angehörigen haben die Möglichkeit, sich – ohne schlechtes Gewissen – einige Stunden Zeit für sich selbst zu nehmen, weil sie Ihren Verwandten in guten Händen wissen. Außerdem können Angehörige in der Pflege in einer Betreuungsgruppe beobachten, wie die Helfer mit den Dementen umgehen, und so neue Umgangs- und Betreuungsformen kennen lernen.

2. Ziel: Optimale Betreuung der Menschen mit Demenz

Der Erkrankte wird in einer Betreuungsgruppe für an Demenz Erkrankte professionell durch eine Fachkraft und durch geschulte ehrenamtliche Mitarbeiter begleitet. So profitiert der Demenzkranke von der Betreuung und Förderung durch eine neue, mit der Krankheit vertraute Bezugsperson. Zudem gewöhnen sich die Betroffenen an einen bestimmten Programmablauf. Das kann auch den eventuell späteren Übergang in eine Fremdbetreuung (in die Tages-, Nacht- oder Kurzzeitpflege oder in eine stationäre Einrichtung) erleichtern.

3. Ziel: Individuelle Förderung von Menschen mit Demenz

Der Wechsel der Umgebung und ein Programm, das sich an den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Menschen mit Demenz orientiert, ermöglichen es den Kranken, neue Erfahrungen zu machen. Durch angemessene Beschäftigungsmöglichkeiten werden oftmals verloren geglaubte Ressourcen wieder freigesetzt, die zu Hause verloren gehen, da Familien und Angehörige dazu neigen, den Erkrankten zu schützen und aus seiner täglichen Verantwortung zu nehmen.

4. Ziel: Kontakte mit anderen Betroffenen – für Menschen mit Demenz und pflegende Angehörige

Durch eine Gruppe von Menschen, die auch an demenziellen Einschränkungen leiden, können die Demenzkranken neue soziale Rollen einnehmen, in denen sie sich z. B. als Helfer kompetent fühlen. Demenzkranke erfahren durch den unbelasteten Kontakt zu anderen Betroffenen eine neue Wertschätzung und Förderung. Eine Betreuungsgruppe für Menschen mit Demenz eröffnen aber auch pflegenden Angehörigen Kontaktmöglichkeiten zu anderen Betroffenen. Hier können sie auch einmal „Dampf ablassen“, da sie Ansprechpartner finden, die sich in einer ähnlichen Situation wie sie selbst befinden. Optimalerweise senkt die oftmals erste Inanspruchnahme von fremder Hilfe die Hemmschwelle bei Angehörigen und Kranken und kann dann die Basis für die Annahme weiterer Unterstützung sein.

Mehr Informationen zum Thema Betreuungsgruppe und Demenz in der Pflege finden Sie auch in "Demenz: Pflege & Betreuung kompakt".



Weitere Informationen

Dieses Produkt könnte für Sie interessant sein:

 
Demenz: Pflege & Betreuung kompakt
Demenzkranke sind für Pflegekräfte immer wieder eine große Herausforderung. Unser Fachinformationsdienst unterstützt Sie dabei mit neuesten Erkenntnissen aus Pflege und Medizin...
 
 
 


Kommentare / Bewertung

Übermittle Bewertung...
Artikel hat 4.5 von 5 Sternen erhalten (2 Bewertungen).
Klicken Sie auf einen der Sterne, um den Artikel zu bewerten.
Noch keine Kommentare zu diesem Artikel vorhanden.

Um einen Kommentar zu verfassen müssen sie eingeloggt sein. Bitte geben Sie hier Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein:


Passwort vergessen?
Neu registrieren

 
© PRO PflegeManagement Verlag & Akademie
 

MeinPPM




Passwort vergessen?
Neu registrieren

Kundendienst

erreichbar täglich von 7-22 Uhr
Telefon: 0228/95 50 130
Fax: 0228/369 60 01
E-Mail: kundendienst(at)vnr.de