Mit diesen Tipps behalten Sie als PDL den Nachtdienst im Blick

© Tres Delinquentes - Fotolia.com
Dass die Arbeitsbedingungen und auch die Aufgaben der Mitarbeiter im Nachtdienst sich deutlich von denen des Tagesdienstes unterscheiden, ist keine Neuigkeit: Nachtwachen haben eine höhere Autonomie bei ihrer Ablaufgestaltung. Sie können sich ohne die Beantwortung von Telefonaten und Gespräche mit Besuchern auf die Bewohner konzentrieren. Und sie arbeiten mit weniger Kollegen in einem eingespielten Team. Ihnen geht es womöglich wie vielen Pflegedienstleitungen und Sie haben zu diesen Mitarbeitern weit weniger Kontakt als zu den tagsüber arbeitenden Pflegekräften. Folglich erhalten Mitarbeiter im Nachtdienst weniger Rückmeldungen, sowohl im Hinblick auf die Wertschätzung einer guten Arbeitsleistung als auch zu korrekturbedürftigem Verhalten. Insgesamt vergrößert sich hierdurch die Gefahr, dass in der Nacht eigene Regeln gelten und allgemeine Handlungsleitlinien als Angelegenheit des Tagesdienstes erscheinen. 5 Tipps, die Ihnen bei der Einschätzung der Arbeitsqualität Ihrer Nachtdienste helfen können.
Alle Tipps zur Qualitätssicherung in Ihrer Pflegeeinrichtung finden Sie in "HeimManagement kompakt".
5 Tipps für einen besseren Überblick
Die folgenden Tipps helfen Ihnen bei der Einschätzung der Arbeitsqualität Ihrer Nachtdienste und Sie können so fundierte Rückmeldungen an Ihre Mitarbeiter geben.
1. Tipp: Lesen Sie die Dokumentationseinträge der Nachtschicht. Tragen Ihre Mitarbeiter häufig genug ein? Beziehen sich die Berichte sowohl auf körperliche als auch auf psychische Besonderheiten? Finden Sie Hinweise auf das Wohlbefinden, zur Schlafqualität und Schlafdauer? Ist die Ausdrucksweise verständlich, neutral und wertschätzend?
2. Tipp: Führen Sie unangekündigte Kontrollen durch. Machen Sie diese Besuche zu unterschiedlichen Uhrzeiten. Gehen Sie durch die einzelnen Wohnbereiche und unterhalten Sie sich mit den Mitarbeitern. Kontrollieren Sie stichprobenartig in den Bewohnerdokumentationen und Lagerungsplänen, ob vordokumentiert wurde.
3. Tipp: Setzen Sie die Nachtdienstmitarbeiter mehrmals im Jahr an einigen Tagen im Tagesdienst ein und umgekehrt Tagesdienstmitarbeiter in der Nachtschicht. Hiermit fördern Sie das Verständnis untereinander. Außerdem erfahren Ihre Mitarbeiter, wie sich Bewohner zu der jeweils anderen Tageszeit verhalten.
4. Tipp: Führen Sie eine mitarbeiterbezogene Pflegevisite durch. Kündigen Sie die Überprüfung eine Woche zuvor an. Bauen Sie Angst und Skepsis ab, indem Sie verdeutlichen, dass es keinesfalls darum geht, schlechte Leistungen zu entdecken. Begleiten Sie einen kompletten Rundgang. Bleiben Sie dabei im Hintergrund, so dass Bewohner Sie möglichst nicht bemerken. Reden Sie wenig, um die Bewohner nicht zu stören. Tragen Sie Ihre Beobachtungen in das nachfolgende Formular ein und besprechen Sie Ihr Beobachtungsprotokoll anschließend mit dem Mitarbeiter. Unterschreiben Sie es beide. Das Original verbleibt in Ihrer Einrichtung, Ihr Mitarbeiter erhält eine Kopie davon.
5. Tipp: Falls Sie zur Entlastung des Tagdienstes einzelne Tätigkeiten in den Nachtdienst verlegen wollen, arbeiten Sie eine komplette Nachtschicht mit. Besprechen Sie Ihre Beobachtungen mit Ihren Nachtwachen. Bitten Sie diese um deren Mithilfe und suchen Sie gemeinsam mit Ihren Nachtwachen nach Lösungen. Hiermit erhöhen Sie die Akzeptanz für zusätzliche Aufgaben. Möglicherweise sind Ihre Mitarbeiter wenig erfreut über mehr Aufmerksamkeit. Führen Sie diese Veränderungen also mit Bedacht ein und informieren Sie Ihre Mitarbeiter direkt über Ihr Vorhaben. Informationen über Dritte oder schriftliche Informationen eignen sich hierzu weniger. Und je mehr Zweifel Sie im Vorfeld ausräumen, desto besser gelingt im Anschluss Ihr Vorhaben.
Muster-Formular:
Pflegevisite für den Nachtdienst
Der Mitarbeiter ... | Ja | Nein | Bemerkung |
bleibt geduldig und ruhig bei Pflegeabwehr. | | | |
informiert den Bewohner über jede Pflegehandlung. | | | |
berücksichtigt individuelle Bedürfnisse der Bewohner. | | | |
arbeitet geräuscharm. | | | |
vermeidet es, große Lampen einzuschalten. | | | |
erfüllt Bewohnerwünsche zeitnah. | | | |
kommuniziert freundlich und zugewandt. | | | |
reagiert zeitnah und freundlich auf den Klingelruf. | | | |
beruhigt schlaflose und/oder desorientierte Bewohner. | | | |
arbeitet nach den Hygienevorschriften. | | | |
trägt angemessene und saubere Kleidung. | | | |
pflegt nach Pflegeplanung. | | | |
bringt gehfähige Bewohner zur Toilette. | | | |
führt die Inkontinenzversorgung fachgerecht durch. | | | |
lagert korrekt. | | | |
führt die Mundpflege sorgfältig und vorsichtig durch. | | | |
beachtet alle erforderlichen Prophylaxen. | | | |
hat seine Arbeit erkennbar organisiert. | | | |
handhabt die Medikamentenversorgung nach Standard. | | | |
bietet jedem Bewohner Getränke an. | | | |
verteilt Spätmahlzeiten. | | | |
dokumentiert zeitnah und lückenlos. | | | |
In "HeimManagement kompakt" finden Sie Optimierungsmöglichkeiten für die Koordination der einzelnen Arbeitsabläufe.
Weitere Informationen
Dieses Produkt könnte für Sie interessant sein:
Leiten Sie Ihre stationäre Alten- und Pflegeeinrichtung erfolgreich und kompetent! Heimleitung konkret liefert Ihnen dazu alle notwendigen Informationen in kompakter Form...
Kommentare / Bewertung

Übermittlung Ihrer Stimme...
Artikel hat 4.5 von 5 Sternen erhalten (2 Bewertungen).
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.