So überbringen Sie den Angehörigen gefühlvoll die Todesnachricht

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Sie haben es sicherlich auch schon mehr als einmal tun müssen: Ihr Pflegekunde ist in der Nacht verstorben und Sie mussten am nächsten Morgen die Angehörigen über seinen Tod informieren. Was sagt man in einem solchen Telefonat und auf welche Weise? Das sind die Fragen, die Ihnen sicherlich auch immer wieder vor solchen Gesprächen durch den Kopf gehen. Ein Standard-Rezept gibt es leider nicht. Jeder Ihrer Pflegekunden ist ein Individuum und ebenso sind es auch seine Angehörigen. Jeder Angehörige wird anders auf die Todesnachricht reagieren. Von daher müssen Sie sich immer wieder neu auf diesen Anruf vorbereiten. Die folgenden Tipps helfen Ihnen bei dieser schwierigen Aufgabe.
Lesen Sie mehr über das Thema Todesnachricht in der Pflege in "Palliativpflege heute".
„Es tut mir leid, Ihnen sagen zu müssen …“
Ungefähr auf diese Weise beginnen immer die Telefonate, vor denen sich Angehörige am meisten fürchten. Der Tod Ihres Pflegekunden kommt für die Angehörigen in der Regel nicht völlig überraschend. Doch ist der Kranke dann tatsächlich verstorben, sind viele Angehörige mit der Endgültigkeit und dem tatsächlichen Verlust doch überfordert. Gehen Sie daher vorsichtig und gefühlvoll bei der Überbringung der Todesnachricht am Telefon vor.
Tipp 1: Bereiten Sie sich gründlich auf diesen Anruf vor. Sie sollten sich bei Ihren Kollegen über die genauen Umstände des Todes Ihres Pflegekunden erkundigen, damit Sie eventuelle Fragen der Angehörigen wahrheitsgemäß und direkt beantworten können.
Tipp 2: Sorgen Sie dafür, dass der Anruf in einer ruhigen Umgebung durchgeführt werden kann. Hintergrundgeräusche von sprechenden und lachenden Kollegen oder ständiges Türenschlagen sollten Sie nach Möglichkeit vermeiden. Denken Sie immer daran, dass für Sie der Tod zu Ihrem pflegerischen Berufsalltag gehört. Für die Angehörigen jedoch ist der Tod, auch eines schwerkranken geliebten Menschen, immer eine Ausnahme- und Krisensituation.
Tipp 3: Fallen Sie nicht gleich mit der Tür ins Haus. Erkundigen Sie sich bei dem Angehörigen, mit dem Sie gerade sprechen, ob er die Möglichkeit hat, sich zu setzen. Fragen Sie auch danach, ob noch weitere Familienangehörige in der Wohnung sind.
Tipp 4: Die meisten Angehörigen ahnen schon den Grund Ihres Anrufes. Lassen Sie sie daher nicht unnötig lange im Unklaren, sondern teilen Sie ihnen in ruhigen und einfachen Worten den Grund Ihres Anrufes mit (z. B. „Es tut mir leid, Ihnen sagen zu müssen, dass Ihr Vater in der letzten Nacht verstorben ist“).
Tipp 5: Bereiten sich darauf vor, dass die Angehörigen ganz unterschiedlich auf die Todesnachricht reagieren. Es können sowohl erleichterte Reaktionen, wie z. B. „Gott sei Dank, endlich hat er es hinter sich“, wie auch verzweifeltes Weinen oder sogar Vorwürfe gegenüber den Pflegekräften oder Ärzten vorkommen. Bleiben Sie immer ruhig und besonnen. Bedenken Sie die außergewöhnliche Situation, in der sich Ihr Gegenüber gerade befindet. Eventuelle Vorwürfe sind sicher nicht gegen Sie persönlich gerichtet und werden von dem Angehörigen sicher bald bedauert.
Mehr Tipps und Hinweise zum Thema Todesnachricht in der Pflege finden Sie in "Palliativpflege heute".
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