Validation als Zugang zu Menschen mit Demenz

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YouTube Video:
Aufnahme - Naomi Feil
Vortrag zu Validation & Demenz

Validation - Ursprung und Definition

Validation ist eine besondere Kommunikationstechnik, die sich im Umgang mit Patienten mit Demenz sehr bewährt hat. Voraussetzung für Validation ist, dass die Betreuungskraft eine wertschätzende Grundhaltung gegenüber den Menschen mit Demenz einnimmt und versucht sich in die Realität Ihres Gegenübers hineinzuversetzen und diese zu akzeptieren. Dabei handelt es sich bei der Validation eher um ein Bündel von Umgangsprinzipien als um ein klassisches Therapieverfahren.
Begründerin der Validation ist die Amerikanerin Naomi Feil, die, unzufrieden mit den traditionellen Methoden in der Pflege bei Demenz, ein eigenes Konzept entwickelte. In Deutschland wurde die Methode der Validation, die sowohl eine grundsätzliche Haltung zum Krankheitsbild „Demenz” ist und gleichzeitig auch eine konkrete Umgangsweise darstellt, von Nicole Richards unter dem Begriff „integrative Validation” weiterentwickelt. Die nachfolgenden Aussagen beziehen sich deshalb auf das Konzept von Richards.

In "Demenz: Pflege & Betreuung kompakt" finden Sie zahlreiche weitere Inforamtionen zu den Themen Validation und Demenz in der Pflege.

Für Sie als Pflege- und Betreuungsperson kann eine validierende Arbeitsweise zu einem verbesserten und tieferen Verständnis für die Erlebnis- und Verhaltensweisen der Erkrankten führen und so für alle Beteiligten einen besseren Umgang ermöglichen.

Praxistipp: Wenn Sie in der Lage sind, die Gefühle, Erlebniswelten und Realitäten des Patienten mit Demenz zu verstehen, können Sie die daraus resultierenden Verhaltensweisen eher und leichter akzeptieren, wertschätzen und annehmen.

Ziele der Validation

Durch Validation soll dem Bewohner mit Demenz Folgendes vermittelt werden:

  • Sicherheit
  • Entspanntheit
  • ein Gefühl des Akzeptiertwerdens
  • personale Identität
  • Verminderung von Stress
  • Zugehörigkeit
  • Kontakte und emotionale Beziehungen

Methodik und Vorgehensweise in der Validation

Validation bedeutet, dass ein Mensch mit Demenz und seine Gefühle ernst genommen werden.Validation bedeutet, dass Sie die Äußerungen, Handlungen und Sichtweisen des Menschen mit Demenz gelten lassen, für gültig erklären, sie nicht korrigieren oder an unserer Realität überprüfen. Der Erkrankte wird von Ihnen in seiner Erlebniswelt ernst genommen, wertgeschätzt und akzeptiert. Dabei sollten Sie die Annahme voraussetzen, dass es unterschiedliche Realitäten gibt. Die Methode der Validation geht davon aus, dass die Gefühle des Bewohners mit Demenz auf der Basis seiner Erlebenswelt, eben seiner Realität, angemessen und logisch sind.

Sie begeben sich auf die Erlebnis- und Zeitebene des Demenzkranken

Sie begeben sich auf die Erlebnis- und Zeitebene des an Demenz Erkrankten. Orientieren Sie sich nicht an Ihrer Realität, sondern an der des Erkrankten. Dies ist nicht immer leicht, aber wichtig, weil eine Verständigung zwischen zwei Menschen nur möglich wird, wenn sie sich auf der gleichen Kommunikations- und Erlebnisebene befinden. Der Demenzkranke ist zu so einem solchen Perspektivenwechsel aufgrund seiner Erkrankung nicht mehr in der Lage.

Praxistipp: Wenn der Demenzkranke spürt, dass seine Gefühle und Wahrnehmungen ehrlich akzeptiert und nicht abgelehnt werden, dann fühlt er sich von Ihnen zunehmend angenommen, aufgefangen und entwickelt auf diese Weise Entspannung und Vertrauen. Ist Ihnen dieses gelungen, wird der Zutritt zur oben beschriebenen „Lichtung im Nebel“ möglich und durch Ihre Begleitung vermitteln Sie Vertrauen, Sicherheit, Geborgenheit und Schutz.

Mehr Praxistipps zu Pflege bei Demenz und Validation finden Sie in "Demenz: Pflege & Betreuung kompakt".

In 3 konkreten Schritten zu guter Validation

1. Schritt: Einfühlen

Sie fragen sich als Pflege- oder Betreuungskraft: Was sind die Gefühle des Patienten mit Demenz? Welche Gefühle bewirken seine Handlungen und Handlungsimpulse?
Beispiel: Der Erkrankte ist aufgeregt, hilflos, fühlt sich einsam, traurig, sorgenvoll, ist pflichtbewusst

2. Schritt: Gefühle ausdrücken

Die wahrgenommenen Gefühle und Antriebe werden von Ihnen mit kleinen Sätzen und Fragen, die dem Sprachgebrauch des an Demenz Erkrankten angepasst sind, formuliert, angenommen, akzeptiert, wertgeschätzt und zugelassen.
Beispiel: Sie sind gerade ganz aufgeregt; Sie fühlen sich hilflos; das macht Sie traurig; Sie fühlen sich sehr einsam; Sie sorgen sich; Sie wollen schließlich Ihre Pflicht erfüllen.

Hinweis: Bestimmte „W-Fragen“ wie Warum, Wieso, Weshalb usw. sollten unterbleiben.

3. Schritt: Validieren

Diese Aspekte werden im weiteren Verlauf von Ihnen mit Sprichwörtern, Volksweisheiten, Redewendungen, Liedern u. Ä. allgemein validiert. Auch die Vertrautheit von Allgemeingesprächen können Sie sich dabei zunutze machen.
Beispiel: Ohne Fleiß kein Preis; Ordnung ist das halbe Leben; Trautes Heim, Glück allein; Das schnürt einem den Hals zu; Da wird einem angst und bange; Manchmal weiß man weder ein noch aus; Nichts ist mehr wie früher.

In "Demenz: Pflege & Betreuung kompakt" finden Sie mehr Informationen zum Thema Validation und Demenz in der Pflege.



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