Altenpflege unter Druck - Ist ein Fehler passiert, wird selten daraus gelernt

16.02.10
 
Studie: Fehler bei der Pflege - und wie mit ihnen umgegangen wird

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"Unvollständige Übergabe" oder "Mahlzeit zu schnell gereicht" - Eine Studie des Zentrums für Pflegeforschung (ZePB) in Bremen zeigt Defizite im Umgang mit Fehlern in der Alten- und Krankenpflege. Pannen bei der Medikation sind am häufigsten.

"Wir wollten von den Befragten wissen, was sie selbst im Verlauf eines Jahres als Fehler in der Pflege wahrgenommen haben", sagt Professor Monika Habermann, Leiterin des ZePB, "dabei wurden am häufigsten Medikationsfehler genannt". Mit über 54 % nannten die Befragten aus 30 Krankhäusern und 46 Pflegeeinrichtungen Medikationsfehler am häufigsten: "Ein Mitarbeiter hat Medikamente von zwei Bewohnerinnen, die ihre Zimmer nebeneinander haben, aus Versehen miteinander vertauscht."

Das Problem wurde deutlich öfter aus Kliniken als aus Pflegeeinrichtungen genannt. Am zweithäufigsten berichten die Mitarbeiter über Fehler in der direkten Pflege, besonders aus Pflegeeinrichtungen: "Patientin (bettlägrig) liegt bei der Grundpflege nackt auf dem Bett (nichts abgedeckt) bei offenem Fenster." Oder: "Beim ,Füttern‘ von Patienten passiert es immer wieder - durch Zeitmangel, mehrere Patienten (oft bis zu fünf) -, dass nur unzureichend Nahrung gegeben werden kann. Wer nicht schnell genug viel trinken kann, bekommt oft zu wenig." Als Grund für die Fehler in der Pflege wurden im Krankenhaus die häufigen Unterbrechungen in der Arbeit genannt, in den Pflegeeinrichtungen vor allem der hohe Arbeitsaufwand bei gleichzeitiger Personalknappheit.

Die Studie zeigt auch, dass Probleme nur selten über ein Meldesystem oder an einen Vorgesetzten gemeldet werde: im Schnitt zu 20 %, im Krankenhaus nur zu 18 %.

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