
© onlinebewerbung.de - Fotolia.com
Am 18.06.2010 hat Bundeskanzlerin Angela Merkel mit 10 Bundesministern und Vertretern von Arbeitgebern und Gewerkschaften auf Schloss Meseberg den Zukunftsgipfel abgehalten. Am gleichen Tag wurden auf einer Veranstaltung des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) 2 aktuelle Studien vorgestellt, die belegen, dass die Pflege eine der wachstumsstärksten Branchen ist, ein starker Wirtschaftsfaktor und ein außergewöhnlich kraftvoller Jobmotor. Belegt wurde u. a., dass die Pflege mehr Jobs als die Automobilindustrie bietet, die Pflegebranche 3-mal so stark wächst wie die Gesamtwirtschaft und 6-mal mehr Erwerbstätige einstellt. Daraus resultieren nach Angaben des bpa 10 starke Argumente für die Pflege. Welche dies sind, können Sie hier nachlesen.
10 starke Argumente für die Pflege
1. Mehr Jobs als die Automobilindustrie
Die Wachstumsbranche Pflege hat die Automobilindustrie überholt. Die Pflege bietet in Deutschland mehr Jobs als Mercedes, VW, Opel & Co. (Pflege = 885.000, Quelle: Studie Dr. Enste, Institut der deutschen Wirtschaft; Automobil: 723.000, Quelle: VDA, Verband der Automobilindustrie).
2. Jobs = krisensicher = standortfest = globalisierungsresistent
Die Arbeitsplätze in der Pflege sind standortfest und regional verankert sowie krisensicher, sie können weder exportiert noch wegrationalisiert werden.
3. Flexible Arbeitszeiten – Gute Wiedereinstiegschancen
Die flexiblen Arbeitszeitmodelle in der Pflege sind besonders für Frauen, darunter viele berufstätige Mütter und Alleinerziehende, sehr attraktiv.
4. 44.000 Ausbildungsplätze mit Übernahmegarantie
Die Pflegebranche bietet jungen Menschen Jahr für Jahr rund 44.000 Ausbildungsplätze und bei zufriedenstellender Leistung eine weitgehende Übernahmegarantie.
5. Pflege zahlt über 20 Milliarden € in Steuer- und Sozialkassen
Staat und Gesellschaft profitieren in Deutschland direkt und indirekt vom Jobmotor Pflege. Direkt durch die Steuern und Sozialabgaben, die immer mehr Pflegekräfte bezahlen, indirekt durch gesunde Angehörige, denen durch die Übernahme der Pflege von Pflegebedürftigen erst die Aufnahme oder die Fortführung eines Jobs ermöglicht wird.
6. Wertschöpfung von bis zu 33 Milliarden €
Der deutsche Pflegesektor erbringt eine Wertschöpfung von mind. 26,5 Mrd. € (Studie Dr. Enste). Inklusive z. B. der Pflege von Behinderten sogar eine Wertschöpfung von 33 Milliarden € (WifOR Institut, TU Darmstadt). Immerhin ein Drittel aller Pflegeausgaben werden direkt von den privaten Haushalten finanziert.
7. Pflege als stabiler Beschäftigungsanker in der Krise
In der Wirtschaftskrise erweist sich die Pflege, gerade im Vergleich zu anderen Branchen, als Beschäftigungsanker. Statt Kurzarbeit und Entlassungen werden Tausende neuer Stellen geschaffen.
8. Sichere Jobs für starke und strukturschwache Regionen
Die Pflege schafft regional verfügbare und gebundene Arbeitsplätze, die viele Beschäftigte auf nachhaltige Weise, z. B. mit dem Fahrrad, erreichen können, auch in strukturschwachen Gebieten. Durch die Pflege wird die Abwanderungswelle junger Menschen, z. B. aus Ostdeutschland, gebremst.
9. Die Pflege als Wachstumstreiber der deutschen Wirtschaft
Die Pflegewirtschaft wächst im Durchschnitt fast doppelt so stark wie die Gesundheitswirtschaft und dreimal so stark wie die deutsche Gesamtwirtschaft (WifOR Wirtschaftsforschung, TU Darmstadt).
10. 6-mal mehr Neueinstellungen als in der Gesamtwirtschaft
Die Zahl der Beschäftigten hat sich seit 1999 um 40 % erhöht (Studie Dr. Enste). Die Pflegewirtschaft stellt im Durchschnitt 3-mal mehr Erwerbstätige ein als die Gesundheitswirtschaft und 6-mal mehr als die Gesamtwirtschaft (WifOR Wirtschaftsforschung, TU Darm¬stadt).
Daraus hat der bpa 3 Forderungen abgeleitet
1. Umfassende Umschulung und Qualifizierung zu Pflege-Fachkräften
Bei der Qualifizierung geeigneter Arbeitsloser wird viel zu wenig getan. Eine Umschulung zu Fachkräften wird nur unzureichend gefördert. Viele potenzielle Azubis werden wegen des Schulgelds von einer Ausbildung abgeschreckt. Jetzt soll auch noch die Förderung des 3. Umschulungsjahres abgeschafft werden. Ein verheerendes Signal mit dramatischen Folgen! bpa-Präsident Meurer fordert die Bundesregierung daher auf: „Machen Sie endlich den Weg frei! Vorfahrt für sichere Arbeitsplätze in der Pflege!“
2. Erhöhung der Attraktivität des Arbeitsplatzes Pflege – Steigerung der gesellschaftlichen Akzeptanz
Das Image des Pflegeberufes ist nicht gut. Helfende Berufe genießen in Deutschland generell keinen hohen Stellenwert; besonders trifft dies auf Jobs zu, die direkt mit alten, hilfsbedürftigen Menschen zu tun haben. bpa-Präsident Meurer: „Es geht um einen gesellschaftlichen Bewusstseinswandel, um eine Aufwertung der bedeutenden gesellschaftlichen Funktion und um mehr Respekt für die große Leistung, die 885.000 Pflegerinnen und Pfleger Tag für Tag in Deutschland erbringen.“
3. Schluss mit der Vogel-Strauß-Politik – Pflege-Gipfel aller gesellschaftlichen Kräfte
Jeder weiß um die Dramatik der demografischen Entwicklung. Notwendige Konsequenzen bleiben aber aus. „Auf-Sicht-Fahren“ ist keine Lösung. Die Pflegebranche braucht verlässliche Rahmenbedingungen, um für eine qualitativ hochwertige Infrastruktur sorgen zu können. Die Weichen für die Zukunft müssen jetzt gestellt werden. Daher fordert bpa-Präsident Meurer: „Wir brauchen einen Pflegegipfel mit allen gesellschaftlichen Kräften – noch 2010. Ein weiteres Aussitzen der ungelösten Probleme hätte negative Folgen für Millionen alter Menschen und letztlich für uns alle.“
Literaturtipp: Die vorgestellten Studien:
„Die Pflege – Jobmotor der Gegenwart und Wachstumsbranche der Zukunft“(von Dr. Dominik H. Enste vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und Universität zu Köln)
„Die Pflegebranche als Wachstums- und Beschäftigungstreiber in Deutschland“
(Forschungsergebnisse von Dr. Dennis A. Ostwald vom WifOR-Institut der TU Darmstadt)
>> Pflege-Meldungen wie diese regelmäßig per E-Mail erhalten!
Weitere Informationen
Dieses Produkt könnte für Sie interessant sein:
Leiten Sie Ihren ambulanten Pflegedienst erfolgreich und kompetent! So schaffen Sie als PDL den entscheidenden Servicevorsprung vor Ihrer Konkurrenz...
Kommentare / Bewertung

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.