Erste Studie zur Kinderhospizarbeit veröffentlicht

07.07.10
 
Kinderhospizarbeit in der Pflege

© SURABKY - Fotolia.com

Wer kümmert sich professionell um Kinder mit lebensverkürzenden Erkrankungen? Klar, die Mitarbeiter in der Kinderhospizarbeit. Aber wie gut ist die Qualität dieser Arbeit? Das fragten sich auch Prof. Sven Jennessen (Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst, Hildesheim/Holzminden/Göttingen) und sein Forscherteam. Und sie wollten es genau wissen.
3 Jahre lang befragten sie im Rahmen ihrer Qualitätsstudie über 600 betroffene Eltern, erkrankte Kinder, Jugendliche und Mitarbeiter von ambulanten und stationären Einrichtungen. Die Ergebnisse dieser Studie wurden nun 10. Juni in Wuppertal vor Beginn der Fachtagung „Was ist gute Kinderhospizarbeit?“ vorgestellt. Lesen Sie hier eine Zusammenfassung.

Es läuft schon vieles sehr gut in der Versorgung schwerst erkrankter Kinder. Doch auch hier gibt es immer noch etwas, was noch besser sein könnte. So ergab die Studie u. a., dass sich viele Eltern wünschen, zum Thema Sterben und Tod von den Mitarbeitern angesprochen zu werden. Die Mitarbeiter wären zwar zu Gesprächen gerne bereit, warten aber eher, dass die Eltern auf sie zukämen. Das erschwert die Kommunikation zwischen den Eltern und den Mitarbeitern.
Des Weiteren wünschen sich die Eltern der erkrankten Kinder noch mehr und differenzierte sonderpädagogische und therapeutische Angebote. Während für die gesunden Geschwister meist ein großes Freizeitangebot vorhanden ist, gibt es für die erkrankten Kinder oft nur standardisierte Angebote. Zurückgeführt wird dieser Zustand auf das Fehlen von Mitarbeitern mit speziellen sonderpädagogischen Kenntnissen. Auch der geringe Anteil an männlichen Hospizmitarbeitern wird insgesamt als Mangel wahrgenommen. Die Arbeit im Kinderhospiz wird größtenteils durch weibliche Mitarbeiter verrichtet.
Die Hälfte der betroffenen Familienmitglieder (Kinder, ihre Geschwister und Eltern) sind aber männlich. Es wäre wünschenswert, zukünftig mehr Männer für die Kinderhospizarbeit zu gewinnen. „Denn sie haben einen anderen Zugang zu den speziellen Interessen von männlichen Jugendlichen und sind die Voraussetzung für eine gendersensible Pflege“, forderte Jennessen.

Weitere Ergebnisse der Studie können Sie hier einsehen.

Quelle: www.bibliomed.de

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