Noten für Pflegequalität: MDS und MDK stellen erste Evaluationsergebnisse vor

Pflegenoten

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Seit 3 Monaten werden Noten für ambulante Pflegedienste und stationäre Pflegeheime im Internet veröffentlicht. Und Ihre Kritik daran reißt seitdem nicht ab.

Inwieweit diese Kritik berechtigt ist, wurde am 22. Februar in Berlin im Rahmen eines Workshops diskutiert, der unter Beteiligung von ca. 150 namhaften Experten zu den Noten für Pflegeeinrichtungen stattfand, darunter Vertreter von Pflegekassen und Pflegeeinrichtungen, Pflegewissenschaftler und Experten des MDK. Dabei wurde intensiv über die vereinbarten Transparenzkriterien und das Bewertungssystem der Pflegenoten debattiert. Bestätigt wurden die grundsätzliche Eignung der Pflege-Transparenzvereinbarungen und deren Umsetzung – und damit die Pflegenoten.

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Das sind die wichtigsten Ergebnisse des Evaluationsberichts

Ausgewertet wurden die Ergebnisse von 928 Qualitätsprüfungen in Pflegeheimen und 231 Prüfungen in ambulanten Pflegediensten. Das Ergebnis der Experten des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) und der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) lautet:

  1. Sowohl beim Gesamtergebnis als auch bei den Bereichsnoten wird das gesamte Notenspektrum von „sehr gut“ bis „mangelhaft“ ausgeschöpft.
  2. Die Transparenzvereinbarungen enthalten wesentliche Kriterien, deren Anforderungen die Einrichtungen vielfach noch nicht erfüllen.

Aber: Mängel bei personenbezogenen Kriterien

Die Analyse hat auch Mängel bei personenbezogenen Kriterien gezeigt – z. B. bei der Vermeidung von Druckgeschwüren –, die sich nicht ausreichend in der Bereichs- und der Gesamtnote niederschlagen.

In dem Bericht werden für die stationäre Pflege 9 von insgesamt 38 personenbezogenen Kriterien als sogenannte Risikokriterien identifiziert. Das Problem: Es gibt eine relevante Zahl von „Ausreißern“, in denen gute Bereichs- und Gesamtnoten mit einem „mangelhaft“ bei einem Risikokriterium einhergehen. Daher schlagen die Autoren des Evaluationsberichts Folgendes vor: Bei einer mangelhaften Bewertung dieser Risikokriterien sind das Bereichsergebnis und die Gesamtnote abzuwerten. Negativereignisse bei personenbezogenen Kriterien sollen schneller zu einer mangelhaften Kriteriennote führen.

Praktisch bedeutet das eine kurzfristige Änderung der Kriterien, die meiner Meinung nach nichts an der Gesamtproblematik des Notensystems ändert und die Nachvollziehbarkeit der Noten für Sie und Ihre Kollegen eher noch undurchsichtiger macht. Auch die Leistungserbringerverbände wie z. B. der Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e. V. (VDAB) äußern heftige Kritik und werden „keiner Änderung der Pflegetransparenzvereinbarungen zustimmen“.

Seit Dezember 2009 werden die Transparenzberichte mit den Pflegenoten veröffentlicht. Bis heute stehen ca. 2.000 Transparenzberichte im Internet.

Hinweis: Den Evaluationsbericht des MDS finden Sie im Gratis-Download-Bereich ("Abschlussbericht Transparenzergebnisse").

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