Informationsgespräch mit dem neuen Bewohner vor dessen Einzug – Anleitung für Ihre Mitarbeiter

© iofoto - Fotolia.com
Ihr zukünftiger Bewohner hat sich für Ihre Einrichtung entschieden. Was folgt, ist eines der wichtigsten Gespräche mit ihm und allen Beteiligten. Es geht um den Austausch von allen wichtigen Informationen, die zum Einzug des Bewohners vorliegen müssen. Nur so können Sie sofort die individuelle Pflege gewährleisten. Sie finden hier ein Muster für Ihren „Waschzettel“, der Inhalte und Struktur eines optimalen Informationsgespräches beinhaltet. Während des Gesprächs dient er Ihnen und Ihren Mitarbeitern sowohl als roter Faden wie auch als Gedächtnisstütze.
Lesen Sie mehr über das Informationsgespräch mit einem zukünftigen Bewohner in "HeimManagement kompakt".
Holen Sie alle Beteiligten an einen Tisch
Erhielt Ihr zukünftiger Bewohner bisher häusliche Pflege, so laden Sie zu diesem Gespräch auch die Pflegenden ein, deren Arbeit nun von Ihrer Einrichtung übernommen wird. Das können Angehörige oder Vertreter eines Pflegedienstes sein. So kommt schnell eine Gruppe von 10 Gesprächsteilnehmern zusammen:
- der zukünftige Bewohner,
- die Angehörigen des zukünftigen Bewohners,
- sein Betreuer, wenn bestellt,
- der behandelnde Arzt, nach Bedarf und wenn möglich,
- Mitarbeiter des Sozialen Dienstes Ihrer Einrichtung,
- ein Vertreter des ambulanten Pflegedienstes (wenn möglich),
- Ihre Pflegedienstleitung,
- die Bezugspflegekraft / Wohnbereichsleitung.
Wenn Sie rechtzeitig vor dem geplanten Einzug den Gesprächstermin vereinbaren, wird es Ihnen gelingen, sie alle an einen Tisch zu holen.
Tipp: Erlaubt die körperliche und psychische Konstitution des zukünftigen Bewohners ein so konzentriertes Gespräch nicht, so teilen Sie die von Ihnen notierten Gesprächsinhalte auf mehrere Gespräche auf.
Muster:
Diese Inhalte und Struktur sollte ein gutes Informationsgespräch haben
I. Allgemeine Informationen
1. Klären Sie alle aktuell noch offenen Fragen des Bewohners und der Angehörigen ab.
2. Nehmen Sie die Gründe für den Heimeinzug auf.
3. Wenn notwendig, beraten Sie zum Beantragen einer Pflegestufe, bzw. informieren Sie darüber, wie die Einstufung durch den MDK abläuft.
4. Fragen Sie nach den Wünschen hinsichtlich des Bewohnerzimmers und seiner Gestaltung z. B. durch persönliche Möbelstücke und persönliche Bettwäsche.
5. Informieren Sie zum Wäschebedarf und zur Wäschevorbereitung (Kennzeichnung der persönlichen Wäsche).
6. Geben Sie Informationen zu den Hygienebestimmungen des Hauses.
7. Nehmen Sie die persönlichen Lebensgewohnheiten und besonderen Wünsche des Bewohners auf.
8. Stellen Sie die Angebote des Hauses zur Freizeitgestaltung dar.
9. Beraten Sie den Bewohner zu den Versorgungsangeboten des Hauses, z. B. Ergotherapie.
10. Informieren Sie den Bewohner über Angebote ehrenamtlicher Helfer.
11. Weisen Sie auf die seelsorgerischen Angebote des Hauses hin, und fragen Sie, ob der Bewohner konfessionelle Seelsorge wünscht.
12. Vereinbaren Sie den Zeitpunkt des Heimeinzugs.
II. Abschluss des Heimvertrages
13. Händigen Sie den Text des Heimvertrages aus.
14. Erläutern Sie die wichtigen Passagen, z. B. zum Heimentgelt.
15. Nehmen Sie die persönlichen Daten des Bewohners auf.
16. Notieren Sie Namen und Anschriften von Angehörigen und Betreuern.
17. Erheben Sie Daten über die behandelnden Ärzte und Therapeuten.
III. Erfassung der pflegerischen Daten
18. Erfassen Sie den Pflegebedarf durch eine Pflege- und Sozialanamnese, wenn vorhanden, unter Berücksichtigung eines Pflegeüberleitungsbogens.
19. Nehmen Sie die medizinischen Diagnosen (ärztliche Stellungnahmen) auf.
20. Erfassen Sie die zurzeit verschriebenen Arzneimittel.
21. Fragen Sie den Hilfsmittel- und Pflegebedarf ab.
22. Fragen Sie evtl. nach einem Beschluss zu freiheitsentziehenden Maßnahmen.
IV. Erfassung der Wünsche zur Sterbebegleitung
23. Besteht eine Patientenverfügung?
24. Wer soll in der Sterbephase informiert werden?
25. Welche Wünsche bestehen zur Sterbebegleitung? Wird z. B. die Übernachtung von Angehörigen im Zimmer gewünscht?
26. Sie informieren zur Sterbekultur der Einrichtung, z. B. über ein spezielles Palliativkonzept.
27. Sie erfragen Wünsche zur Aufbahrung und Bestattung.
In "HeimManagement kompakt" finden Sie noch mehr Vorlagen und Tipps zum Thema Informationsgespräch mit einem zukünftigen Bewohner.
Weitere Informationen
Dieses Produkt könnte für Sie interessant sein:
Leiten Sie Ihre stationäre Alten- und Pflegeeinrichtung erfolgreich und kompetent! Heimleitung konkret liefert Ihnen dazu alle notwendigen Informationen in kompakter Form...
Kommentare / Bewertung

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.