„Sind wir wieder bockig heute?“ – Professionelle Pflege zeigt sich auch durch professionelle Sprache

Wortschatz in der Pflege

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Fast jede Pflegekraft kennt Situationen in der Pflege, in denen sie bewusst witzelt oder über bestimmte Verhaltensweisen eines Patienten lacht. Doch häufig wird dieser besondere Sprachgebrauch ganz unbemerkt in die tägliche Kommunikation übernommen. Wie kann so etwas passieren? Ist es nur Unsicherheit? Auf jeden Fall müssen Sie dem sofort Einhalt gebieten und Ihre Mitarbeiter auf die damit verbundenen Konsequenzen hinweisen. Welche das sind und einige Beispiele, die Ihre Pflegekräfte sofort aus ihrem Wortschatz streichen sollten, erläutern wir Ihnen im Folgenden.

Jede Menge Tipps für den richtigen Umgang mit Ihrem Personal finden Sie im „Stationäre Pflege aktuell”.

Eigentlich sind die Pflegekräfte sehr wertschätzend. Nutzen die Pflegekräfte diese Worte in der Beschreibung einer bestimmten Situation, weil ihnen andere fehlen? Jeder weiß, was mit „bockig” gemeint ist. Wenn der Begriff „mangelnde Bereitschaft zur Mitarbeit” verwendet wird, sind manche erst mal unsicher. Oder wollen Sie betont witzig sein? Doch jede Pflegekraft sollte bedenken, dass mit vielen Jargonausdrücken und sprachlichen Nachlässigkeiten Patienten entwürdigt werden – auch mit Aussagen wie „Sind wir wieder bockig heute?” – Sie als Führungskraft müssen in jedem Fall eingreifen und Ihre Mitarbeiter darauf hinweisen. Denn hinzu kommt, dass sich die Angehörigen einen solchen Umgangston mit den zu Pflegenden ganz sicher verbitten und es sich in Windeseile herumspricht, welch rüder Ton in Ihrem Unternehmen gegenüber den alten Menschen herrscht. Auch darauf sollten Sie Ihr Pflegepersonal aufmerksam machen.

Hinweis: Auch das Wort „bitte” sollte im Pflegealltag nicht fehlen.

Beispiele:

Diese Ausdrücke sollten Sie und Ihre Pflegekräfte sofort aus Ihrem Wortschatz streichen

Typische Jargonausdrücke in der Pflege

Bedeutung und Beispiele, wie Sie es besser formulieren können

Abgang

Ein Patient ist verstorben.

Abschießen / plattmachen / ruhig stellen

Gabe von Schlaf- oder Beruhigungsmitteln

Bewässern

vermehrte Flüssigkeitsaufnahme notwendig

Bockig sein

Pflegekunde arbeitet nicht mit.

Der schwamm mal wieder …

Ein Pflegekunde hat stark eingenässt.

Du

Sie

Einfuhr / Ausfuhr

Flüssigkeits- und Ernährungsbilanz

Fertig machen

Pflegetätigkeiten abschließen

Finalpflege

Pflege eines Sterbenden

Freischwimmer

Das Inkontinenzmaterial war durchnässt.

Füttern

Essen anreichen

… hat sich geweigert

… war heute nicht bereit.

Inkontinenzpflege vornehmen

Hier wird ein Defizit gepflegt und kein Mensch.

Ins Wasser werfen

baden

Läufer

ein Mensch mit motorischer Unruhe

Meine Süße

Frau Müller

Pampern / windeln

Inkontinenzmaterial anlegen

Schwierige / nicht kooperative Kunden

Menschen, die nicht in die schnelle Alltagsroutine passen. Dabei wird dem Kunden unterstellt, dass er nicht will.

Stechen

Spritze geben

… war zickig

… war laut in der Aussprache.

Wir

Sie

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