Burn-out – Wenn Stress krank macht

Burn-out in der Pflege

© Robert Lehmann - Fotolia.com

Vermutlich kennen Sie die folgende Situation von sich selbst: Es ist 6:30 Uhr. Nachdem die Pflegedienstleiterin Uschi Sturm im Nachtdienst eingesprungen ist, möchte sie nun nach Hause, da sie am Nachmittag einen wichtigen Termin mit ihrer Heimleitung vereinbart hat und wieder auf der Arbeit erscheinen muss. Doch daraus wird nichts, da noch so viel Arbeit auf sie wartet – dabei ist sie eigentlich nur noch erschöpft. Das Gefühl, nie genug zu tun, breitet sich immer weiter in ihr aus. Sie fühlt sich ständig müde und ausgelaugt. Auf der Arbeit hat sie ständig das Gefühl, gehetzt zu werden. Ständige Überbelastung kann zu einem Burn-out führen. Erfahren Sie rechtzeitig die Warnsymptome bei sich oder Ihren Mitarbeitern erkennen, um einem drohenden Burn-out-Syndrom entgegenzuwirken.

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Das sind die 3 Stufen des „Ausbrennens”

Burn-out bedeutet übersetzt „ausgebrannt sein”. Beim Burn-out sind Körper, Geist und Seele gleichermaßen erschöpft, so dass irgendwann die Kraft zum Leben fehlt. Das geschieht nicht plötzlich, sondern steigert sich zunehmend über Wochen und Jahre. So verläuft ein Burn-out-Syndrom typischerweise:

Stufe 1: Der Betroffene fühlt sich erschöpft und ausgelaugt. 

In der Freizeit können Sie nicht mehr regenerieren. Positiver Elan für den neuen Arbeitstag ist immer weniger vorhanden. Die Wochenenden reichen nicht mehr zur Entspannung aus.

Stufe 2: In dieser Stufe werden folgende Symptome immer deutlicher:

Gereiztheit, Gleichgültigkeit privat und im Beruf, Gefühllosigkeit gegenüber Kollegen und Bewohnern, passive Beteiligung an Übergaben oder Besprechungen. Stellen Sie diese Symptome an sich fest, sollten Sie einen Arzt oder Therapeuten aufsuchen, um aus dem Burn-out-Loch wieder herauszukommen. Allein ist das teilweise kaum möglich.

Stufe 3: Die Selbstzweifel werden immer stärker. 

Der Erkrankte nimmt Erfolge nicht mehr wahr. Die Arbeitsleistung fällt rapide ab. Hinzu kommen Krankheitssymptome, für die keine Ursache gefunden werden kann. Oft wird das Ausbrennen des Betroffenen erst an dieser Stelle für die Umgebung deutlich. Meist besteht die Lösung an diesem Punkt in Krankschreibung oder sogar Ausstieg aus dem Beruf. 

Körperliche Beschwerden können in allen Phasen des Burn-outs auftreten und kommen oft schon Monate vor dem eigentlichen Krankheitsbeginn zum Tragen.
Erkennen Sie Ihr eigenes Burn-out-Risiko mit dem unten stehenden Test. Ziehen Sie rechtzeitig die Notbremse, wenn Sie Anzeichen eines Burn-outs an sich feststellen. Holen Sie sich gleich zu Beginn Hilfe, um nicht weiter in diese Erkrankung hineinzurutschen. Beantragen Sie etwa eine Kur, auch wenn Sie das Gefühl haben, unentbehrlich zu sein.

Behalten Sie auch das Verhalten Ihrer Mitarbeiter im Blick. Ziehen Sie ein drohendes Burn-out auch dann in Betracht, wenn Ihr Mitarbeiter unverhältnismäßig emotional reagiert, etwa bei besonders verärgertem Abblocken von Dienstplanänderungen oder Kritik.

Selbst-Test:

Sind Sie burn-out-gefährdet?

Fragen

 Ja  

Nein

Haben Sie zu nichts mehr wirklich Lust?

Fällt es Ihnen immer schwerer, sich aufzuraffen? 

Sind Sie häufig gereizt, ohne den Grund zu kennen? 

Haben Sie Angst, bei Aufgaben zu scheitern?

Befürchten Sie häufig, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein?

Fühlen Sie sich dann unzulänglich und klein?

Engagieren Sie sich sehr für Ihren Beruf? 

Werden Sie nervös bei dem Gedanken, zu Hause Fachliteratur lesen zu müssen?

Sind Sie oft sehr müde?

Machen Sie häufig Überstunden, um Ihre Arbeit zu schaffen? 

Fühlen Sie sich erschöpft, und haben Sie das Gefühl, ständig unter Spannung zu stehen?

Sehen Sie viele negative Dinge und kaum noch Positives?

Leiden Sie unter Schlafstörungen?

Können Sie sich schwer konzentrieren?

Fühlen Sie sich oft verzweifelt? 

Können Sie sich gar nicht vorstellen, dass sich Ihre Lage noch einmal bessern könnte? 

Erleben Sie depressive Phasen?

Leiden Sie unter Stimmungsschwankungen?

Haben Sie häufig Kopf- und Rückenschmerzen? 

Leiden Sie unter Magen-Darm-Beschwerden? 

Sagen Sie Verabredungen immer häufiger ab? 

Wird Ihr Freundeskreis immer kleiner? 

Erleben Sie Gefühle eher als dumpf?

Auswertung: Je häufiger Sie „Ja” angekreuzt haben, desto höher ist Ihr Burn-out-Risiko. Entscheidend ist, wie häufig Sie diese Symptome an sich wahrnehmen. Wehren Sie den Anfängen, und beachten Sie jedes einzelne Ja als Risikofaktor. Sollten mehrere der oben genannten Burn-out-Aspekte auf Sie zutreffen, sollten Sie etwas ändern. Sprechen Sie beispielsweise mit Vorgesetzten oder Ihrem Arzt, wenn Sie öfter als 2-mal „Ja” angekreuzt haben.

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