Richtiger Umgang mit „Problem-Chefs”

Umgang mit dem Chef in der Pflege

© Doris Heinrichs - Fotolia.com

Sie stehen an der Spitze Ihrer Einrichtung. Doch auch Sie als Heimleitung haben in der Regel einen Chef, der im Organigramm über Ihnen steht: Ihren Geschäftsführer. Ihm gegenüber müssen Sie sich verantworten. Vielleicht haben Sie ja einen Chef, der klar, offen, kooperativ und wertschätzend mit Ihnen umgeht. Doch das ist nicht immer so. Manche Chefs haben Eigenheiten, die den Umgang mit ihnen schwer machen. Hier finden Sie 5 Strategien für den Umgang mit „Problem-Chefs”.

Weitere Praxistipps rund um Mitarbeiterführung und Kommunikation mit Ihrem Chef finden Sie in „HeimManagement kompakt”.

Egal wie Ihr Chef sich verhält bzw. was für ein Typ er ist, eines gilt immer: Sie sitzen mit ihm in einem Boot und müssen loyal bleiben. Da Sie ihn nicht ändern können, bleibt Ihnen nur eines: Sie müssen sich auf ihn einstellen.
In der Übersicht zu diesem Beitrag stellen wir Ihnen 5 Strategien für den Umgang mit „Problem-Chefs” vor.

Hinweis: Achten Sie gerade bei „schwierigen” Chefpersönlichkeiten darauf, dass Kompetenzen und Zuständigkeiten sauber, klar und sachlich abgegrenzt sind. Darauf können Sie sich stützen, wenn Sie in wichtigen Fragen Ihre Position vertreten. Sie können persönliche Grenzen besser deutlich machen und auf deren Einhaltung bestehen. Denn bei aller Strategie: Lassen Sie sich nicht unterkriegen!

 

Übersicht:

Wie Sie mit problematischen Geschäftsführern gut umgehen können

Eigenart

Verhalten

Strategie, damit umzugehen

Choleriker

Er kann liebenswürdig sein und plötzlich im nächsten Moment einen Wutausbruch haben.

Bewahren Sie Haltung, Ruhe und Selbstbewusstsein. Sie können seine Wutanfälle letztlich nicht verhindern. Lassen Sie sich nicht einschüchtern, schreien Sie auf keinen Fall zurück und bleiben Sie bei einem Ausbruch möglichst ruhig. Wird es unerträglich, so lassen Sie ihn einfach stehen. Beschwerden beim Vorstand machen meist keinen Sinn. Man erwartet dort eher „Standing“ von Ihnen.

Besserwisser

Er delegiert kaum, gibt Anweisungen über Ihren Kopf hinweg, überträgt Ihnen Verantwortung nur halbherzig und stellt Ihre Entscheidungen in Frage.

Ihr Chef fürchtet, Macht und Kontrolle zu verlieren. Lassen Sie sich auf keinen Fall auf einen Machtkampf ein. Den können Sie kaum gewinnen. Gehen Sie diplomatisch vor. Sagen Sie ihm, dass Sie es schätzen, dass er Sie unterstützt. Verhandeln Sie mit ihm Grenzen und Absprachen und bestehen Sie deutlich auf deren Einhaltung. Beispiel: Sie informieren ihn regelmäßig ausführlich und er vermeidet direkte Eingriffe in Ihren Verantwortungsbereich.

Blender

Er tut alles für sein Ansehen.
Prestigeträchtige Aufgaben und Darstellungen übernimmt er meist selbst. Es kann Ihnen passieren, dass er Ihre Erfolge als seine eigenen ausgibt.

Bleiben Sie loyal. Stellen Sie Ihren Chef nicht öffentlich bloß. Sorgen Sie vielmehr dafür, dass anderweitig sichtbar und bekannt wird, was Sie leisten. Erweitern Sie z. B. Ihre Verteiler auch auf Mitglieder des Vorstandes. Holen Sie sich Feedback von anderen Heimleitern in Ihrem Unternehmen. Auf diese Weise wird deutlich, welche Erfolge auf Ihre Arbeit zurückgehen und welche Kompetenz Sie besitzen. Hat er Ihre Arbeit als seine ausgegeben, so sprechen Sie ihn ruhig und freundlich, aber unmissverständlich darauf an. Manchmal handelt es sich vielleicht wirklich um ein einfaches Versehen.

Technokrat

Gute Worte zu Ihrer Arbeit hören Sie von ihm nicht, Kritik dagegen schon. Ihre Funktion als Heimleiter steht für ihn an 1. Stelle. Motivation und Wertschätzung hält er für unwichtig.

Erwarten Sie nicht, Lob von Ihrem Chef zu erhalten. Werten Sie es als Anerkennung, wenn er keinen Kommentar zu Ihrer Arbeit abgibt. Holen Sie sich Bestätigung bei Kollegen oder im Privaten. Erstellen Sie sich regelmäßig selbst eine schriftliche persönliche Erfolgsbilanz.

Ansehen als Loser

Er hat im Unternehmen den Ruf, wenig kompetent und durchsetzungsfähig zu sein.

Beweisen Sie Ihre soziale Kompetenz. Stellen Sie ihn nicht bloß oder distanzieren sich von ihm. Sorgen Sie vielmehr für Ihr eigenes Image, indem Sie offen Sonderaufträge des Vorstandes übernehmen und gute Wortbeiträge leisten, wenn Vorstandsmitglieder anwesend sind. Nutzen Sie informelle Zusammenkünfte für Kontakte. Leisten Sie gute Arbeit, das spricht sich auf jeden Fall langfristig herum.

In „HeimManagement kompakt” finden Sie noch mehr erprobte Techniken für eine erfolgreiche Kommunikation mit Mitarbeitern und Chefs.

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