Leiharbeiter in der Pflege - Die Vorteile und die wahren Kosten
Keine Leiharbeiter - Vorurteile gegen die Zeitarbeit
Das Vorurteil, dass Leiharbeiter viel zu teuer sind, ist in den Köpfen der meisten Heimleiter fest verankert. Wenn man den Stundensatz in den Rechnungen der Zeitarbeitsfirmen betrachtet, kann man geneigt sein, dem auf den ersten Blick zuzustimmen. Jedoch genügt es sich die Kosten anzusehen, die ein Leiharbeiter Ihrer Einrichtung verursacht, um einen exakten Vergleich mit dem Stundensatz der eigenen Mitarbeiter führen zu können. Warum das so ist und wie nutzbringend ein Leiharbeiter für Sie sein kann, erfahren Sie hier.
Mehr Informationen zum Thema Leiharbeiter in der Pflege finden Sie in "HeimManagement kompakt".
Flexibler Personaleinsatz dank Leiharbeiter in der Pflege
Sie stehen ständig vor der Herausforderung, genau die Menge an Pflegepersonal zu beschäftigen, die in Ihrer Vergütungsvereinbarung mit den Kostenträgern festgelegt ist. Beschäftigen Sie zu viel Pflegepersonal, bleiben Sie auf den Kosten sitzen. Beschäftigen Sie zu wenig, drohen Ihnen Sanktionen wie z. B. ein Belegungsstopp. Ohne Leiharbeiter ist dieses Dilemma kaum zu lösen, denn in dem Maße, in dem sich Auslastung und Belegungsstruktur verändern, müssen Sie Ihr Personal anpassen. Doch Ihre zu erbringenden „Pflegeleistungen“ variieren im Zeitverlauf. Demzufolge muss auch ein Teil Ihres Personaleinsatzes variieren bzw. flexibel sein. Um diese Flexibilität zu sichern, beschäftigen viele Pflegeeinrichtungen Leiharbeiter.
Übersicht - Diese Vorteile bringen Leiharbeiter in der Pflege
- Sie können kurzfristig Mitarbeiterstunden einkaufen, wenn Ihre Auslastung steigt oder Ihre Belegungsstruktur sich verbessert.
- Sie können plötzliche Ausfälle wegen Krankheit oder Urlaub kompensieren.
- Im Laufe der Zeit kennen Sie die einzelnen Leiharbeiter. Die Firmen versuchen erfahrungsgemäß, Wünsche nach bestimmten Mitarbeitern zu erfüllen. Denn das hat Vorteile für beide Seiten.
- So ergibt sich ein Leiharbeiter Pool, die in Ihrer Einrichtung eingearbeitet sind.
- Wenn Sie gute Stamm-Mitarbeiter suchen, können Sie auch die Leiharbeiter anwerben, von denen Sie wissen, dass sie sich in Ihrer Einrichtung schon bewährt haben.
- Der Aufwand für die Personalabrechnung entfällt für Sie.
- Sie haben keinen Aufwand für die Abrechnung von Sozialabgaben und Steuern.
- Sie haben nichts mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen wie Abmahnungen oder Kündigungen zu tun. Denn Leiharbeiter sind Angestellte der Zeitpersonalvermittlung.
- Urlaubs- und Fehlzeiten der Leiharbeiter müssen nicht Sie ausgleichen.
Stundensätze für Leiharbeiter - So werden Sie vergleichbar
Betrachten Sie das folgende Beispiel: Die Rechnung einer Leihfirma weist einen Betrag vom 880 € für 31,6 geleistete Stunden aus. Das einfache Mittel daraus ergibt einen Stundensatz von 27,85 €, der ebenfalls in der Rechnung enthalten ist. Ihre eigenen Stamm-Mitarbeiter kosten Sie laut Lohnbuchhaltung 22 € pro Stunde. Viele Heimleiter hätten daraus vorschnell gefolgert, dass „Leiharbeiter viel zu teuer sind“. Berücksichtigen müssen Sie jedoch, dass Sie mit 27,85 € pro Stunde auch die Ausfallzeiten des Leiharbeiters bezahlen.
Beziehen Sie diese in den Vergleich mit ein, so sind in diesem Beispiel Leiharbeiter ebenso teuer, wie die Kosten für Ihre Mitarbeiter hoch sind. Hier betragen die Abwesenheitszeiten der Stamm-Mitarbeiter im Durchschnitt 21 %. In dieser Höhe müssen Sie sie auch für die Leiharbeiter in den Vergleich mit einbeziehen. Sie tun das mit folgender Berechnung: Rechnungsbetrag 880 € : (31,6 berechnete Stunden + 21 % für Ausfallzeiten (31,6 : 79 x 100 ergibt 40 Stunden)) = 22 €.
Nutzen Sie diese Berechnung auch für Ihre Vollkräfte-Statistik
Für Sie ist diese Berechnung auch wichtig, wenn Sie eine Vollkräfte-Statistik führen. Denn die Kennzahl „Vollkraft“ (auch „Vollbeschäftigte“ genannt) orientiert sich an Ihren Stamm-Mitarbeitern. Bewerten Sie diese mit durchschnittlich 40 Wochenstunden, so sind auch hier Ausfallzeiten enthalten. Das können z. B. 21 % sein. Stehen auf der Rechnung der Leihfirma also 31,6 geleistete Stunden pro Woche, so müssen Sie sie den Leiharbeiter als 1 Vollkraft bewerten. Die Berechnungsformel ist auch hier: 31,6 : 79 x 100 = 40 Stunden. Sie erreichen mit dieser Berechnung, dass die Anzahl Ihrer Vollkräfte nicht zu gering angegeben wird. Denn Ihre Vollkräfte-Statistik benötigen Sie nicht nur zur internen Steuerung, sondern auch für einen möglichen Personalabgleich nach § 80a Abs. 5 SGB XI. Auch wenn Sie Planzahlen aufgrund Ihrer bisherigen Personalbestände bilden: achten Sie darauf, dass Sie die Anzahl der Vollkräfte für Ihre Leiharbeiter in der richtigen Höhe einbeziehen.
Tipp: Den passenden Leiharbeiter finden Sie über die PPM-Jobbörse.
Mehr Informationen zum Thema Leiharbeiter in der Pflege finden Sie in "HeimManagement kompakt".
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