Passen Sie Ihren Personalbedarf den Pflegestufen an

So stimmen Sie den Personalbedarf auf die Pflegestufen ab

Das aktive Pflegestufencontrolling verlangt von Ihren Mitarbeitern Disziplin. Wenn Ihre Mitarbeiter merken, dass ihre Bemühungen auch zu Vorteilen für sie selbst führen, z. B. Personalaufstockung, sind sie motiviert, diese Disziplin auch aufzubringen.
Darüber hinaus haben Sie sich aber auch gegenüber Ihren Kostenträgern und den Bewohnern verpflichtet, stets die notwendige und angemessene Pflege zu erbringen. Dies ist nur mit einem entsprechenden Personalbedarf möglich.

Sie sollten deshalb bei Höherstufungen von Bewohnern auch den Personalbedarf auf den Wohnbereichen überprüfen und ggf. anpassen.
Wenn Sie mit den Pflegekassen in Ihrer  Vergütungs- oder Leistungs- und Qualitätsvereinbarung keinen individuellen Personalschlüssel für Ihre Einrichtung vereinbart haben, können Sie sich auch an den Personalrichtwerten im Rahmenvertrag nach § 75 SGB XI Ihres jeweiligen Bundeslandes orientieren.

Mehr Informationen zu Personalbedarf in der Pflege finden Sie in "HeimManagement kompakt".

Berechnungsbeispiel für den Personalbedarf

Zunächst berechnen Sie anhand Ihres Personalschlüssels einen Faktor zur Stellenermittlung, z. B.:

Abkürzungen: VZS = Vollzeitstelle, BW = Bewohner

Pflegestufe 1 = 1 : 4,0 =     1,0 VZS für 4 BW    = 1,0 VZS / 4,0 BW    =    0,250 VZS pro BW
Pflegestufe 2 = 1 : 2,5 =     1,0 VZS für 2,5 BW = 1,0 VZS / 2,5 BW    =    0,400 VZS pro BW
Pflegestufe 3 = 1 : 1,8 =     1,0 VZS für 1,8 BW = 1,0 VZS / 1,8 BW    =    0,556 VZS pro BW

Multiplizieren Sie dann die Anzahl Ihrer Bewohner in der jeweiligen Pflegestufemit Ihrem individuellen Faktor, z. B.:

Pflegestufen auf dem Wohnbereich „A“:
8 BW in Pflegestufe 1:     8 x 0,250 = 2 VZS
8 BW in Pflegestufe 2:     8 x 0,400 = 3,2 VZS
4 BW in Pflegestufe 3:     4 x 0,556 = 2,224 VZS
Addieren Sie die VZS:     Gesamtbedarf für den Wohnbereich = 7,42 VZS.

Wenn sich die Pflegestufen auf diesem Wohnbereich durch zwei Höherstufungen in die Pflegestufe 2 verändern, berechnet sich der Personalschlüssel wie folgt:
6 BW in Pflegestufe 1:         6 x 0,250 = 1,5 VZS
10 BW in Pflegestufe 2:     10 x 0,400 = 4,0 VZS
4 BW in Pflegestufe 3:         4 x 0,556 = 2,224 VZS
Gesamtbedarf:                                          7,724 Std.

Durch die Höherstufungen ist also ein Mehrbedarf von 0,201 VZS (= 7,739 Std. bei einer 38,5 Stundenwoche) auf dem Wohnbereich entstanden. Das heißt, Ihre Mitarbeiter haben einen um ca. 1,1 Stunden höheren Pflegeaufwand täglich.

Hinweis: Seit kurzem gibt es auch das Angebot von Programmen zum Pflegestufencontrolling. So ein Programm berechnet nicht nur die Pflegestufen, sondern auch den notwendigen Personalbedarf anhand Ihrer eingegebenen Pflegestufen und selbst definierten (Mindest-)Besetzung, z. B. PSEcontrol, Infos unter www.pflegestufenexperte.de/psecontrol.html.

Wie sich Höherstufungen auf den Personalbedarf auswirken

Von der Beantragung einer Höherstufung bis zum Ergebnis kann es leicht ein paar Wochen dauern. In dieser Zeit sind Sie zwar auch verpflichtet, die notwendige Pflege zu erbringen, eine Anpassung des Personalbedarfs, aufgrund der Vermutung einer Höherstufung ist aber nicht sinnvoll. Die Anpassung Ihrer Personalverteilung und ggf. der Aufstockung ist erst ab Zugang des Höherstufungsbescheids sinnvoll. Da Höherstufungen rückwirkend erfolgen, erhöhen sich zwangsläufig Ihre Erlöse für diesen zurückliegenden Zeitraum entsprechend.

Nicht immer müssen Sie aufgrund von Höherstufungen in einem bestimmten Bereich neues Personal einstellen. Es kann auch sein, dass Sie z. B. in einem anderen Wohnbereich weniger Personalbedarf haben, als die Einstufungen der Bewohner hergeben. Sie sollten also immer die Pflegestufenverteilung und Personalsituation auf allen Wohnbereichen im Blick haben.

Tipp: Lassen Sie von Ihrer Pflegedienstleitung für jeden Wohnbereich eine Mindestbesetzung errechnen, mit der die Pflege der Bewohner grundsätzlich sichergestellt werden kann. Diese darf dann auf keinen Fall, also auch nicht im Verhältnis zu den Pflegestufen, unterschritten werden.

Mehr Informationen zu Personalbedarf in der Pflege finden Sie in "HeimManagement kompakt".

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poppyeaster, 02.06.2013:
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