Sterbebegleitung: Leitfaden zur Unterstützung beim Angehörigengespräch
In einem Pflegeheim wird auch gestorben. Uns allen ist das klar. Dennoch fällt es uns und unseren Mitarbeitern oft schwer, über diese Situation zu sprechen. Ganz oft ist es uns nicht mehr möglich, mit dem Bewohner selbst über seine Wünsche am Lebensende zu sprechen. Daher ist es oft notwendig, diese Situation mit den engsten Angehörigen zu besprechen. Für Ihre Angehörigengespräche haben wir Ihnen einen Fragenkatalog zusammengestellt sowie einen Leitfaden entwickelt. Beides finden Sie in nachfolgendem Beitrag.
Tipps, Musteranleitungen und Leitfäden zu Themen, mit denen Sie bei Angehörigen punkten können, finden Sie auch in „HeimManagement kompakt – Stationäre Pflegeeinrichtungen erfolgreich und sicher führen”.
Solche Gespräche mit Angehörigen zu führen ist für Ihre Mitarbeiter eine schwierige Aufgabe und immer eine besondere Herausforderung. Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter, indem Sie ihnen einen Leitfaden mit Hinweisen und einem Fragenkatalog zur Verfügung stellen. Integrieren Sie diesen Leitfaden auch in Ihr QM-System. Die Gestaltung der Sterbephase ist schließlich ein wesentlicher Aspekt Ihrer Dienstleistungserbringung.
Fragenkatalog: Angehörigengespräch über das Lebensende
- Ist Ihnen die Pflege- und Krankheitssituation Ihres Angehörigen klar? Haben Sie Fragen zu den Krankheitsbildern? Möchten Sie etwas über den möglichen Verlauf wissen?
- Gibt es möglicherweise schriftliche Unterlagen über die Wünsche Ihres Angehörigen (Patientenverfügung, Testament, Verfügungen zur Beerdigung)? Können Sie uns eine Kopie aushändigen?
- Sollen noch andere nahestehende Personen über die Sterbesituation informiert werden und wenn ja, wer soll informieren?
- Möglicherweise müssen zur Vermeidung von Schmerzen starke Medikamente, sog. Morphine, gegeben werden. Haben Sie oder Ihr Angehöriger dazu irgendwelche Vorbehalte?
- Möglicherweise lehnt Ihr Angehöriger in der letzten Lebensphase Speisen und Getränke ab. Wie sollen wir uns dann verhalten? Gibt es Vorgaben Ihres Angehörigen zu dieser Situation?
- Möchten Sie, dass ein Seelsorger informiert wird?
- Wünschen Sie die Krankensalbung?
- Wünschen Sie, an der Sterbebegleitung teilzunehmen? Möchten Sie im Zimmer Ihres Angehörigen ein Bett haben?
- Haben Sie besondere Wünsche bei der Gestaltung der Sterbesituation (Kerzen, Musik, Blumen oder bestimmte Rituale)?
- Welcher Angehörige soll über den Tod informiert werden?
- Soll der Verstorbene nach dem Ableben bestimmte persönliche Kleidung oder bestimmten Schmuck tragen?
- Gibt es schon einen von Ihrer Seite bestimmten Bestatter? Bitte geben Sie uns die Kontaktdaten.
- Dürfen wir das Versterben Ihres Angehörigen öffentlich bekannt machen (z. B. durch eine Traueranzeige oder durch Aushang in unserer Gedenkecke)?
Leitfaden für das Angehörigengespräch zur Sterbebegleitung
1. Hinweis: Üblicherweise brauchen Angehörige eine gewisse Zeit nach der Heimaufnahme, um über dieses Thema sprechen zu können. Häufig geben diese dann Pflegekräften Hinweise oder wollen Teilaspekte wie z. B. die Bestatterfrage klären. Vereinbaren Sie einen verbindlichen Termin, an dem Sie das Angehörigengespräch führen, und informieren Sie die Angehörigen über den beabsichtigten Inhalt. So können sich diese angemessen vorbereiten.
2. Hinweis: Schaffen Sie eine ruhige Gesprächssituation. Selbstverständlich sollten Sie in dem jeweiligen Raum ungestört sein. Sprechen Sie den Grund des Gespräches offen an, versuchen Sie nicht, mit Smalltalk auf das Thema zu kommen. Die meisten Angehörigen empfinden das als unangemessen.
3. Hinweis: Akzeptieren Sie, wenn der Angehörige nicht über diese Dinge sprechen möchte, und signalisieren Sie ihm, dass das Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden kann. Rechnen Sie auch mit emotional heftigen Reaktionen, und versuchen Sie, gefasst zu reagieren.
4. Hinweis: Verwenden Sie für das Gespräch den Fragenkatalog „Angehörigengespräch über das Lebensende“, um möglichst viele Punkte in diesem einen Gespräch abzuklären. Der Fragenkatalog soll Ihnen Hilfestellung geben. Manche Punkte sind vielleicht schon geklärt, dann brauchen Sie diese nicht erneut anzusprechen. Auch wenn Sie glauben, es ist besser, den ein oder anderen Punkt jetzt nicht anzusprechen, lassen Sie es einfach. Zeigen Sie den Leitfaden ruhig offen in diesem Gespräch. Das formale Abarbeiten hilft vielen Angehörigen zunächst einmal, in die Gesprächssituation hineinzufinden.
In „HeimManagement kompakt – Stationäre Pflegeeinrichtungen erfolgreich und sicher führen” erhalten Sie weitere, sofort umsetzbare Praxis-Tipps und Checklisten.
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